Tegernseer Hütte Corona Umbau Brandschutz
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Eingerüstet: die Tegernseer Hütte auf 1650 Metern Höhe.

Dach-Umbau hat begonnen

Tegernseer Hütte: DAV-Sektion hält am Zeitplan für Umbau fest

  • Gerti Reichl
    VonGerti Reichl
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Der Umbau der Tegernseer Hütte ist ein Kraftakt – bautechnisch, finanziell und jetzt erst recht wegen Corona. Dennoch hält die Alpenvereinssektion Tegernsee am Zeitplan fest.

Kreuth Am 17. April hatte Rainer Toepel, Vorsitzender der Sektion Tegernsee des Deutschen Alpenvereins (DAV) den Genehmigungsbescheid des Landratsamts Miesbach für den Umbau des Dachgeschosses der Tegernseer Hütte am Roß- und Buchstein auf dem Tisch. Der Umbau ist nötig, um das geforderte Brandschutzkonzept umzusetzen und wieder Übernachtungen auf der beliebten Hütte ermöglichen zu können (wir berichteten). Einerseits eine gute Nachricht für den Vorsitzenden. Andererseits galten da bereits die Corona-Ausgangsbeschränkungen. „Mitten in der Planungs- und Bauvorbereitungsphase waren von einem auf den anderen Tag Baubesprechungen nicht mehr in der gewohnten Runde möglich. Wir mussten Bauablauf und Vorbereitung entsprechend den Infektionsschutzbestimmungen anpassen“, berichtet Toepel. Auch der geplante Materialtransport mit Hubschrauberunterstützung war nicht möglich: „Denn zum Schutz der am Roß- und Buchstein vorkommenden Raufußhühner sind Hubschrauberflüge ausschließlich in den Monaten August, September und Oktober zulässig“, so Toepel.

Zwar habe der Vorstand diskutiert, ob der Zeitplan für den Umbau angepasst werden sollte. „Doch trotz aller Hürden waren wir uns einig, an dem bisherigen Zeitplan festzuhalten.“ Gerade die aktuell geringere Frequentierung der Tegernseer Hütte wollte die DAV-Sektion für den Umbau nutzen, um die Baumaßnahme so früh wie möglich zu beginnen und so schnell und vollständig wie möglich abzuwickeln. Ziel ist es nun, möglichst schnell die Außenarbeiten abzuschließen, um wieder eine Bewirtung der Tegernseer Hütte zu ermöglichen.

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Tegernseer Hütte: Gerüst kam mit der Material-Seilbahn

Jetzt haben die Arbeiten also begonnen. Wie geplant, wurde das Gerüst aufgestellt. Ein Kraftakt: „Denn statt mit dem Hubschrauber wurden die Gerüstelemente von ehrenamtlichen Helfern kurzerhand mit der Materialseilbahn auf die Hütte transportiert“, berichtet Toepel. Was einerseits aufwendiger war, andererseits aber Kosten sparte. In den kommenden drei Wochen folgen die Spengler- und Zimmererarbeiten für die neue Dachkonstruktion. Dann folgt der brandschutzgerechte Innenausbau des Dachs. Voraussichtlich 314 000 Euro wird die Sanierung verschlingen. Für die Förderung hat die Sektion bereits einen Antrag beim DAV gestellt.

Die Spendenaktion, die für die Finanzierung der Baumaßnahme erforderlich ist, wurde mit Rücksicht auf Betroffene der Corona-Krise zurückgestellt. „Es ist ausdrücklich im Interesse der Sektion, dass Spenden momentan Einzelpersonen und Aktionen zu Gute kommen, die dringend auf finanzielle Unterstützung angewiesen sind“, sagt Toepel. Selbstverständlich freue sich die Sektion über jeden Spender, der die Baumaßnahmen bereits jetzt unterstützen möchte.

Toepel hofft, dass Tagesgäste ab Anfang Juni wieder eingeschränkt bewirtet werden können. „Vorausgesetzt, das Wetter spielt mit und die Außenarbeiten sind abgeschlossen.“ In Abstimmung mit dem Bundesverband werde noch ein Konzept erarbeitet, wie die Bewirtung erfolgen könne, sobald die Beschränkungen für DAV-Schutzhütten gelockert werden. Übernachtungen, schätzt der Vorsitzende, werden heuer nicht mehr möglich sein. Wanderer werden derzeit gebeten, aktuelle Hinweise auf baubedingte Beschränkungen zu beachten.

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gr

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