Achtung Zuschauer: Hirsche und Hirschkühe bei der Rotwildfütterung.
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Achtung Zuschauer: Hirsche und Hirschkühe bei der Rotwildfütterung.

Verhalten im Revier Kreuth-West am Pranger – Jagdverantwortlicher Werner Winkler bezieht Stellung

Streit um Wildfütterung: Verein erstattet Anzeige

  • Gerti Reichl
    VonGerti Reichl
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Der Streit um die Wildfütterung in Kreuth nimmt an Schärfe zu. Jetzt hat der Naturschutzverein Wildes Bayern Anzeige erstattet gegen die Revierinhaber und Verantwortlichen im Revier Kreuth-West wegen nicht erfolgter Versorgung von Rot- und Rehwild in Futternot.

Kreuth - Konkret richtet sich die Anzeige gegen Werner Winkler, den verantwortlichen Jagdvorsteher der Eigenbewirtschaftung in Kreuth-West sowie gegen den angestellten Jäger, Johann Deininger. „Die dauerhafte Weigerung, sich an die gesetzlich vorgeschriebenen Regeln zur Sorge für notleidende Wildtiere zu halten, hat nun zu der Anzeige gegen die Verantwortlichen geführt“, begründet Vorsitzende Christine Miller ihr Vorgehen. „Wer keine Lust hat, ein Jagdrevier korrekt zu führen, sollte es lassen“, so Miller, die im Namen des Naturschutzvereins „Wildes Bayern“ die untere Jagdbehörde am Landratsamt auffordert, Konsequenzen zu ziehen.

„Das Gesetz ist da ganz eindeutig“, argumentiert die Vorsitzende. „Weigern sich die Revierinhaber, ihren Pflichten nachzukommen, muss die Behörde einschreiten und auf Kosten der Revierinhaber die notwendigen Maßnahmen anordnen.“

Weder Rehe noch das Rotwild könnten heute aus den Berglagen in die natürlichen Wintergebiete ziehen, argumentiert Miller. „Aus diesem Grund schreibt das Jagdgesetz vor, dass der, der mit jagen will, auch für das Wild Sorge tragen muss.“

Streit um Wildfütterung: „In Kreuth soll wieder das Recht einkehren“

Bereits vor zwei Jahren, im Katastrophenwinter 2019, hätten die Naturschützer rechtliche Schritte gefordert, woraufhin es das Landratsamt mit einem ein großflächigen Fütterungskonzept versuchte. Wie berichtet, engagierte sich auch der örtliche Tierschutzverein vermittelnd, was dazu führte, dass Grundbesitzer Leonhard Rohnbogner einen passenden Fütterungsstandort bei Scharling zur Verfügung stellte. Doch umgesetzt wurde das Projekt nicht. „Der Jagdvorsteher zeigte sich uneinsichtig und weigerte sich kategorisch seinen Pflichten nachzukommen“, beklagt Miller, die bedauert, dass weder Fachgutachten noch Verhandlungsgeschick den Jagdvorsteher hätten bewegen können. „Ich vermute, dass es hier einfach um eine Profit-Maximierung im Revier auf Kosten der Allgemeinheit geht,“ so Miller. Nun sei das Landratsamt gefordert, mit entsprechenden Anordnungen dafür zu sorgen, „dass auch in Kreuth wieder das Recht einkehrt“.

Nicht erfolgte Wildfütterung: Jagdverantwortlicher wehrt sich gegen Vorwürfe

„Die Vorwürfe werden zu Unrecht erhoben“, protestiert Jagdverantwortlicher Werner Winkler gestern auf Nachfrage. Die Jagdgenossenschaft Kreuth-West habe bereits eine Rotwildfütterung im Bereich Scharling, die vom Rotwild gut angenommen werde. „Vom Flächen- und Wildbestand her wäre eine zusätzliche Wildfütterung nicht nötig“, betont Winkler. Er verweist auch darauf, dass das besagte angebotene Grundstück bei Scharling sogar gemeinsam mit Behörden besichtigt worden sei. Dabei sei man zu der Überzeugung gelangt, dass es in der Nähe eines Schutzwaldes liege und daher nicht geeignet sei. Winkler verweist auch auf eine Stellungnahme, die er bereits an die Jagdbehörde geschrieben hat. Darin habe er seine Haltung erläutert. Das sehr komplexe Thema Fütterung, so Winkler, müsse Thema bei der Jagdversammlung sein, und nicht über die Medien ausgetragen werden. Doch wegen Corona stehe diese Versammlung weiter aus.

gr

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