Der Gemeinde ein Herzensanliegen: Um Tempo in die Planung eines Radwegs zwischen Ringsee und der Aribostraße zu bekommen, streckt die Gemeinde Kreuth die Kosten vor.
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Der Gemeinde ein Herzensanliegen: Um Tempo in die Planung eines Radwegs zwischen Ringsee und der Aribostraße zu bekommen, streckt die Gemeinde Kreuth die Kosten vor.

Sorgen über Verschuldung

Wichtigste Projekte untergebracht: Gemeinderat Kreuth beschließt Haushaltsplan 2021

  • Alexandra Korimorth
    vonAlexandra Korimorth
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Ein vorsichtiger Ansatz, stringentes Priorisieren von Projekten und konsequente Streichungen sind das Mittel der Wahl der Gemeinde Kreuth für den Haushalt 2021. Das ist alles geplant.

Kreuth - Sparen und Bescheidenheit sind in Kreuth heuer angesagt. „Der Haushalt“, so verdeutlichte Bürgermeister Josef Bierschneider gleich eingangs bei der jüngsten Gemeinderatssitzung, „ist geprägt durch die Unsicherheit, die die Corona-Pandemie mit sich bringt. Deshalb haben wir auch einen sehr vorsichtigen Ansatz gewählt.“ Schließlich könne man nicht voraussehen, was 2021 in Sachen Steuereinnahmen und durch den Tourismus zu erwarten ist. „Trotzdem: Die großen und wichtigen Projekte konnten wir unterbringen“, erklärte der Bürgermeister mit Blick auf den Kindergartenanbau, die Fahrzeugbeschaffungen für den Bauhof und die Feuerwehr sowie die Warmbadtechnik.

Auch für die notwendige Erneuerung der Verschleißdecken bei der ein oder anderen Gemeindestraße, die Querungshilfe in Oberhof und die Planungskosten für den Radweg zwischen Ringsee und der Aribostraße reicht das Budget. Letztere sei eigentlich Sache des Staatlichen Bauamts Rosenheim. Man gehe hier nur in Vorleistung, weil der Radweg der Gemeinde so wichtig sei, dass man hoffe, das Verfahren so zu beschleunigen.

Rücklagenentnahme und Kreditaufnahme notwendig

„Ich hoffe, dass sich Corona so entwickelt, dass wir 2021 keine großen Einbußen haben, sondern wie 2020 noch einmal mit einem blauen Auge davonkommen“, erklärte Bierschneider. Denn Freude kam ob des Haushalts weder beim Bürgermeister, noch beim Gemeinderat auf. Immerhin hatte das Landratsamt bei der Vorprüfung keine Bedenken geäußert. Trotzdem sind eine satte Rücklagenentnahme von 1,2 Millionen Euro (Stand zu Beginn des Jahres: 1,3 Millionen Euro) und eine Kreditaufnahme von 729 000 Euro notwendig. Damit ergibt sich voraussichtlich ein Schuldenstand von rund 4,5 Millionen Euro zum Ende des Jahres und somit eine Pro-Kopf-Verschuldung von 1273 Euro. Im Vergleich: Der Landesdurchschnitt liegt bei 573 Euro.

Gemeinderäte mahnen zur Sparsamkeit

Martin Walch (SPD) forderte deshalb: „Wir müssen wirklich die Bremse reinhauen und uns im Laufe des Jahres genau überlegen, wofür wir noch Geld ausgeben können. Wir müssen dringend aufpassen!“ Ihm machte vor allem Sorgen, dass sich die Gemeinde mit 700 000 Euro neu verschulden musste, obwohl durch niedrigere Kreisumlage und höhere Schlüsselzuweisungen der Haushalt rund 500 000 Euro zugunsten Kreuths ausweist. Markus Wrba (FWG) hatte angesichts des Schuldenstands regelrecht Bauchschmerzen und erinnerte an die Daseinsfürsorgepflicht der Kommunen. Er lobte zwar den Sparhaushalt ohne Luxusaufgaben, die niedrigen Personalkosten und das effektive Arbeiten der Verwaltung, fürchtet aber: „Wir müssen den ein oder anderen Grashalm opfern, sonst kommen wir nicht von den Strukturschulden runter.“ Im Klartext: Er forderte auf, über den Verkauf von gemeindeeigenen Grundstücken und Liegenschaften nachzudenken.

Bierschneider erwiderte nur: „Wir schaffen Werte und haben dafür Kredite aufgenommen. Wir haben verantwortungsvoll geplant.“ Das sah dann auch das gesamte Gremium so und stimmte einmütig für den Haushalt, den Stellen- und Finanzplan.

Der Haushalt 2021 in Zahlen

Hier die wichtigsten Zahlen des Kreuther Haushalts 2021 im Kurzüberblick:

Gesamtvolumen: 10,7 Millionen Euro. Verwaltungshaushalt: 8,4 Mio. Euro.

Größte Einnahmen: Einkommensteuer 2 Mio. Euro, Gewerbesteuer 1,1 Mio. Euro, Grundsteuer B 750 000 Euro, Schlüsselzuweisungen 942 000 Euro, Umsatzsteuer 197 000 Euro, Zweitwohnungssteuer 400 000 Euro, Kurbeitrag 400 000 Euro.

Größte Ausgaben: Kreisumlage 2 Mio. Euro, Personal 2,5 Mio. Euro, Sach- und Betriebskosten 2,2 Mio. Euro.

Vermögenshaushalt: 3,7 Mio. Euro.

Größte Ausgaben: Anbau Kindergarten 1,3 Mio. Euro, Fahrzeug- und Gerätebeschaffung Bauhof 262 000 Euro, Querungshilfen und Radwege 161 000 Euro, Technikanlagen im Warmbad 110 000 Euro, Fahrzeug- und Gerätebeschaffung Feuerwehr 100 000 Euro.

ak

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