Ansicht von Wildbad Kreuth
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Wildbad Kreuth: Bis zum Umbau vermarktet der Luxus-Caterer Ulrich Dahlmann das Anwesen. Vor allem die Pläne für die Bergwiese stoßen auf Skepsis.

Josef Bierschneider vertraut auf Zusagen

Bald Partymeile am Tegernsee? Anwohner schwer besorgt - das sagt der Bürgermeister

Einige Bürger befürchten, die aktuellen Pläne in Wildbad Kreuth könnten die Entstehung einer Partymeile zur Folge haben. Der Bürgermeister versucht zu beschwichtigen.

Kreuth – Weil die Berichterstattung zu den Wildbad Kreuth-Plänen von Hotelier und Erbpächter Korbinian Kohler und seinem Luxus-Caterer Ulrich Dahlmann, der das Anwesen bis zum Umbau 2024 vermarktet, für Besorgnis in der Bevölkerung sorgte, fühlte sich Bürgermeister Josef Bierschneider (CSU) in der jüngsten Gemeinderatssitzung zu einem Statement bewogen. Einige Bürger befürchteten angesichts der Dahlmann-Homepage, über die die Molkehalle (bis zu 300 Personen), Festsaal (280 Personen), Altes Restaurant (80 Personen) und vor allem die Bergwiese (bis zu 2000 Personen) buchbar sind, eine große Partymeile an dem idyllischen und geschichtsträchtigen Ort.

Wildbad Kreuth: Großes Areal am Tegernsee soll keine Partymeile werden

Er habe den Pächter darauf hingewiesen, dass man in der Gemeinde Wert auf nachhaltigen und naturverträglichen Tourismus lege, so der Bürgermeister. Worauf Dahlmann dem Rathauschef zugestanden habe, dass auf der Bergwiese, auf der bis dato bekanntlich die herzoglichen Haflinger weideten, keine Massenveranstaltungen stattfinden werden. „Gegen Veranstaltungen innen spricht ja nichts“, fand Bierschneider mit Blick auf die Tagungen, die Musikfest-Konzerte, Hochzeiten und Abibälle, die dort über Jahrzehnte hinweg stattfanden.

Partymeile am Tegernsee? Anwohner in Wildbad Kreuth sind besorgt - Bürgermeister beschwichtigt

Auch Martin Walch (SPD) hat grundsätzlich nichts gegen Veranstaltungen im Innern des historischen Gemäuers einzuwenden. Er wollte aber auch sichergestellt haben, dass auf dem Hochplateau, das im Landschaftsschutzgebiet liegt und als FFH-Naturschutz- und Vogelschutzgebiet ausgewiesen ist, keine Feuerwerke stattfinden. „Da müssen wir drauf aufpassen“, forderte Walch. Hier berief sich der Bürgermeister ebenso auf die Zusage des Caterers: „Ich vertraue da auf sein Wort.“ So lehnte er auch den Vorschlag von Peter Stiepan (CSU) nach einer Sperrstundenvereinbarung ab. Diese würde es an und für sich nicht mehr geben. Aber Bierschneider möchte die aktuelle Rechtslage diesbezüglich trotzdem prüfen.

Tegernsee: Bürgermeister in Kreuth vertraut auf Zusagen der Pächter

Auf die Lärmschutzverordnung verwies Christian Weber von den Grünen, während sich Fraktionskollege Matthias Erhardt danach erkundigte, wie es sich mit der Durchführung von Waldfesten verhält: „Ein solches Waldfest, denke ich, ist, was Herr Dahlmann da oben machen möchte.“ Da brauche er, wie alle Ortsvereine auch, eine Sondererlaubnis, beschied ihm der Rathauschef. Und Bierschneider betonte ein weiteres Mal, dass er nach dem Gespräch mit dem Pächter auf dessen Zusagen vertraue.

Woraufhin Markus Wrba (FWG), der ohnehin schon während des gesamten Sitzungsverlaufs im Konfrontationsmodus war, zynisch anmerkte: „Du glaubst noch an das Gute im Menschen, oder.“ Bierschneider konterte: „Ja, ich bin ein positiv denkender Mensch.“ Und der Zusatz der Dritten Bürgermeisterin und Gymnasial-Lehrerin Elisabeth Hartwig (CSU) in Richtung Wrba lautete: „Vermutlich anders als so manch anderer Rechtsanwalt.“ Alexandra Korimorth

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