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Die leuchtenden Farben auf seinen Bildern spiegeln die positive Lebenseinstellung des Künstlers wider. Am 13. Februar ist Waki Zöllner im Alter von 79 Jahren gestorben.

Nachruf auf ein bewegtes Leben

Künstler Waki Zöllner ist gestorben

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Gmund - Ein umtriebiger Künstler vom Tegernsee hat uns verlassen: Waki Zöllner aus Gmund ist am 13. Februar im Alter von 79 Jahren gestorben. Er hinterlässt ein erstaunliches Werk.

Würde man Waki Zöllner in eine künstlerische Kategorie einordnen wollen, man würde wohl gnadenlos scheitern: Zu vielfältig, zu umtriebig und auch zu exzentrisch waren das Schaffen und das Leben des Waki Zöllner. Am 13. Februar ist dieses bewegte Leben zu Ende gegangen: Der Bildhauer und Maler, der seit 1980 in Gmund lebte und dort ein Atelier besaß, starb im Alter von 79 Jahren. Er hinterlässt ein erstaunliches Werk.

1965 beginnt Zöllner damit, Skulpturen aus Acrylglas zu schaffen. Er ist einer der Ersten überhaupt, der mit diesem Material experimentiert. Einige der Plastiken sind noch heute in Museen zu finden: im Lehmbruck-Museum von Duisburg etwa, in der Münchner Pinakothek der Moderne und im Modern Art Museum in New York. Aufmerksamkeit über die Landesgrenzen hinaus erregt der Künstler, als er über mehrere Jahre hinweg den riesigen Fiberglas-Rundschwimmkörper „Atoll“ konzipiert und baut. Diese Groß-Skulptur, vorgesehen als Fischfarm, bringt ihm einen Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde ein. All das ist aber nur ein Schlaglicht aus dem Leben des Waki Zöllner, lässt nur einen kleinen Rückschluss auf seine vielseitige Persönlichkeit zu.

Geboren wird Zöllner 1935 in Rattenberg im Bayerischen Wald. Nach dem Abitur belegt er an der Ludwig-Maximilians-Universität in München die Fächer Philosophie, Kunstgeschichte und Archäologie und beginnt an der Akademie der Schönen Künste mit dem Studium der Bildhauerei und Malerei. Besonders Letzteres eigne sich dafür, „zum Wohlbefinden des Einzelnen beizutragen“, sagte der Künstler einmal. Dennoch kehrt Zöllner, der sein ganzes Leben lang seinen Spitznamen Waki behielt, erst im Alter zur Acrylmalerei zurück. Die Farben seiner Bilder leuchten, so schrieb 2012 ein Autor im Tegernseer Tal Heft, „als hätte sie ein Junger auf die Leinwand gebracht“. Seine Bilder zeugen von der positiven Lebenseinstellung des Künstlers.

Die Beteiligung an internationalen Ausstellungen und Großaufträge wie die Gestaltung des BMW-Museums in München sind das eine, die Verbundenheit zu seiner Wahlheimat, dem Tegernsee, das andere. „Er hat die Gegend hier geliebt“, erzählt seine Frau Erika Zöllner, wegen der es den Künstler 1980 nach Gmund verschlägt. Schon bald beteiligt sich der international geschätzte Künstler an regionalen Ausstellungen, ein von ihm gestalteter Brunnen steht in der Raiffeisenbank von Gmund. Zum Schluss, sagt seine Witwe, kann er aus gesundheitlichen Gründen keine Plastiken aus Kunststoff mehr fertigen, stattdessen besinnt er sich auf die Malerei. Bis zu jenem Silvestertag 2014, als ein Schlaganfall den Gmunder in die Knie zwingt. Sechs Wochen später stirbt er.

Zöllner hinterlässt neben seiner Frau Erika auch einen leiblichen Sohn, einen Stiefsohn, eine Stieftochter und einige Enkelkinder. „Kinder hat er sehr geliebt, und sie haben ihn geliebt“, erzählt Erika Zöllner. Das mag auch daran liegen, dass sich der Waki sein kindliches Gemüt stets bewahrt hat.

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