Schreckliches Zug-Unglück: Großeinsatz läuft - wohl mindestens ein Todesopfer

Schreckliches Zug-Unglück: Großeinsatz läuft - wohl mindestens ein Todesopfer
+
Die Brücke über die Weißach müsste bezüglich Tragfähigkeit und Ausweisung von Fußwegen ertüchtigt werden. Tempo 30 kann sich der Bürgermeister schon jetzt vorstellen.

Viele Vorschläge 

Sondersitzung in Kreuth: Bürger diskutieren Verkehrskonzept

  • Alexandra Korimorth
    vonAlexandra Korimorth
    schließen

Die Sondersitzung des Kreuther Gemeinderats zum Verkehrskonzept im Bergsteigerdorf war tatsächlich eine besondere. Nach der Präsentation öffnete das Gremium die Diskussion für alle.

Kreuth So gut besucht war selten eine Kreuther Gemeinderatssitzung. Rund 25 Gäste füllten – natürlich mit Abstand – die Besucherplätze und zusätzlich aufgestellte Turnbänke. Nach der Präsentation des Verkehrskonzeptes durch Planer Ralf Kaulen (wir berichteten) wurden sie durch einstimmigen Beschluss des Gremiums eingeladen, über die 44 Maßnahmen zu diskutieren.

Konzept liefert Fahrplan

„Es sind viele Maßnahmen, die auch finanziert werden müssen“, sagte Bürgermeister Sepp Bierschneider. „Das Konzept liefert aber einen guten Fahrplan, an dem wir uns orientieren können.“ Von besonderem Interesse war der Ortskern Kreuth, der so umgestaltet werden soll, dass der Kurpark angebunden, die Weißach inszeniert und das Bergsteigerdorf erlebbar wird. Die Brücke müsste bezüglich Tragfähigkeit und Ausweisung von Fußwegen ertüchtigt werde. Jüngste Untersuchungsergebnisse sollen hier laut Bierschneider noch in ein eigenes „Verbindungskonzept“ eingearbeitet werden. 

Tempo 30 und die Nutzung brachliegender Nebenanlagen als Parkfläche kann sich der Rathauschef schon jetzt vorstellen. Die Verbindungshaltestelle zwischen See- und Tallinie, die Kaulen im Bereich des Weissach-Stachus auf Rottacher Gemeindeflur sah, bereitete Markus Wrba (FWG) Kopfzerbrechen, zumal es dort wegen eines Hydranten eng wird: „Vermutlich reicht der Platz nicht, dass die Busse rumkommen und drehen können.“ Er schlug vor, als Alternative die Verbindungshaltestelle im Bereich der alten Rottacher Post zu prüfen. Insbesondere, wenn ohnehin ein Verkehrskonzept für das gesamte Tal angestrebt würde. Kaulen hielt das für eine gute Idee, gestand aber auch eine Bringschuld ein. 

Eine Besucherin hatte in dem Zusammenhang moniert, dass nach einem Jahr immer noch nicht getestet sei, ob ein Bus im Karree Hofbauernstraße überhaupt fahren könne, um dann auf der Südlichen Hauptstraße wieder auf die Tallinie in Richtung Kreuth zu kommen.

Auch Einheimische sollen auf den Bus umsteigen

Elisabeth Hartwig (CSU), forderte eine Idee, wie die Bereitschaft der Einheimischen gefördert werden könnte, auf den Bus umzusteigen. „Das ist zu teuer und zu unbequem“, fand sie und unterstrich, wie wichtig die Verdichtung der Taktung innerhalb des Tals, aber auch der Anschlüsse in Richtung München seien. Während Bürgermeister Bierschneider auf „erhebliche Verbesserungen auf Landkreisebene“ durch den Ausbau der Lint- und BOB-Züge und eine weitere Verdichtung ab 1. Dezember verwies, machte Kaulen deutlich, dass nur 50 bis 70 Prozent des Verkehrs abgedeckt werden können, solange der Verkehr im Landkreis eigenwirtschaftlich betrieben werden. Er riet zum Zusammenschluss der Talgemeinden, um gemeinsam mehr Busse bestellen und zu bezahlen.

Bergsteigerbus als Anreiz 

Max Breunigs (CSU) Anfrage nach einer konkreten Investitionssumme, um die Tagesgäste auf den ÖPNV zu verlagern, musste Kaulen unbeantwortet lassen. Martin Walch (SPD) brachte den von Kreuth finanzierten Bergsteigerbus ins Spiel: Der sei als Anreiz für Übernachtungsgäste gedacht, und „nicht als Teilkonzept des ganzen Tals“. Ihm beschied Kaulen sehr diplomatisch, dass die Mobilität für Kreuth als Teil des gesamten ÖPNV-Konzeptes zu sehen sei: „Der Bergsteigerdorfbus sollte als Dispositionsmasse gesehen werden.“ 

Talweite Handschrift gefordert

Denn die Frage laute doch: „Will ich ein Grundangebot oder ein Alleinstellungsmerkmal?“ Auch auf die Frage von Robert Gerg (SPD), ob der Durchfahrtsverkehr in Kreuth durch ein Tempolimit verringert werden könne, riet Kaulen zu einer „talweiten Handschrift“, um den Verkehrswiderstand zu erhöhen: Geschwindigkeitsbegrenzung, Erhöhung der Fahrradschutzstreifen, Mittelinseln und Querungshilfen für Fußgänger und eine ansprechende Gestaltung der Ortseingänge. Ebenso eine Grenzkontrolle in Achenwald.

Von der Idee einer Kreutherin, die B307 und B318 um den See zu einer Einbahnstraße umzufunktionieren und die zweite Spur Bussen vorzubehalten, wurde als nicht sinnvoll Abstand genommen. Der Vorschlag einer weiteren Besucherin, mit anderen grenznahen und ökologisch engagierten Kommunen von Lindau bis Berchtesgaden eine Allianz zu bilden und eine Aktualisierung der Straßenverkehrsordnung zu initiieren, kam hingegen gut an.

Lesen Sie auch: Bergsteigerdorf Kreuth: So geht die Gemeinde mit ihrem Siegel um

Siebenhütten-Wirt lobt Gäste

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Mehr Einblick für die Bürger
Um die Forderung der Fraktion WIR/FW nach mehr Öffentlichkeit wurde im Waakirchner Gemeinderat gerungen. Mehr mitreden sollen die Bürger auf jeden Fall.
Mehr Einblick für die Bürger
Bremst ein neues Ortsschild die Raser am Ackerberg aus?
Raser sind den Anwohnern an der Kaltenbrunner Straße schon lange ein Dorn im Auge. Sie fordern Tempo 50. jetzt beschäftigt das Thema das Verwaltungsgericht.
Bremst ein neues Ortsschild die Raser am Ackerberg aus?
Rätselraten um Hotelprojekt
Ein ominöses Immobilien-Inserat, angeblich offene Pachtzahlungen sowie unerfüllte Forderungen der Gemeinde Waakirchen heizen Gerüchte um den Unternehmer Karl-Heinz …
Rätselraten um Hotelprojekt
Wohnbaugesellschaft Waakirchen engagiert Andreas Hagleitner als Angestellten
Wohnbaugesellschaft Waakirchen engagiert Andreas Hagleitner als Angestellten

Kommentare