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Rundrum ist’s grün: Am Hirschberg in Kreuth ist der Skischulbetrieb gerade noch möglich. Kommt kein neuer Schnee dazu, dürfte das Pistenvergüngen allerdings bald vorbei sein.

Wir haben bei Betroffenen umgehört

Diese Folgen hat der milde Winter fürs Tegernseer Tal

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Tegernseer Tal - Wie gewonnen, so zerronnen: Nach einem kurzen Gastspiel scheint sich der Winter mit milden Temperaturen schon wieder zu verabschieden. Bitter für all jene, die abhängig sind vom Wintersport.

„Eine normale Saison wird das auf keinen Fall mehr.“ Damit hat sich Albert Meier, Leiter der Skischule Tegernsee, bereits abgefunden. Für die am Kreuther Hirschberg ansässige Skischule sind die Weihnachtsferien eigentlich das Hauptgeschäft. Und das war heuer wegen des fehlenden Schnees bekanntlich ein Totalausfall. Ihre Hoffnungen setzen Meier und seine Kollegen nun auf die Faschings- und auch die Osterferien. Liegt dann noch oder wieder der nötige Schnee, könnte das die Saison „ein bisserl retten“, meint der Skischul-Inhaber. Weil über Weihnachten fast nirgends in der Region vernünftiger Wintersport möglich war, seien die Eltern ganz heiß darauf, ihre Kinder jetzt noch in einen Skikurs zu schicken. „Anmeldungen haben wir zur Genüge“, erzählt Meier. 

Die vom Wetter verordnete Zwangspause über den Jahreswechsel war für viele Skifahrer und Snowboarder eine bittere Pille. Entsprechend groß war der Ansturm auf die Pisten, als der Winter vor wenigen Wochen Einzug hielt. „Wir haben jetzt zwei tolle Wochenenden gehabt“, freut sich Peter Lorenz, Geschäftsführer der Alpenbahnen Spitzingsee. Nach dem stark eingeschränkten Betrieb zu Weihnachten konnte endlich auch die Suttenabfahrt öffnen. Der Euphorie folgt aber schon wieder die Ernüchterung: Die Wärme und der Regen der vergangenen Tage haben den Pisten arg zugesetzt. Lorenz beschreibt ihren Zustand als „noch gut bis befahrbar“. Der Chef der Alpenbahnen bleibt dennoch zuversichtlich. „Ich hab’ das Gefühl, dass es nochmal schneit – und dann gewaltig viel.“ Das könnte den Osterferien zugute kommen, die heuer besonders früh sind. Ganz retten, so räumt Lorenz ein, lasse sich die bescheidene Saisonbilanz damit nicht. „Aber ein wenig aufbessern.“ 

Weniger drastisch beurteilen die Situation zwei Hütten-Wirte aus dem Tegernseer Tal. Sowohl Karolina Höß von der an der Sutten gelegenen Lukas-Alm (ehemals Bäcker-Alm) als auch Jens Kästner, Wirt der Wiesseer Aueralm, sehen die Sache pragmatisch. „Wenn die Skifahrer nicht kommen können, kommen halt die Wanderer“, sagt Kästner, der auf seiner Alm im Winter für gewöhnlich auch Skitourengeher und Rodler bewirtet. Heuer profitierte er dafür vom schönen Wanderwetter mitten im Winter. Ähnlich wie die Lukas-Alm. „Wir liegen ja nicht direkt an der Skipiste und leben daher überwiegend von Wanderern“, sagt Höß. Die Skifahrer seien lediglich ein Zubrot, das man, so räumt die Hüttenwirtin ein, freilich gut gebrauchen könne. Noch wichtiger ist für Höß aber das schöne Wetter, damit sich die Gäste auf der Sonnenterrasse der Alm niederlassen können. „Bei unseren Wintern müssen wir überhaupt umdenken“, glaubt die Wirtin. 

Der Wintersport also als Auslaufmodell? Während Skischulleiter Meier glaubt, dass sich die Ausreißer-Saison auf längere Sicht wieder ausgleichen lässt („Das muss man immer im Durchschnitt von drei bis fünf Jahren sehen“), sieht die Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) durchaus Handlungsbedarf. „Natürlich ist uns bewusst, dass wir aufgrund der Klimaveränderung mittelfristig Alternativen zum Wintersport bieten müssen“, erklärt Marketing-Leiterin Sandra Kern. Allerdings komme dem Tegernsee zugute, dass die Region ohnehin kein reiner Wintersport-Ort sei und die Gäste nicht primär wegen des Schneesports hierher kämen. „Bislang konnten wir nicht feststellen“, so Kern, „dass der milde Winter gravierende Auswirkungen auf die Übernachtungszahlen hat.“ Gerade die Zeit über Weihnachten und Neujahr sei gut gebucht gewesen. 

Das bestätigt Anastasia Stadler vom Webermohof in Rottach. Das Weihnachtsgeschäft, sagt die Vermieterin, sei ein „Selbstläufer“. Unabhängig von der Schneelage. „Eher verhalten“ seien ihre Gästezimmer und Ferienwohnungen dagegen für Januar und Februar gebucht worden. Das könnte auch am milden Winter liegen, meint Stadler. Doch auch sie bleibt zuversichtlich: „Abgerechnet wird zum Schluss.“

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