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Kreuths Bürgermeister Josef Bierschneider: „Werden weiterhin vorsichtig planen“

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Von: Gabi Werner

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Die Riedlerbrücke in Kreuth muss erneuert werden. Die Planungen dafür sollen 2022 abgeschlossen werden, die Maßnahme selbst erfolgt dann im Jahr darauf.
Die Riedlerbrücke in Kreuth muss erneuert werden. Die Planungen dafür sollen 2022 abgeschlossen werden, die Maßnahme selbst erfolgt dann im Jahr darauf. © Stefan Schweihofer

Ob Corona im Jahr 2022 große Sprünge zulässt, muss sich auch in der Gemeinde Kreuth erst noch zeigen. Einige Investitionen – vor allem in die Infrastruktur – sind dennoch gesetzt. .

Kreuth – „Wir werden weiterhin vorsichtig planen“, erklärt Bürgermeister Josef Bierschneider (CSU). Zwar habe sich die Corona-Krise bislang nicht so gravierend auf die Finanzen der Gemeinde niedergeschlagen wie befürchtet. Allerdings könne man die langfristigen Auswirkungen der Pandemie derzeit noch nicht abschätzen. Der aktuelle Haushaltsplan wird im Kreuther Rathaus gerade aufgestellt, Anfang des Jahres finden laut Bierschneider die Vorberatungen im Gemeinderat statt.

Erneuerung der Riedlerbrücke geplant

Unabhängig davon sind in naher Zukunft zwei Investitionen in die Infrastruktur fest eingeplant. So soll 2022 die Planung für die Erneuerung der Riedlerbrücke abgeschlossen werden, die Realisierung selbst werde im Jahr darauf erfolgen. Als zweites großes Projekt wird nach den Worten Bierschneiders die Verlängerung des Geh- und Radwegs vom Kieswerk Ringsee bis zur Aribostraße angepackt. Eigentlich wäre für die Maßnahme das Staatliche Bauamt zuständig. Um in Sachen Verkehr aufs Tempo zu drücken, habe der Gemeinderat aber entschieden, die Planungen selbst in die Hand zu nehmen, erläutert der Rathaus-Chef. Die Kosten für die Maßnahme würden später vom Bund ersetzt. „Der Gemeinderat wollte damit ein Signal setzen, dass wir die Verkehrsthemen zügig angehen wollen.“

Tief in die Tasche greifen muss Kreuth für die fällige Neuanschaffung eines Feuerwehrfahrzeugs. Eigentlich hätte das Fahrgestell schon 2021 geliefert werden sollen – die Investition hätte sich somit gesplittet. Da es aber zu Lieferverzögerungen kam, müsse die Gemeinde die Finanzierung des 300 000 Euro teuren Fahrzeugs heuer in einem stemmen.

Umstrittene Erweiterung des Aldi-Markts

Über die gemeindlichen Aufgaben hinaus wird sich Kreuth auch in diesem Jahr mit einigen privaten Bauvorhaben beschäftigen müssen. Darunter ist die geplante Erweiterung des Aldi-Marktes in Weissach. Wie berichtet, gibt es für das Projekt gehörig Gegenwind, sogar Unterschriften wurden als Zeichen des Protests gesammelt. Die Kritiker fürchten, dass die Erweiterung des Discounters erhebliche Umsatzeinbußen für den örtlichen Einzelhandel mit sich bringen würde. „Um die Diskussion zu versachlichen, haben wir eine Auswirkungsanalyse in Auftrag gegeben“, berichtet Bierschneider. Und verrät das Ergebnis: Die Untersuchung habe ergeben, dass die Erweiterung keine negativen Auswirkungen auf die Geschäftswelt haben werde. Im Lichte dieser Erkenntnis werde der Gemeinderat im Januar die eingegangenen Stellungnahmen behandeln und das Bebauungsplan-Verfahren fortsetzen, kündigte der Bürgermeister an.

Weiter vorangetrieben wird auch das Bebauungsplan-Verfahren für die geplante Erweiterung der Kirinus Alpenpark Klinik. Der Blick richtet sich zudem nach Wildbad Kreuth, wo Hotelier Korbinian Kohler ehrgeizige Pläne für die Schaffung eines „Mental Retreat“ verfolgt. Kohler konkretisiere derzeit seine Planungen, teilt Bierschneider mit. Der Gemeinderat werde dazu auch im neuen Jahr laufend informiert werden. „Ich denke, dass wir da gemeinsam in einer guten Richtung unterwegs sind.“

Entwicklung des Geländes May-Klinik

Weiterhin spannend bleibt es rund ums Thema May-Klinik. Bekanntlich hat dort ein Gesellschafter-Wechsel stattgefunden, die Gemeinde hat nach wie vor das Vorkaufsrecht, falls das Areal verkauft werden soll. In erster Linie will die Gemeinde verhindern, dass auf dem Grundstück teure Eigentumswohnungen entstehen. Dies habe man gegenüber den neuen Gesellschaftern auch kundgetan, so Bierschneider. „Die Gesprächsbasis ist positiv.“

Der Jahreswechsel

ist Gelegenheit, nach vorne zu blicken. Was wird 2022 trotz der andauernden Pandemie möglich, was muss aus finanziellen und coronabedingten Gründen gestrichen werden? Wir haben uns in den Rathäusern umgehört.

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