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Ein blauer Fleck zwischen den Felsen: Die erste Sichtung der verirrten Wanderer oberhalb einer gefährlichen Steilwand.

Bergwacht: Hubschrauber-Rettung am Grat

Spektakulärer Einsatz: Verirrte Wanderer am Risserkogel

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Rottach-Egern - Bei diesem Einsatz war alles geboten: Ein junges Paar, das in einer gefährlichen Schrofenwand am Risserkogel festsaß, eine Rettung mit allen Schikanen - und ein Happy End.

Der Notruf ging bei der Leitstelle Rosenheim um 16.05 Uhr am Mittwochnachmittag ein. Zwei Personen, die sich im Gipfelbereich Risserkogel verstiegen hatten, nicht mehr vorwärts und nicht mehr zurück konnten. Die Bergwacht forderte daraufhin den Bundeswehr-Hubschrauber SAR Landsberg 58 an. Gleichzeitig konnte mit den beiden Hilfesuchenden per Handy Kontakt aufgenommen werden. Mehr noch: Die Bergwacht konnte das Handy der beiden per GPS orten. 

Bergwacht konnte das Handy per GPS orten

Gegen 16.45 Uhr startete der Hubschrauber mit zwei Bergwachtlern zum Suchflug über den Risserkogel. Dank einer grell-blauen Jacke konnten die Personen sehr schnell gesichtet werden. Sie hingen im Bereich der Südflanke des Risserkogels auf etwa 1650 Höhenmetern oberhalb der Bernau Almen fest. Die Umgebung lässt sich am besten als steil abfallendes Schrofengelände durchsetzt mit Grasstücken beschreiben.

Keine guten Bedingungen: Abfallendes Schrofengelände mit Graseinlage auf 1600 Metern

Kaum zu erkennen: Der Pilot braucht bei seinem Suchflug am Risserkogel ein gutes Auge.

Die beiden Bergwachtler setzten sich mittels Winde am Grat ab. Für eine Landung war der Wind zu stark. Deshalb konnten die beiden unglücklichen Wanderer auch nicht direkt angeflogen werden. Die Bergretter stiegen dann zu den beiden Personen ab, die sich als ein Urlauber-Paar aus Nordbayern herausstellten.

Sicherung über 60 Meter Seil bis zum Grat

Da die Frau (24) und der Mann (22) zuerst aus dem Steilgelände nach oben gesichert werden mussten, forderten die beiden Bergretter zwei weitere Helfer zur Unterstützung an. Gemeinsam errichteten die Bergwachtler ein etwa 60 Meter langes Sicherungsseil. Darüber konnten die Personen Richtung Grat nach oben gezogen werden.

Per Fixseil zur Aufnahmestelle

Von da aus bauten die Helfer ein Seilgeländer den Grat entlang und querten in Richtung Aufnahmestelle. Die letzten 30 Meter nach oben wurden durch zwei weitere Bergretter gesichert. Das Gelände hatte laut Bergwacht einen Schwierigkeitsgrad von 2 bis 3. 

Die beiden Nordbayern wurden dann nacheinander ins Tal geflogen. Dort wurden sie noch medizinisch versorgt, denn der Schock am Berg saß tief. Ansonsten waren die beiden glücklicherweise unverletzt.

Rettung am Grad: Per Seilwinde werden die Wanderer in den Hubschrauber gezogen.

Paar wollte offenbar nur eine Wanderung machen - Gelände völlig unterschätzt

Offenbar wollte das Paar einfach eine Wanderung machen - und hatte dann das Gelände völlig unterschätzt. Beim Abstieg hatten sie sich dann komplett verirrt. "Aber ab da haben sie sich dann vernünftig verhalten", sagt der Rottacher Bergwacht-Bereitschaftsleiter Felix Oswald. "Sie sind an Ort und Stelle geblieben, bis sie gefunden worden sind."

Nicht der erste Ernstfall in diesem Jahr

Der Einsatz endete gegen 20 Uhr. Es waren ein Einsatzleiter und fünf Bergwachtler im Einsatz. Für die Bergwacht Rottach-Egern ist das schon der vierte Hubschraubereinsatz innerhalb von elf Tagen. Oswald schiebt's aufs schöne Wetter. Unter anderem gerieten am Samstag, 7. Mai, zwei Kletterer am Leonhardstein in Bergnot und überlebten wohl nur durch einen glücklichen Zufall. Auch hier waren die Kletterer selbstverschuldet von der Route abgekommen.

kmm

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