Neubau der Klinik Alpenpark in Kreuth, hier das Ehepaar Klitzsch und Architekt Matteo Thun.
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Präsentierten am Donnerstag Nachmittag ein Modell der neu gestalteten Klinik-Anlage: (v.l.) Ludwig und Ursula Klitzsch sowie Architekt Matteo Thun.

Ehepaar Klitzsch stellt Pläne vor

Star-Architekt Matteo Thun gibt Alpenpark Klinik neues Gesicht

  • Alexandra Korimorth
    vonAlexandra Korimorth
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Mit einer architektonischen Neugestaltung der gesamten Anlage wollen Ursula und Ludwig Klitzsch ihre Alpenpark-Klinik fit machen für die Zukunft. Für das Projekt konnten sie Star-Architekt Matteo Thun gewinnen.

  • Das Ehepaar Klitzsch möchte erneut seine Klinik Alpenpark erweitern und modernisieren
  • Star-Architekt Matteo Thun übernimmt die architektonische Neugestaltung
  • Die Pläne wurden am Donnerstagnachmittag erstmals der Öffentlichkeit präsentiert

Kreuth - Es war ein großer Tag für Ursula und Ludwig Klitzsch, welche die bekannte Reha-Klinik Alpenpark zwischen Bad Wiessee und Kreuth bereits in dritter Generation führen. Noch bevor es am Donnerstagabend im Kreuther Gemeinderat mit dem Antrag auf Änderung des Bebauungsplans Nr. 33 vorstellig wurde, präsentierte das Eigentümerpaar gemeinsam mit dem Ärztlichen Direktor Dirk Hamann und Klinik-Geschäftsführer Stefan Schneider sowie Star-Architekt Matteo Thun und Christian Kaindl vom Landschaftsarchitekturbüro Enzo Enea das Konzept der Öffentlichkeit bei einem Pressetermin.

Klinik soll von 120 auf 170 Zimmer vergrößert werden

Demnach soll die Kirinus Alpenpark Klinik unter dem Projekttitel „Alp X“ – X für die römische Zahl zehn, da es sich um die zehnte größere Baumaßnahme der Eigentümerfamilie auf dem Klinikgelände handelt – von derzeit 120 auf 170 Zimmer vergrößert werden. Die zusätzlichen Patientenzimmer sollen im neuen, verlängerten Ostflügel zum Liegen kommen, für den ein Teil des bestehenden Ostflügels weichen soll. Weichen soll neben einigen Funktionalbauten, die die verschiedenen Klinikgebäude bisher oberirdisch verbanden, auch das alte Wallberghaus – also jenes Gebäude, das Ludwig Klitzsch‘ Großeltern als erstes erbauten und um das herum sich die Klinik seit 1962 herum entwickelte. Es war die Keimzelle und liegt im Zentrum der Klinik. „Weil aber die Therapie das Herz der Klinik ist, soll das neue Therapie-Zentrum auch im Zentrum des neu überplanten Areals liegen – umgeben von einem Garten inmitten eines Parks“, erklärte Matteo Thun die wohl offensichtlichste Neuerung.

Neues Therapie-Gebäude bekommt Form eines Donuts

Der Baukörper soll rund (Donut-förmig) und weniger hoch werden als das Wallberghaus. Der Werkstoff Holz und bodenhohe Glaswände lassen viel Licht in die innen und außen liegenden Therapieräume. Es soll sich in Garten, Park mit Waldbach, Hortensiengarten (straßenseitig entlang des gesamten neuen Ostflügels) und im Obstgarten mit Broderie einfügen. Dort werden Blumen, Heilpflanzen und Kräuter nach der Linné’schen Blumenuhr angepflanzt, so dass auch der gesamte Garten zum Therapieraum wird. Wie schon beim Jod-Schwefelbad hatte Thun auch hier die drei Nullen im Kopf – null Kilometer durch Verwendung von Materialien und Gewerke vor Ort, (fast) null CO² durch einen möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck und null Müll durch die Verwendung von wiederverwertbaren Materialien, falls ein weiterer Umbau nötig werden sollte.

Lesen Sie hier: Ein Erbe, das verpflichtet: Klinik erweitert

 „Wir verfolgen das Prinzip der heilenden Architektur. Licht und Beleuchtung, Akustik und Farben spielen eine immense Rolle – und zwar innen wie außen“, führte Ludwig Klitsch aus. Dass das Therapiezentrum tatsächlich das Zentrum der Klinik bildet und damit allen Patienten buchstäblich kurze Wege zur Gesundung eröffnet werden, mache Sinn und habe schließlich auch überzeugt. Deshalb konnte sich Ludwig Klitzsch auch entschließen, auf das ehemalige Wohnhaus seiner Großeltern zu verzichten.

Schwimmbad und Seerosenteich ergänzen das Ensemble

Vor dem Therapiehaus - eingefügt in das Gelände - soll das Schwimmbad mit großer Frontverglasung einziehen, davor wiederum ein Seerosenteich. Dadurch dass die überwiegend eingeschossigen Verbindungsbauten verschwinden und unter die Erde (aber durchgängig mit Tageslichteinfall) verlegt werden, erscheint das gesamte Ensemble viel großflächiger und weiter. Die notwendigen insgesamt 154 Parkplätze sollen in einer zweigeschossigen Tiefgarage unter dem jetzigen Parkplatz auf Wiesseer Flur entstehen. „Wir wollen eine einzigartige Heilumgebung aus Architektur, Landschaft und medizinischer Funktionalität schaffen“, erläutert das Ehepaar Klitzsch. Sie hofften am Donnerstag auf den positiven Bescheid aus dem Kreuther Gemeinderat und einen Baubeginn 2022 oder im Frühjahr 2023. Am liebsten würden sie „Alp X“ bei laufendem Betrieb im Laufe von 2024 fertigstellen.

ak

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