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Schwere Arbeiten wie Holz aufschichten schafft Henni Höh alleine nicht mehr. Peter Rösch-Piotter von der Nachbarschaftshilfe packt gerne mit an.  

Spendenaktion „Leser helfen Lesern“

Wenn Helfer Hilfe brauchen

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Schaftlach - Henni und Peter Höh können vor ihrem Haus in Schaftlach nicht mehr selbst Schneeschaufeln. Das erledigt Peter Rösch-Piotter von der Nachbarschaftshilfe.  Die Geschichte einer Helferin, die auch selbst mal Hilfe braucht.

Der Weg hinauf zum Wohnhaus der Höhs in Schaftlach führt über Treppen und eine große Terrasse. Wenn da im Winter der Schnee liegt, gibt’s für Henni Höh und ihren Mann Peter kaum ein Durchkommen. Wenn der Schnee dazu noch nass ist, kriegen sie ihn nicht mal mit vereinten Kräften weg. Sie kämen nicht mehr runter zur Straße – wenn da nicht Peter Rösch-Piotter (62) von der Nachbarschaftshilfe des Diakonievereins wäre.

Henni Höhs Mann kann nicht mehr schwer heben, er ist krank. Und die zierliche Seniorin erst recht nicht. „Wir haben dringend Hilfe gebraucht“, sagt sie. Das war im Januar 2016. Seither kommt Rösch-Piotter ab und an vorbei und übernimmt die schweren Arbeiten wie Holz holen, Rasenmähen und im Winter eben Schneeräumen. Derweil ist eigentlich Henni Höh diejenige, die anderen hilft.

Die frühere Englischlehrerin organisiert als Helferin des Diakonievereins Tegernseer Tal mit Sitz in Gmund die Seniorennachmittage. Die Treffen sind beliebt und gehören zu den Aktivitäten der ehrenamtlichen Nachbarschaftshilfe unter dem Dach der Diakonie.

Mit dem Willen, im Notfall für den Nachbarn da zu sein, hat überhaupt alles begonnen. „Vor 50 Jahren ging mal eine Grippewelle durch Gmund“, erinnert sich Henni Höh. Das war im Winter 1962/63. Viele Menschen waren schwach und brauchten Hilfe. Im Ort wurde deshalb vereinbart, wer etwas brauche, der solle ein weißes Tuch ins Fenster hängen. Das war der Anfang, am 29. Januar 1963 wurde der Diakonieverein gegründet. „Nachbarschaftshilfe hat eine lange Tradition“, sagt sie.

Rösch-Piotter, eckige Brille, blauer Pulli, Dreitagebart, trägt der Seniorin gerade Holz die Treppen zur Haustür hoch. Er hilft ihr dabei, die Scheite ordentlich zu schichten. „Helfen gibt mir ein gutes Gefühl“, sagt er und lächelt zufrieden. Früher war der Gmunder Postbote und immer draußen unterwegs. Wenn jetzt jemand von der Nachbarschaftshilfe anruft und ihn braucht, muss er gar nicht erst nach der Adresse fragen. Er kennt eh die meisten.

Knapp fünf Jahre ist es her, dass Rösch-Piotter bei der Nachbarschaftshilfe angefangen hat. Er springt immer ein, wenn Not am Mann ist. Einkaufen, Arztbesuche, handwerkliche Arbeiten. Zu Henni Höh fährt er oft mit dem Zug, ein eigenes Auto hat er nicht. Mehr als ein paar Handschuhe braucht er ja nicht mitzunehmen. Das Holz, das er auf der Terrasse aufschichtet, braucht Henni Höh für den Ofen in der Wohnstube. Oben drauf stehen zig Teekessel, ein roter, ein silberner, ein blauer und einer mit Blumenbemalung. „Die sind für die Luftfeuchtigkeit“, sagt die Seniorin.

Neben dem Ofen hängen mehrere Fotos. Ein schwarzhaariger Bub ist darauf zu sehen. „Das ist unser Patenkind aus Jordanien“ sagt Henni Höh. Vor elf Jahren ist sie mit ihrem Sohn Daniel dorthin gereist. Der Pfarrer von Amman – der Partnergemeinde der Evangelischen Kirchen in Gmund, Tegernsee und Bad Wiessee – hatte sie eingeladen. Dessen Frau war zu der Zeit schwanger, als es ein Junge wurde, nannten sie ihn Daniel. Wie Henni Höhs Sohn. Erst vor drei Wochen ist die Schaftlacherin von einer Reise nach Jordanien zurückgekehrt.

Henni Höh ist eine aktive, agile Frau. Trotzdem kann sie manche Dinge allein nicht mehr stemmen. „Ich habe keine Scheu, selbst nach Hilfe zu fragen“, sagt sie. „Viele andere schon.“ Ihr Mann Peter zum Beispiel. Obwohl er nicht mehr fit ist, will er am Liebsten alles selbst machen. „Ich muss ihn immer überreden, dass wir jemanden anrufen.“ Spätestens wenn es wieder schneit, wird bei Rösch-Piotter das Telefon klingeln. Er kommt dann und hilft. Und Henni Höh kann weiter anderen helfen.

Alle Infos zu unserer Spendenaktion Leser helfen Lesern finden Sie hier.

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