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Das Hallenbad ist in die Jahre gekommen – wie das ganze Gebäude.

Tagt die CSU dort jemals wieder?

Wildbad Kreuth: Was wir wissen, was wir nicht wissen

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Kreuth – Viel wurde dieser Tage um die Zukunft von Wildbad Kreuth spekuliert. Höchste Zeit für uns einmal festzuhalten, welche Fakten überhaupt bestehen - und was alles noch unklar ist.

Im herzoglichen Familienjargon ist Wildbad Kreuth immer das Sanatorium geblieben. Das war es bis 1973, danach kam die Hanns-Seidel-Stiftung, und der ehrwürdige Bau wurde als CSU-Tagungsort berühmt. Somit würde es passen, wenn ein Investor aus dem Gesundheitsbereich zum Zuge käme. Ein Konzept in dieser Richtung soll Herzogin Helene in Bayern dem Kreuther Gemeinderat in nicht öffentlicher Sitzung vorgestellt haben. Daraus blitzschnell zu folgern, die CSU könne nun nie mehr in Kreuth tagen, verweist Kreuths Bürgermeister Josef Bierschneider, selbst ein CSU-Mann, ins Reich der Spekulationen. Denn bisher, das hatte Herzogin Helene in Bayern unserer Zeitung schon kurz nach der bewussten Sitzung mitgeteilt, ist nichts entschieden. „Es laufen Gespräche in alle Richtungen“, ließ die Herzogin verlauten (wir berichteten).

Heißt: Fix ist noch nichts. Das dürfte vor allem auch daran liegen, dass der Investor noch nicht weiß, wie viel er investieren muss. Alle Auflagen für den Brandschutz zu erfüllen, dürfte mächtig teuer werden. Auch der Denkmalschutz geht ins Geld. Der Aufwand werde derzeit erörtert, ließ die Herzogin wissen.

Für Bürgermeister Bierschneider, der sich am Dienstag aus dem Italien-Urlaub meldete, ist vor allem eines wichtig: „Wildbad Kreuth soll wieder mit Leben erfüllt werden.“ Wenn die CSU auch künftig dort tagen könnte, wäre das schön. „Die Bilder von der CSU-Klausur sind jedes Jahr als Werbebotschaft für Kreuth um die Welt gegangen“, meint Bierschneider. Letztlich wäre es für ihn aber verschmerzbar, wenn die Zeit der CSU-Tagungen nicht mehr wiederkommt. „Das ist besser als Leerstand.“

Wer dem Wildbad zu neuer Blüte verhelfen will, muss gut bei Kasse sein. Das seit März geschlossene Bildungszentrum hat 97 Einzel- und 22 Doppelzimmer, alle schwer in die Jahre gekommen. Das gilt auch für das Hallenbad, das nicht für einen Wellness-Tempel taugt. Den Wittelsbachern gehört das Wildbad seit 1818. Damals kaufte König Max I. das Wohn- und Badehaus. In seinem Auftrag errichtete der berühmte Architekt Leo von Klenze den bestehenden zweiflügeligen Bau samt Nebengebäuden. Viel Prominenz erholte sich im Sanatorium. Gefragt waren die Ziegenmolke-Kuren. Auch der russische Zar und Kaiser Franz von Österreich zählten zu den Gästen.  

jm

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