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Stille im Steinbruch: Schon seit September 2011 wurde hier kein Gestein mehr abgebaut. Die Genehmigung zum Neustart haben die Bayerischen Staatsforsten seit Ende 2014 auf dem Tisch.

Offenbar kehrt Ruhe ein

Steinbruch Glashütte: Petition verloren, Kampf gewonnen

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Glashütte – Eigentlich haben die Glashütter den Kampf um die Stilllegung des Steinbruchs verloren. Aber viel gerührt hat sich dort trotzdem nichts mehr. Und die Zeichen stehen gut, dass das so bleibt.

Im Steinbruch herrscht Stille, und Stefanie Sennhofer ist zufrieden. „Es lohnt sich doch, wenn man den Mund aufmacht“, sagt die Glashütterin. Wie ihre Nachbarn war sie 2011 Teil einer Initiative, die gegen den Betrieb des nahen Steinbruchs der Bayerischen Staatsforsten protestierte. Damals donnerten Kieslaster durchs Dorf, gefährdeten die Kinder auf dem Schulweg und hinterließen eine Staubwolke. Obwohl der Steinbruch schon lange besteht, war der Hochbetrieb neu. „Die Staatsforsten haben nicht mehr nur für den Eigenbedarf Gestein abgebaut, sondern das Material auch verkauft“, erinnert Kreuths Bürgermeister Josef Bierschneider. Die Bürger, sagt er, hätten sich zu Recht beschwert.

Mit ihrem Sprecher Ulrich Fuchs an der Spitze forderten die Bürger in einer Petition an den Landtag, den Steinbruch komplett stillzulegen. Damit hatten sie keinen Erfolg, der Petitionsausschuss lehnte im Dezember 2012 ab. Aber es wurde ein Kompromiss ausgehandelt, der den Staatsforsten einen Handel mit Flussbausteinen und anderem Material unmöglich macht.

Festgezurrt sind die Vorgaben im Genehmigungsbescheid des Landratsamtes. Der musste erst erlassen werden was sich bis Ende 2014 hinzog. Bis dahin hatte das formale Okay der Behörden für den Abbau gefehlt, was den Bürgern nicht entgangen war. Um die Situation zu befrieden, stellte der Forstbetrieb Schliersee, damals unter der Führung von Stefan Pratsch, den Betrieb des Steinbruchs schon im September 2011 freiwillig ein.

Inzwischen leitet Christoph Baudisch den Forstbetrieb Schliersee. Die Genehmigung zum Betrieb des Steinbruchs hat er. Schon seit dem Frühjahr 2015 hätten die Staatsforsten Material für den Eigenbedarf im Tegernseer Tal gewinnen dürfen. „Aber wir haben davon bisher keinen Gebrauch gemacht“, erklärt Baudisch. Es bestehe schlicht kein Bedarf. Zudem wäre der Aufwand für die Wiederbelebung des Steinbruchs groß. Dort stehen keinerlei Geräte, die zum Abbau erforderlich sind. Es müssten also erst mobile Gerätschaften an Ort und Stelle gebracht werden, erklärt Baudisch. „Das macht man ja nicht, um eine Schubkarre Kies zu gewinnen.“

Heißt: Nur ein größerer Wegebau in der Nähe würde die Wiederaufnahme des Betriebs rechtfertigen. In Sicht ist ein solcher nicht. Und wenn doch irgendwann wieder ein paar Kieslaster rollen sollten, stört Anwohnerin Sennhofer das nicht. „Wenn die mal ein paar Steine runterholen, haben wir ja nichts dagegen“, meint sie. Aber „diese Riesenmenge“, die unter Betriebsleiter Pratsch abgebaut worden sei, habe das Dorf sehr belastet. Der Protest habe sich absolut gelohnt: „Ich glaube, der Steinbruch schläft ein. Und das ist ein Riesengewinn.“

Um die Betriebsgenehmigung zu bekommen, hatten die Staatsforsten übrigens lange gekämpft. Unter anderem mussten die Forstleute für einen Ökoausgleich sorgen. Um den zu schaffen, wurde der Waldrand im idyllischen Kloaschautal bei Bayrischzell so gestaltet, dass sich heimische Schmetterlingsarten dort wohlfühlen.

Im Frühjahr 2015 hätte der Neustart im Steinbruch dann mit einem Donnerschlag erfolgen sollen. Mit einer Sprengung nämlich, um neues Material zu gewinnen. Die bisher letzten Abbauprodukte hat der Forstbetrieb im Oktober 2013 abfahren lassen – auf Wunsch der Glashütter, denen die Kieshalden am talnahen Forstweg ein Dorn im Auge waren.

Diese Sprengung hat es bisher nicht gegeben. Erlaubt wären sie, wobei einige Auflagen zu erfüllen sind. Strenge Vorgaben gelten auch für den gesamten Betrieb. Der ist von Mai bis November von 7 bis 18 Uhr zulässig, wobei maximal 50 Lkw-Fahrten pro Tag genehmigt sind. Insgesamt darf nicht mehr als 3000 Kubikmeter Gestein pro Jahr gewonnen werden – und dies eben nur für den Eigenbedarf im Tegernseer Tal.

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