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Der Wirt von Hauserdörfl - und seine traurige Geschichte

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Von: Gerti Reichl

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Nachruf auf Alfons Knabl: Der Wirt von Hauserdörfl - und seine traurige Geschichte
Alfons Knabl (†), Metzgermeister und Gastwirt © Familie Knabl

Hauserdörfl – Alfons Knabl gab alles für seinen Gasthof - aber die Geschichte des Familienbetriebs in Hauserdörfl endete tragisch - und doch geht die Wirte-Dynastie weiter. Ein Nachruf.

Abends der Letzte, morgens der Erste. Alfons, den alle „Fonsi“ nannten, war Metzgermeister und Gastwirt mit Leib und Seele, der weiße Kittel sein Markenzeichen, die Herstellung von Weißwürsten, Schinken und Leberkäs seine Spezialität. Schon seine Vorfahren waren Metzger, auch der Sohn erlernte den Beruf.

In Hauserdörfl kam Alfons zur Welt, wuchs hinein in den Wirtshausbetrieb. Nach einer Zwischenstation im Louisenthal, wo er aus der Kantine der Papierfabrik eine öffentliche Gaststätte mit Metzgerei machte, kehrte Alfons zurück nach Hauserdörfl und übernahm den Besitz. „Er war streng, aber unheimlich gesellig“, erzählt sein Sohn Thomas. Gerne holte er die Ziehharmonika heraus und unterhielt den Stammtisch.

Die Familiengeschichte ist eher ein trauriges Kapitel: Die zweite Ehe war glücklos, das Geschäft litt zusehends, und so gingen 2012 im verschuldeten Gasthaus die Lichter aus. Ein Jahr später ersteigerte Unternehmer Sebastian Hiergeist, ein naher Verwandter, das Anwesen und zog ein Wohnprojekt in die Höhe. Sohn Thomas, der die Knabl-Tradition als Wirt der Alten Schmiede in Dürnbach fortführt, kümmerte sich zuletzt viele Jahre um seinen Vater. Eine Demenz raubte ihm zusehends die Kräfte, bis in der Seniorenresidenz Wallberg nach 75 Lebensjahren ein einst so starkes Herz zu schlagen aufhörte.

gr

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