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Umbau der Alpenpark-Klinik am Tegernsee: Ein Großprojekt, zwei Zuständigkeiten

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Von: Alexandra Korimorth, Gabi Werner

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Das Modell der künftigen Klinik stammt von Star-Architekt Matteo Thun. Die Familie Klitzsch hatte ihr Vorhaben bereits im März der Öffentlichkeit präsentiert.
Das Modell der künftigen Klinik stammt von Star-Architekt Matteo Thun. Die Familie Klitzsch hatte ihr Vorhaben bereits im März der Öffentlichkeit präsentiert. © Thomas Plettenberg

Für die Alpenpark-Klnik am Tegernsee gibt es ehrgeizige Umbaupläne. Während sich Kreuth mit der eigentlichen Klinik-Erweiterung befasste, ging es in Bad Wiessee um die zugehörige Tiefgarage.

Kreuth/Bad Wiessee - Mit den Plänen für den groß angelegten Umbau ihrer Kirinus Alpenpark Klinik möchte die Familie Klitzsch zügig voran kommen. Das Unternehmen will mit der Neugestaltung – entworfen von Star-Architekt Matteo Thun – in eine sichere Zukunft gehen. Es ist ein Projekt, das zwei Gemeinden betrifft: Während das eigentliche Klinik-Gelände auf Kreuther Flur liegt, befinden sich der Parkplatz und die darunter geplante Tiefgarage auf Wiesseer Gemeindegebiet. In beiden Orten befassten sich die Gemeinderäte jüngst mit der Bauleitplanung. Grundsätzlich herrschte Einverständnis.

Der Kreuther Gemeinderat fasste bereits den Billigungsbeschluss zur Änderung des Bebauungsplans. Bevor jedoch das einstimmige Placet erging, wurden noch einige Änderungen und Festsetzungen eingefügt, die Till Fischer vom Architektur- und Stadtplanungsbüro AKFU per Videozuschaltung erläuterte. So will der Bauherr das neue runde Therapiegebäude ein Stück mittiger im Garten platzieren, und auch den neuen Ostflügel habe man um eineinhalb Meter von der Grundstücksmitte herausgedreht, so dass das Ensemble nun insgesamt offener und harmonischer wirke.

Ebenfalls festgeschrieben wurden die Glasflächen auf den Dächern und die Dachgauben. Dabei hielt man sich an die Gestaltungssatzung oder an die Vorgaben, die Sonderfälle betreffen. Bei den geplanten Lamellen vor den Treppenhausfronten bat sich Markus Wrba (FWG) eine Mindestbreite für die Bretter gemäß der Gestaltungssatzung aus. Denn in Kreuth wolle man „Brettl statt Lattl“, wie es Bürgermeister Josef Bierschneider ausdrückte. Was die Farbe der Dachziegel angeht, so soll diese in jedem Fall matt – und nicht farblich grell – sein und eine homogene Fläche mit dem Bestand erzeugen.

Bierschneider: Ohne Stellplatznachweis ist Bebauungsplan hinfällig

Damit Kreuth nicht in die Zuständigkeit von Bad Wiessee eindringt, musste das Gremium wegen der geltenden Abstandsflächen zur Nachbargemeinde eine Reduzierung der Balkontiefe an der Südfront des Ostflügels festsetzen. Dass der Austausch mit Bad Wiessee von großer Bedeutung sei, machte der Bürgermeister an dieser Stelle deutlich. Der Bebauungsplan sei zwar jetzt zustande gekommen, sagte Bierschneider, „aber er kommt nicht zur Umsetzung, wenn der Stellplatznachweis nicht erfolgt ist“.

Die Familie Klitzsch hat in der Vergangenheit immer wieder in die Klinik investiert

Eben darum ging es am gleichen Abend in Bad Wiessee. Die Zahl der Stellplätze wird mit der geplanten Tiefgarage am Defreggerweg deutlich wachsen: Allein unter der Erde sollen 120 Parkplätze fürs künftige Klientel der Klinik und deren Besucher entstehen. Gleichzeitig, so teilte Wiessees Bauamtsleiter Anton Bammer mit, würden die oberirdischen Stellplätze „stark reduziert“. Das Landratsamt hatte der Gemeinde aufgetragen, für das Tiefgaragen-Vorhaben einen Bebauungsplan aufzustellen. Dass parallel dazu bereits nächsten Donnerstag (22. April) der Bauausschuss über den konkreten Bauantrag für die Tiefgarage entscheiden soll, löste in Bad Wiessee jedoch Bedenken aus.

Wiesseer Gemeinderäte haben Bedenken wegen Schnelligkeit des Verfahrens

Bernd Kuntze-Fechner (SPD) lobte die Gesamtplanung der Klinik zwar als „sehr gut“, hielt es aber für problematisch, „wenn sich der Bauausschuss auf die Überholspur begibt“. Zunächst sei der Bebauungsplan an der Reihe. Auch Johannes von Miller (Grüne), dem die Massivität der Tiefgarage Bauchschmerzen bereitet, wollte vor weiteren Schritten die Gutachten zur Oberflächen- und Grundwasser-Problematik abwarten. Indes sah Florian Sareiter (CSU) keinen Anlass, den Bauantrag „auf die Warteliste“ zu setzen. Der ehrgeizige Zeitplan – Baubeginn 2022, Fertigstellung 2024 – sei zu befürworten.

Die Aufstellung des Bebauungsplans segnete der Gemeinderat am Ende einstimmig ab. Bammer kündigte an, die für nächste Woche anstehende Entscheidung zum Bauantrag an entsprechende Bedingungen zu knüpfen.

gab/ak

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