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Tegernseer Hütte: Im Adlernest sind wieder mehr Übernachtungen möglich

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Von: Gabi Werner

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Einmalige Lage: Die Tegernseer Hütte zwischen Ross- und Buchstein erhielt im Zuge des Umbaus einen neuen Quergiebel. Die Lager dürfen nun auch wieder mehr Übernachtungsgäste beherbergen.
Einmalige Lage: Die Tegernseer Hütte zwischen Ross- und Buchstein erhielt im Zuge des Umbaus einen neuen Quergiebel. Die Lager dürfen nun auch wieder mehr Übernachtungsgäste beherbergen. © Thomas Plettenberg

Neue Lockerungen machen es möglich: Auf den Hütten des DAV können wieder mehr Gäste übernachten. Auch die Tegernseer Hütte am Ross- und Buchstein öffnet ihre Lager.

Kreuth/Spitzingsee – Für Bergfreunde ist eine Übernachtung auf der Tegernseer Hütte (Gemeinde Kreuth) ein Erlebnis. Seine exponierte Lage auf dem Grat zwischen Ross- und Buchstein macht das „Adlernest“ so beliebt. Doch Ende August 2019 war’s mit dem Hüttenzauber erst einmal vorbei: Wegen Brandschutzmängeln musste die Alpenvereins-Sektion Tegernsee die Lager schließen. Nach aufwendigem Umbau und den jüngsten Corona-Lockerungen für DAV-Schutzhütten kann Wirt Michl Ludwig an diesem Wochenende erstmals wieder Übernachtungsgäste empfangen.

Ludwig hat schon Matratzen-Nummern vorbereitet, die er seinen Gästen gleich im Zuge der Anmeldung aushändigen möchte. „Ich glaube, dass es gut funktionieren wird – die Leute wissen, wie sie sich zu verhalten haben“, meint der langjähriger Pächter mit Blick aufs erste Übernachtungs-Wochenende nach fast zweijähriger Pause. Allein für den Samstag (26- Juni) haben sich 17 Wanderer angemeldet.

Verschiedene Gruppen können nun zusammen in einem Lager übernachten

Dass Übernachtungen in größerem Stil überhaupt wieder möglich sind, ist den neuesten Lockerungen für Hüttenbetriebe zu verdanken, um die sich der Deutsche Alpenverein (DAV) erfolgreich bemüht hat und die diese Woche in Kraft getreten sind. Die neue Regel besagt: Die zehn Personen, die schon bisher bei einer Inzidenz unter 50 in einem Lager nächtigen durften, müssen nicht mehr zwangsläufig zusammengehören. Sprich: Auch unterschiedliche Gruppen dürfen – bei Einhaltung des Mindestabstands zwischen den jeweils Nicht-Zusammengehörenden – in einem Raum untergebracht werden. Damit, so der Alpenverein, sei ein „wirtschaftlicher Hüttenbetrieb“ wieder möglich.

Umbau der Tegernseer Hütte verschlang rund 314.000 Euro

Bei der Tegernseer Sektion ist die Erleichterung über die neue Regelung groß. Immerhin hat der Umbau der Hütte rund 314.000 Euro verschlungen, die Sektion ist auf die Einnahmen angewiesen. „Wir haben die Lager ja nicht zum Spaß umgebaut“, macht Sektions-Vorsitzender Rainer Toepel deutlich. Bis zu 17 Personen könnten unter den jetzigen Corona-Bedingungen in den beiden Lagern übernachten. Die Leute so unterzubringen, dass die Abstände von 1,50 Metern passen, werde sicher eine „logistische Herausforderung“, meint Toepel. „Aber wir sind überzeugt, dass wir das schaffen.“

Wolldecken und Verbrüderung von Gästen nicht erlaubt

Hüttenwirt Michl Ludwig – ein mittlerweile erfahrener Mann, was die Corona-Vorgaben betrifft – ist ebenfalls guter Dinge. Negativ-Test, ein eigener Schlafsack und ein eigener Kopfkissenbezug – das ist es, was es für die Übernachtungsgäste zu beachten gilt. Die üblichen Wolldecken darf die Hütte derzeit nicht zur Verfügung stellen. Auch eine Verbrüderung der unterschiedlichen Übernachtungsgäste in der kleinen Gaststube der Tegernseer Hütte gehe natürlich nicht, jede Gruppe müsse für sich bleiben, erklärt der Wirt.

Gäste der Tegernseer Hütte warten oft lange und geduldig auf einen Sitzplatz

Seit Fronleichnam bewirtet die Familie Ludwig in ihrem „Adlernest“ wieder Tagesgäste. An schönen Tagen stehen die Wanderer den ganzen Grat entlang und warten geduldig darauf, einen der begehrten Sitzplätze auf der kleinen Terrasse zu ergattern. „Die Leute sind einfach froh, dass sie wieder einkehren können“, weiß der Hüttenwirt und hat dafür auch einen Gradmesser: „Das Trinkgeld passt“, berichtet der Pächter und lacht.

Auch auf dem Rotwandhaus sind ab sofort wieder Übernachtungen möglich

Auch auf dem Rotwandhaus im Spitzingseegebiet – ebenfalls ein DAV-Stützpunkt – sind ab diesem Wochenende wieder Übernachtungen möglich. Noch seien die Anfragen „dünn gesät“, berichtet Betreiber Peter Weihrer. Die Leute seien verunsichert und würden deshalb noch abwarten. „Aber das läuft sich ein“, glaubt der Hüttenwirt, der sich freut, dass der Übernachtungsbetrieb jetzt wieder starten kann. Freilich: Der frühe Feierabend sei damit dahin – „jetzt müssen wir wieder in zwei Schichten fahren“, erklärt Weihrer. „Aber wir haben längst darauf gewartet.“

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