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Der Umbau der Tegernseer Hütte macht gute Fortschritte. Kürzlich wurde der Quergiebel fertig gestellt.

Arbeiten liegen trotz Corona im Zeitplan

Umbau der Tegernseer Hütte schreitet voran - Bald wieder Bewirtung möglich

  • Gabi Werner
    vonGabi Werner
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Der Corona-Krise zum Trotz macht der Umbau der Tegernseer Hütte gute Fortschritte. Der neue Quergiebel ist fertig gestellt. Schon bald soll es auch wieder eine eingeschränkte Bewirtung geben.

Kreuth – Die Tegernseer Hütte – exponiert gelegen zwischen Roß- und Buchstein auf Kreuther Gemeindeflur – bot in den vergangenen Wochen einen ungewohnten Anblick. Rundherum ist das Gebäude eingerüstet, seit Kurzem sitzt auf dem „Adlernest“ ein nagelneuer Quergiebel. Nötig wurde der Umbau wegen Brandschutzmängeln, die Behörden hatten Übernachtungen in dem Schlaflager im September 2019 kurzerhand untersagt.

Nun können die Verantwortlichen der Alpenvereins-Sektion Tegernsee – Eigentümerin der Hütte – erstmals wieder richtig durchschnaufen: Das Gros der Umbauarbeiten ist geschafft, Ende vergangener Woche wurde dies mit einer Hebauf-Feier in 1650 Metern Höhe gewürdigt.

Lesen Sie hier: Tegernseer Hütte: Gemeinde macht Ausnahme von Gestaltungssatzung

„Das Dach ist fertig eingedeckt, die Spengler-Arbeiten sind so gut wie abgeschlossen“, berichtet Sektions-Vorsitzender Rainer Toepel. Was noch ansteht, ist der komplette Innenausbau sowie der Anbau zweier Balkone, die künftig als Fluchtwege dienen. „Wir liegen im Zeitplan“, freut sich Toepel.

Hubschrauberflüge wegen Schutz der Raufußhühner nicht möglich

Hebauf in luftigen Höhen: Die Fertigstellung des Quergiebels an der Tegernseer H ütte wurde dieser Tage mit einem Richtfest gewürdigt. 

Und das, obwohl die alpine Baustelle einige Widrigkeiten zu überwinden hatte. So konnte das Baumaterial nicht – wie ursprünglich geplant – mit dem Hubschrauber transportiert werden. Weil der Schutz der Raufußhühner in diesem Bereich Priorität hat, waren Flüge untersagt. So wurde alles Nötige mit der Materialseilbahn nach oben geschafft. „Da war die Unterstützung unserer Ehrenamtlichen wirklich sehr wertvoll“, sagt Toepel. Viele Freiwillige packten auch bei anderen Hilfsarbeiten mit an.

Dennoch wird der Umbau für die Sektion ein finanzieller Kraftakt. 314.000 Euro sind für die Maßnahme eingeplant – „und mit diesem Budget werden wir auch zurecht kommen“, meint der Vorsitzende. Die Spendenaktion, die der Verein wegen der Corona-Krise zunächst zurückgestellt hatte, werde man im Juli anlaufen lassen, kündigt Toepel an.

Wanderer pilgern schon wieder in Scharen zum Roß- und Buchstein

Obgleich die Hütte derzeit wegen der Sanierung geschlossen hat: Seit der Corona-Lockerungen würden die Wanderer in Scharen zum Roß- und Buchstein pilgern – „das ist wirklich phänomenal“, berichtet Toepel. Für die Bergsteiger wurde unterhalb der Hütte ein Behelfsweg eingerichtet, damit sie nicht wie sonst die Terrasse überqueren müssen. Läuft alles nach Plan, soll auch bald schon wieder eine Bewirtung möglich sein. „Bis spätestens Mitte Juli wollen wir alles so herrichten, dass der Wirt eine eingeschränkte Bewirtung anbieten kann“, kündigt der Sektions-Chef an.

Hier finden Sie einen großen Hintergrundbericht zur Tegernseer Hütte: Ein Adlernest mit riesiger Fangemeinde

Darauf freut sich auch der langjährige Wirt der Tegernseer Hütte, Michl Ludwig. Gleichzeitig dämpft er allzu große Erwartungen. Wegen der coronabedingten Abstandsregeln werde er nur etwa 15 bis 20 Leute – statt wie normalerweise 70 – auf der Terrasse bewirten können. „Hier geht es einfach verdammt eng zu“, gibt Ludwig zu bedenken. Weil man derzeit auch kein Personal in der Hütte unterbringen könne, müsse man zudem die Arbeit in der Küche zu zweit stemmen, erklärt der Wirt. Folglich werde es nur eine kleinere, „ganz einfache“ Speisekarte geben.

Was die Übernachtungen auf der üblicherweise schnell ausgebuchten Hütte anbelangt, so macht Toepel den Bergfreunden keine allzu großen Hoffnungen. „Damit wird es heuer wohl nichts mehr werden“, meint er. Wegen der beengten Verhältnisse in der Hütte müsse man sich erst über die genaue Raumaufteilung und das Brandschutzkonzept Gedanken machen, erklärt der Vorsitzende. Hinzu kommen die coronabedingten Vorschriften: „Das macht es für uns natürlich nicht leichter.“

gab

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