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Grandiose Aussichten und vor allem attraktive Strecken für Mountainbiker gibt’s am Achensee in Österreich.

Zum abgewanderten Mountainbike-Festival

Was hat Achensee, was Tegernsee nicht hat?

Die Gmunder Agentur Flowmotion rührt die Werbetrommel für das MTB-Festival, das erstmals nicht mehr am Tegernsee, sondern am Achensee stattfindet. Zeit, eine wichtige Frage zu klären.

Rottach-Egern – Die Reaktionen waren heftig in der Mountainbike-Szene und Bevölkerung, als die Veranstalter im vergangenen Jahr definitiv das Aus für das Mountainbike-Festival am Tegernsee bekanntgaben. Nach 13 Jahren mit jährlich weit über 1000 Teilnehmern und vielen Zuschauern war 2016 definitiv Schluss. Immense Schwierigkeiten mit Grundbesitzern machten es unmöglich, langfristig ein attraktives und erstklassiges Netz anzubieten.

Angespornt von einer großen Fangemeinde, ließen sich die Veranstalter nicht einschüchtern. Sie traten kräftig in die Pedale und stellten ein neues MTB-Festival auf die Beine – am Achensee. Dieser Tage flatterte Fans schon der erste Newsletter ins digitale Postfach. Distanzen zwischen 30 und 96 Kilometern mit 690 bis 2650 Höhenmeter stehen zur Verfügung, erstmals sind alle vier Marathon-Strecken auch für E-Mountainbiker freigegeben. Ein Bergsprint-Rennen, ein Uphill-Contest, ein Kids-Bike-Cup, ein Laufrad-Rennen für Zwergerl sowie eine Mountainbike-Expo am Start- und Zielgelände in Achenkirch stehen im Programm. Erste Anmeldungen liegen der Agentur Flowmotion aus Gmund schon vor.

Warum sich die Agentur für den Achensee entschieden hat? „Fast alle Radwege am Achensee, auch die auf Privatgrund, sind ganzjährig für Mountainbiker ausgewiesen“, weiß Anja Freitag, die zusammen mit Florian Horsteiner Geschäftsführerin bei Flowmotion ist. „Das ist schon komfortabel und hat uns die Planung erleichtert.“ Das Team habe im Vorfeld alle Strecken abgeradelt und da und dort noch getüftelt, so Freitag. Das war’s. Flowmotion sei aber von Anfang an auf große Kooperationsbereitschaft gestoßen.

Ist das Bike-Festival fürs Tegernseer Tal damit komplett gestorben? „Vorerst schon“, sagt Freitag. Man müsse zunächst wieder „Boden gutmachen“ bei jenen Radlern, die nach der Absage enttäuscht waren. Außerdem gebe es derzeit keinen Ansatzpunkt, um das Thema Mountainbike am Tegernsee wieder voranzubringen. „Wir führen zumindest keine aktiven Gespräche, was den Ausbau des Wegenetzes betrifft.“

Hornsteiner war es, der einen 140 Kilometer langen Rundkurs um Tegernsee und Schliersee initiiert und dann in allen Tal-Gemeinden vorgestellt hatte. Das Vorhaben liegt inzwischen auf Eis. „Wir würden uns aber freuen, wenn sich wieder was bewegt“, sagt Freitag.

Christian Kausch, Geschäftsführer der Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT), muss einräumen, dass es „keine neuen Ansätze“ gibt. Er wolle das Thema Mountainbike-Strecken ganz in Ruhe angehen. „Dann werden vielleicht auch die Grundeigentümer wieder gesprächsbereit sein“, hofft er. Dann verweist der Tourismus-Profi noch auf ein bereits „großes Angebot an Strecken“, das die Fahrrad-Region aufweisen könne. „Wir sollten uns darauf besinnen, was wir schon haben, und nicht nur in Veranstaltungen denken“, findet Kausch.

Hin und wieder finde ein Gedanken-Austausch mit den Achenseern statt, sagt Kausch auf Nachfrage. „Schließlich wandern und radeln die Gäste ja auch über die Grenze.“ Zudem habe die Tegernsee Card, die Übernachtungsgästen zur Verfügung steht, auch Tiroler Attraktionen wie die Achenseebahn, Schloss Tratzberg und die Swarovski-Kristallwelten im Angebot. Sie sei ein EU-Projekt „und daher grenzüberschreitend“. Was die Mountainbiker des Festivals betrifft, so werden zumindest sie die Grenze überschreiten – und den Tegernsee heuer hinter sich lassen.

gr

Lesen Sie auch: Der Achenseer Tourismus-Chef über die Vorzüge seiner Region.

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