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Eine Schaufütterung – wie hier im Spi tzinggebiet – ist eine Attraktion und weckt Verständnis für den Schutz der Tiere. 

Mit Strafandrohung für Hundehalter

Herzogin sperrt Weg: Bürgermeister fordert Schaufütterung als Ausgleich

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Damit das Wild Ruhe hat, dürfen Wanderer den Rundweg bei Siebenhütten im Winter nur vormittags und ohne Hund begehen. So will es Herzogin Helene. Bürgermeister Bierschneider wünscht sich als Ausgleich eine Schaufütterung.

Kreuth„Ich hatte gehofft, dass wir einen weniger einschneidenden Weg finden“, erinnert sich Kreuths Bürgermeister Josef Bierschneider an den Runden Tisch im Sommer. Es war die Vorbereitung zur Ausweisung des Wildschutzgebiets im herzoglichen Revier. Wie berichtet, gilt es seit Dezember. Bis März ist ein Teil des Rundwegs um Siebenhütten nur noch sehr eingeschränkt nutzbar. Es geht um den Abschnitt zwischen der Abzweigung zur Fischzucht über den Kiem-Pauli-Weg bis zur Fußgängerbrücke nach Siebenhütten. Wanderer dürfen ihn nur vormittags nutzen, mit Hund gar nicht. Dies soll dem Rotwild an der nur 40 Meter vom Weg entfernten Futterstelle die nötige Ruhe verschaffen.

„Unserer Ansicht nach hätte eine Anleinpflicht genügt“, meint Bürgermeister Bierschneider. Die Gemeinde sei im

Verfahren aber nur gehört worden. Trotzdem habe er im Gespräch einen kleinen Kompromiss erreicht. Die Herzogin, so Bierschneider, hätte den Weg im Winter gerne komplett gesperrt. Nach Intervention der Gemeinde dürfen Wanderer den Weg nun zumindest vormittags nutzen. Aus jagdlicher Sicht, so Bierschneider, könne er die Ausweisung des Wildschutzgebiets schon verstehen. Doch wünsche er sich einen Ausgleich: eine Schaufütterung als Attraktion für Einheimische und Gäste. „Das würde Verständnis wecken, weil man sieht, was geschützt wird“, meint Bierschneider. Früher einmal habe es eine solche Fütterung bei der Schwaiger Alm gegeben, jetzt leider nicht mehr. „Das geht uns sehr ab.“ Allerdings seien wohl größere Baumaßnahmen nötig, um den Zuschauern Einblick zu gewähren, sie aber doch abzuschirmen. „Aber es ist uns sehr wichtig, dass das mittelfristig umgesetzt wird“, erklärt Bierschneider. Bei Herzogin Helene stößt dieser Wunsch grundsätzlich auf offene Ohren: „Ich bin da sehr positiv eingestellt.“

Die jetzt geltende Einschränkung ist durchaus gravierend. „Wenn nicht so viel Schnee liegt, kann man da schön gehen“, sagt Andrea Huber, Leiterin der Kreuther Tourist-Info. Der Rundweg sei sehr beliebt.

Aber kein öffentlicher Weg, wie Josef Bogner, Wirt der Alm Siebenhütten, klarstellt. Er habe „größtes Verständnis“ für das Vorgehen der Herzogin. Das gesamte Gebiet befinde sich in ihrem Besitz, die Öffentlichkeit bewege sich auf Privatgrund. „Und der Tourismus ist da explodiert.“ Es habe sogar schon nächtliche Fackelwanderungen in dem sensiblen Bereich gegeben, die nach einem Gespräch mit Vertretern der Tegernseer Tal Tourismus GmbH aber wieder eingestellt worden seien. Bogner, der die Alm ganzjährig von der Herzogin gepachtet hat, hält seinen Betrieb von Oktober bis Mitte April geschlossen.

Ausgewiesen wurde das Wildschutzgebiet durch das Landratsamt Miesbach. Landrat Wolfgang Rzehak hält das Schutzgebiet für sehr gelungen. „Es war hier ein Ausgleich zwischen verschiedenen Interessen zu finden“, teilt Rzehak mit. Wanderer könnten den Weg zeitweise noch nutzen oder alternative Routen wählen. Der Schutz des Bergwalds und der Wildtiere seien von großer Bedeutung – und die Verlegung der Futterstelle aus geografischen Gründen nicht möglich. Wenn Wild die Witterung von– auch angeleinten – Hunden aufnehme, entstehe eine permanente Beunruhigung. In der Folge werde die Fütterung ein bis zwei Tage lang nicht mehr angenommen: „In dieser Zeit kommt es jeweils zu erhöhtem Verbiss.“

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