Bereit für den Abriss: Nach dem Auszug der Pizzeria wird sowohl dieses Gebäude als auch ein dahinter liegendes Haus abgerissen. Die Gemeinde Waakirchen hat das gesamte Anwesen gekauft.
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Die Gemeinde hat sowohl das ehemalige Pizzeria-Gebäude (Bild) als auch das rückwärtige Wohnhaus in Schaftlach gekauft und will es durch einen Neubau ersetzen.

Gemeinde will „einvernehmliche Lösung“

Nach Gebäude-Kauf in Schaftlach: Mieter müssen weichen

  • Gabi Werner
    VonGabi Werner
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Um die Zukunft des Areals selbst in der Hand zu haben, hat die Gemeinde das ehemalige Pizzeria-Gebäude am Schaftlacher Bahnhof gekauft. Der Abriss soll folgen, die Mieter müssen weichen.

Schaftlach – Lange wurde über die Zukunft des einstigen Pizzeria-Gebäudes am Schaftlacher Bahnhof spekuliert. Vor wenigen Wochen nun verkündete das Waakirchner Rathaus: Die Gemeinde hat den kompletten Gebäudekomplex am Michael-Schreiber-Weg – neben der früheren Gaststätte von Romolo Marchetti ist dies auch ein rückwärtiges Wohngebäude – gekauft. Die Gemeinde will das marode Anwesen abreißen und durch einen Neubau mit Gastwirtschaft und bezahlbaren Wohnungen ersetzen. Eine frohe Kunde – dennoch gibt es einen Wermutstropfen: Die Mieter, die derzeit noch in dem rückseitigen Gebäudeteil leben, müssen erst einmal weichen.

Gemeinde hat den Mietern Ersatzwohnungen angeboten

„Die Mieter waren teilweise nicht sehr erfreut über das Ganze“, räumt Rathaus-Geschäftsführer Markus Liebl ein. Vier oder fünf Parteien gebe es derzeit noch in dem Gebäude, die Gemeinde habe bereits Gespräche mit den Bewohnern geführt, berichtet Liebl. „Wir wollen eine einvernehmliche Lösung finden“, versichert er. So sei den Betroffenen, darunter auch Familien, nicht nur angeboten worden, vorläufig in anderen gemeindlichen Wohnungen unterzukommen, sondern auch in die dann neu gebauten Einheiten am Michael-Schreiber-Weg zurückzuziehen. Die Crux an der Sache: Die offerierten Ersatzwohnungen liegen nicht in Schaftlach, sondern überwiegend in Marienstein – und haben damit keine Anbindung mehr zum Bahnhof. Für einige Mieter, die kein Auto hätten, sei das ein Problem, erläutert Liebl.

Rathaus-Geschäftsführer: Gebäude ist nicht sanierungsfähig

Er betont aber auch: Es sei ohnehin absehbar gewesen, dass die Mieter in dem jetzigen Wohnhaus nicht ewig bleiben könnten. „Das Gebäude ist nicht mehr sanierungsfähig“, erklärt Liebl. Es komme daher nichts anderes als ein Neubau in Frage. Der Rathaus-Geschäftsleiter gibt zu bedenken, dass auch ein privater Investor das Gebäude hätte kaufen können – und der wäre vermutlich weniger rücksichtsvoll mit den Mietern umgesprungen. Liebl versichert: Die Bewohner sollen genügend Zeit haben, sich neu zu orientieren. Die Gemeinde werde hier nichts übers Knie brechen.

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