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Jetzt schnalzt’s: Die Goaßlschnalzer traten auf dem Winter-Seefest maskiert auf.

5000 Besucher in Rottach-Egern

Frühlingshaftes Winter-Seefest 

Prosecco statt Glühwein, Eiscreme statt Gulaschsuppe: Bei Temperaturen bis zu 17 Grad geriet das 3. Winter-Seefest am Sonntag in Rottach-Egern geradezu zum Frühlingsfest. Rund 5000 Gäste kamen dazu an den Tegernsee.

Rottach-Egern – Der Ort war voll am Sonntag: Entlang der Rottacher See- und Hauptstraße tummelten sich die Gäste und Tagesausflügler beim Shopping, saßen vor den Cafés und Eisdielen und fanden sich pünktlich um 13 Uhr an der Seepromenade zum Start des Winter-Seefests zum Mittagssnack ein. Mit Nachwuchs im Buggy oder auf Hoverboards, mit Zamperl an der Leine oder auf dem Radl strömten Alt und Jung in den Kurpark, als Die Goldrieder aus Osttirol mit Polka, Landler und Walzer aufspielten – so schwungvoll, dass einige Besucher auch gleich zu tanzen begannen. Andere saßen sonnenbebrillt und mit einem Glas Prosecco oder Champagner in der Sonne oder gönnten sich eine Bratwurst- oder Raclettesemmel, feines Hirschgulasch mit Knödel und Preiselbeeren oder raffiniert gefüllte Faschingskrapfen.

Die Zeichen für einen entspannten Nachmittag, wie ihn Bürgermeister Christian Köck allen Besuchern bei seiner Ansprache im Pavillon wünschte, standen von Anfang an extrem gut. Köcks Dank galt deshalb den Wirten und Vereinen, welche an ihren Ständen Winterschmankerl anboten, dem Organisationsteam der Tourist-Information Rottach-Egern und dem Bauhof, die so viele Sitz- und Verweilgelegenheiten geschaffen hatten.

Vergängliche Kunstwerke formte Eisschnitzer Christian Staber mit Motorsäge und Meißel aus Eisblöcken.

Zu den Attraktionen zählte der Eisschnitzer Christian Staber aus Nußdorf am Inn. „Ich bin zum dritten Mal hier, und es macht jedes Mal Spaß“, erzählte er, während vor allem Kinder um ihn herum standen und rätselten, was er mit Kettensäge und diversen Meißeln aus den Eisquadern zaubern würde. Passend zum Seefest waren das ein springender Fisch, ein Schwan und ein Schifferl. Wer Glück hatte, durfte sich bei Staber auch etwas wünschen. Insgesamt fertigte der Nußdorfer gestern sechs Eisskulpturen, die teils weiß, teils transparent glitzerten.

Auf der anderen Seite der Kuranlage schwang derweil Holzschnitzer Markus Trinkl aus Bad Wiessee seine Kettensägen um einen riesigen Baumstamm herum. „Des werd a wuide Kiste“, verriet er. Die Gemeinde habe sich eine Perchtenmaske gewünscht. Und so schälte Trinkl mit sichtlich viel Vergnügen und mit einem Lachen in Richtung von zwei Buben, die wissen wollten, ob er den Osterhasen schnitzen wolle, eine gruselige Fratze aus dem Stamm. Grusel-Gesichter, aber auch Prinzessinnen mit zartem Glitzer-Make-Up gab es beim Kinderschminken und beim Malwettbewerb zu sehen.

Bei dem Angebot und den angenehm milden Temperaturen zog es kaum jemanden schnell heim, sodass viele Besucher blieben, bis am Warmbad das Feuerwerk gezündet wurde, sobald es einigermaßen dunkel war – diesmal kein herkömmliches Brillantfeuerwerk, sondern ein leiseres, untermalt von klassischer Musik.

Von Alexandra Korimorth

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