Vor den Augen des Sohnes

Wolfsschlucht: Wanderer 20 Meter tief abgestürzt

Kreuth - Am Dienstagmittag ist ein Wanderer in der Wolfsschlucht in Kreuth abgestürzt. Wegen des schlechten Wetters konnte der schwer verletzte Mann nur schwer geborgen werden.

Wie Felix Oswald, Bereitschaftsleiter der Bergwacht Rottach-Egern, mitteilt, erreichte der Notruf die Bergretter um 13.05 Uhr. Der Sohn (37) des abgestürzten Wanderers teilte mit, dass sein Vater, ein Mann (69) aus Wallhausen (Baden-Württemberg), an der Wolfsschlucht abgestürzt sei. Die beiden waren über die Siebenhütten in Richtung Wolfsschlucht gegangen und wollten über den Steig zum Schildensteinsattel und die Königsalm zurück nach Kreuth.

Aufgrund des schlechten Wetters fuhren die Retter sofort zweigleisig und alarmierten sowohl Bergwachtler als auch einen Rettungshubschrauber. Ob dieser überhaupt in die Schlucht fliegen konnte, war zu diesem Zeitpunkt noch unklar.

Vor Ort stellte sich heraus, dass der Wanderer am Aufstieg der Wolfsschlucht auf ca. 1200 Meter Höhe ausgerutscht und abgestürzt war. Offenbar stand er auf einem Aussichtsplateau und schaute in die Schlucht; als er sich zu seinem Sohn umdrehen wollte, der bereits eine Kehre weiter gegangen war, verlor er aus ungeklärten Gründen den Halt. Er stürzte etwa 20 Meter tief und schlug in dem mit Felsen durchsetzten Bachfeld auf.

Er blieb schwer verletzt liegen. Als die Bergretter um 13.50 Uhr eintrafen, war er ansprechbar.

Dem Hubschrauber gelang es, in die Schlucht zu fliegen. Allerdings war der Wolkeneinzug in die Felswände so massiv, dass sich die Retter für eine sogenannte Crash-Bergung entschieden - eine sofortige Bergung ohne umfangreichere ärztliche Maßnahmen. Nachdem ein Bergwachtler und ein Notarzt den Wanderer geborgen hatten, wurde er sofort in eine Klinik geflogen. Der Mann zog sich bei dem Sturz ein Polytrauma zu.

Im Anschluss an die Bergung begleiteten die Retter, die am Boden im Einsatz gewesen waren, den Sohn des Verunglückten zurück ins Tal. Gegen 15.30 Uhr war der Einsatz beendet.

Die Wolfsschlucht gilt selbst bei gutem Wetter als anspruchsvolle Bergwanderung, da teilweise extrem rutschige Passagen überwunden werden müssen.

sta

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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