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Staubsaugen, wischen, putzen: Helfer, wie hier Erna Peege (l.), gehen Menschen zur Hand, die selbst gerade nicht zurechtkommen. Pauline und Karl Hansbauer wussten die Unterstützung der Nachbarschaftshilfe sehr zu schätzen.

Leser helfen Lesern: Wie Erna Peege in letzter Sekunde helfen kann

Wenn der Haushalt plötzlich aus den Fugen gerät

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Eigentlich kommt das Ehepaar aus Schaftlach noch ganz gut alleine zurecht. Doch als Pauline Hansbauer (75) überraschend ins Krankenhaus muss, gerät der Haushalt aus den Fugen. 

Im Hause Hansbauer, so viel sieht man auf Anhieb, wird Wert gelegt auf Ordnung und Sauberkeit. Die Küche ist blitzblank geputzt, der Teppich im Flur frisch gesaugt. Normalerweise kümmert sich die 75-jährige Pauline Hansbauer selbstständig um ihren Haushalt – mit ein wenig Unterstützung von Ehemann Karl (82). Der leidet in Folge zweier Operationen allerdings unter körperlichen Einschränkungen, tut sich schwer beim Laufen und Tragen. „Ein bisserl kochen kann ich aber“, erzählt er grinsend. Soweit funktioniert das Zusammenleben also bestens.

Nachdem Pauline Hansbauer im November aber wegen einer Gallen-OP von einem Tag auf den anderen ins Krankenhaus muss, ist das ältere und kinderlose Ehepaar plötzlich doch auf fremde Hilfe angewiesen. Das sieht Karl Hansbauer spätestens ein, als er versucht, den Staubsauger auf seinen Rollator zu wuchten und so den Boden sauber zu bekommen. Der Versuch scheitert kläglich, und so greift der 82-Jährige zum Telefon und wählt spontan die Nummer der katholischen Pfarrei. „Ich hab’ mir gedacht, dem Pfarrer fällt schon was ein“, erinnert sich der Senior und lacht. Er sollte Recht behalten.

Der Pfarrer stellt den Kontakt zur Nachbarschaftshilfe Schaftlach-Waakirchen her, wo die Dinge dann ganz schnell und unbürokratisch ihren Lauf nehmen. „Wenn ein solcher Anruf kommt, nehme ich meine Liste und schaue nach, wer am besten helfen kann“, erklärt Einsatzleiterin Brigitte Küppers.

In diesem Fall war es Estella Zimmermann, eine gebürtige Mexikanerin, die sich beim Ehepaar Hansbauer meldete und schon am Samstag darauf zur Stelle war. „Sie hat zwei Stunden lang gesaugt, geputzt und die Betten abgezogen“, erzählt Pauline Hansbauer. „Wir waren sehr froh und erleichtert“, fügt ihr Mann hinzu. Und weil sich die 75-Jährige auch nach dem Klinik-Aufenthalt noch schonen sollte, kam die Helferin noch an zwei weiteren Samstagen, um den Haushalt zu schmeißen. „Jetzt kommen wir wieder gut über die Runden“, sagt Pauline Hansbauer.

Hilfe, wo kurzzeitig Not am Mann ist. Der Fall Hansbauer sei ein klassisches Beispiel dafür, wie die Nachbarschaftshilfe funktioniere, sagt Diakon Franz Mertens aus Miesbach, der dem Nachbarschaftshilfe-Verein vorsteht. Etwa ein Dutzend engagierter Helfer steht derzeit auf der Liste von Einsatzleiterin Küppers. Eine von ihnen ist die 66-jährige Erna Peege aus Waakirchen. 27 Jahre lang arbeitete sie als Altenpflegerin im Tegernseer Schwaighof, seit zwei Jahren unterstützt sie nun schon die Nachbarschaftshilfe. „Die Erna ist mein Notnagel“, sagt Küppers und klopft der Helferin lachend auf die Schulter. Und die betrachtet ihre neue Aufgabe als Berufung: „Ich sehe das als Ehrenamt an“, sagt Peege. Die finanzielle Aufwandsentschädigung, die jedem Helfer zusteht, sei für sie nebensächlich. Auf die Uhr schauen, das komme für sie nicht in Frage. „Schließlich bekommt man so viel an Dankbarkeit zurück.“

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Die Nachbarschaftshilfe

Schaftlach-Waakirchen gibt es seit 2009. Mitbegründerin und Einsatzleiterin ist von Beginn an Brigitte Küppers. Sie ist erreichbar unter 0 80 21 / 74 42.

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