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Die Retter mussten zu Fuß zu den Wanderern steigen, weil der Hubschrauber aufgrund der Witterung nicht fliegen konnte. Sie sicherten sich mit Seilen.

Was genau passierte

100 Retter bergen verirrte Wanderer aus Wolfsschlucht

Kreuth – Nachdem sich zwei Wanderer am Freitag in der Wolfsschlucht bei Kreuth verirrt hatten, schwärmten rund 100 Retter aus, um sie zu bergen. Sie waren fast 24 Stunden im Einsatz.

Der Notruf ging um 17.15 Uhr bei der Bergwacht Rottach-Egern (Kreis Miesbach) ein. Zwei Wanderer, beide etwa 30 Jahre alt und Osteuropäer, wollten mit ihrem Hund über die Wolfsschlucht nahe Kreuth Richtung Blaubergalm steigen. Sie verirrten sich derart in dem steilen und unwegsamen Gelände, dass sie nicht mehr weiterkamen.

„Das passiert immer wieder“, sagt Christian Daller von der Bergwacht. In so einem Fall ist es am einfachsten, die Wanderer per Hubschrauber zu bergen. „Das ist in einer halben bis dreiviertel Stunde möglich.“ Auch am Freitagabend startete ein Polizeihubschrauber. Doch in dem Moment, als er die Einsatzstelle lokalisiert hatte und sich die Retter für die Luftbergung rüsteten, schlug das Wetter um. Die Sicht war schlagartig zu schlecht.

Die Einsatztrupps mussten sich zu Fuß zu den beiden Wanderern aufmachen. Keine leichte Aufgabe: „In der Dunkelheit kamen sie fast nicht vorwärts“, berichtet Daller. Es hatte geschneit, das Gelände war rutschig. Die Retter sicherten sich mit 400 Metern Seil und schafften es erst in den frühen Morgenstunden zu den Männern.

Aufstieg nach einer Nacht in der Kälte

In der Zwischenzeit versuchte die Bergwacht, das erste Tageslicht zu nutzen und forderte zwei Hubschrauber der ADAC-Luftrettung an. Doch erneut machte die Witterung den Einsatz unmöglich. Die Retter, die bereits Stunden in den Bergen waren, mussten die Wanderer zu Fuß an den Seilen hinauf zum Blauberggrat bringen.

Die beiden Männer waren erschöpft und unterkühlt. Sie waren nicht auf die ungemütliche Nacht in den Bergen vorbereitet. Die Bergwacht versorgte sie vor dem Aufstieg mit Tee. Am Blauberggrat angekommen, leisteten die Helfer die Erstversorgung in einem Zelt, bevor die Wanderer per Geländefahrzeug und Rettungswagen in die Klinik kamen. Als die Männer im Tal ankamen, war es bereits 13 Uhr.

Für die Helfer der Bergwacht war der Einsatz da längst nicht beendet. Die Aufräumarbeiten dauerten bis in die Abendstunden. Einige der Retter tauschte die Bergwacht während des langen Einsatzes aus, sodass über 100 Männer und Frauen der Feuerwehr Kreuth und von zehn Bergwachten unter anderem aus Bad Tölz und Schliersee vor Ort waren. Den Wanderern machen sie aber keinen Vorwurf. „Wir urteilen nicht, warum sich jemand am Berg verirrt“, sagt Daller. „Wir helfen und sind froh, wenn alle wieder wohlbehalten im Tal sind.“

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