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Das Josefsheim dient weiterhin als Pfarrheim. Der Pachtvertrag wurde bis Ende 2018 verlängert. 

Wegen zu hoher Kosten

Ordinariat schmettert Wiesseer Pfarrheim-Pläne ab

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Ein Saal, Räume für die Jugend: Das soll das Wiesseer Pfarrheim bieten. Drei Millionen Euro würde es kosten. Zu teuer, findet das Erzbischöfliche Ordinariat. Es hat die Planung abgeschmettert. 

Bad Wiessee „Bad Wiessee hatte noch nie ein Pfarrheim“, sagt Pfarrer Wieland Steinmetz. Jedenfalls keines, das bietet, was in anderen Gemeinde selbstverständlich ist. „Wir brauchen einen Saal für 80 bis 100 Leute und auch einen Bereich für die Jugend“, meint Kirchenpfleger Herbert Stadler.

All das ist im Josefsheim nicht vorhanden. Das einst als Wohnhaus errichtete Gebäude dient der Pfarrei als Treff, lässt aber viel vermissen. „Der große

Raum geht ums Eck, das ist total unpraktisch“, schildert Stadler. Wenn Tische aufgestellt sind, passen höchstens 35 Personen hinein. Zu wenig, um schöne Veranstaltungen anbieten zu können. „Das war immer nur ein Provisorium“, macht Pfarrer Steinmetz klar.

Ein Notbehelf, der längst Geschichte sein sollte. Wie berichtet, ist ein Grundstück fürs neue Pfarrheim gekauft, und auch die Planung steht. Was fehlt, ist die Bereitschaft des Erzbischöflichen Ordinariats, den Bau zu finanzieren. „Wir können die Pläne so nicht genehmigen“, erklärt Bettina Göbner als Sprecherin des Ordinariats. Das Pfarrheim sei für eine Gemeinde in der Größenordnung von Bad Wiessee zu groß. Ein Urteil, das auf klaren Richtlinien fußt, wie Göbner versichert. „Wir können für Bad Wiessee keine Ausnahme machen.“

Den Vorwurf, die Pfarrei habe zu groß geplant, kann Steinmetz nicht nachvollziehen. Der Bau koste drei Millionen Euro. Im Vergleich zu dem, was in anderen Gemeinden allein für die Sanierung von Pfarrheimen ausgegeben werde, sei das nicht zu viel. Schon gar nicht, wenn man bedenke, dass die Pfarrgemeinde sich über so viel Jahre hinweg mit dem Josefsheim begnügt habe: „Durch diese Art des Wirtschaftens haben wir dem Ordinariat jahrzehntelang viel Geld gespart.“

Vor allem aber passt Bad Wiessee als Kurort nach Auffassung der Pfarrgemeinde nicht ganz ins Raster. „Wir haben die meisten Übernachtungen im ganzen Landkreis“, erinnert Stadler. Es gebe auch eine Kurseelsorge. Für Urlaubsgäste seien die kirchlichen Veranstaltungen durchaus interessant. Darum brauche die Pfarrei entsprechende Räumlichkeiten.

„Leider geht man auf unsere Argumente nicht ein“, bedauert Steinmetz. Die Gespräche mit den Vertretern des Ordinariats sind ins Stocken geraten. „Nachdem unser Konzept verworfen wurde, haben wir drei Anfragen gestellt – und keine Antwort erhalten“, schildert Steinmetz. Die Pfarrgemeinde habe jedoch eine „kleine Aussicht“, demnächst einen Adressaten für ihr Anliegen zu finden.

Die fertigen Pläne einfach so fallen zu lassen und ein kleineres Haus zu bauen, kommt vorerst nicht in Frage. Die Verantwortlichen kämpfen um ein Domizil, das der Pfarrgemeinde neue Möglichkeiten eröffnet. „Es soll ja nichts Palastähnliches werden“, betont Stadler. Es gehe nur darum, Raum für eine lebendige Gemeinde zu schaffen. Das vom Ordinariat zu diesem Zweck erworbene Grundstück an der Dr.-Scheid-Straße sei ja auch groß genug. „Das hat 3000 Quadratmeter.“

Angesichts der verfahrenen Situation dürfte der erste Spatenstich noch auf sich warten lassen. Dabei hatten die Schwestern des Dritten Ordens des Heiligen Dominikus aus Speyer den Pachtvertrag fürs Josefsheimschon zum Jahresende 2016 gekündigt. Die Schwestern wollen ihr Eigentum dort versilbern. Doch auch dies erweist sich als schwierig. Die Gemeinde hat ein Vorkaufsrecht, die Verhandlungen laufen äußerst zäh. Die Schwestern haben den Pachtvertrag mit der Pfarrei darum erneut verlängert: bis zum Jahresende 2018. Stadler hofft, dass bis dahin der Start des Neubaus in trockenen Tüchern ist: „Wir müssen aus dem Stillstand herauskommen.“

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