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Am Rottach-Damm fällt ein Baum nach dem anderen. 

An der Rottach

Abholzaktion schockt Anwohner

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Rottach-Egern - Am Ufer der Rottach und hinter dem Damm fallen massenhaft Bäume. "Muss das sein?", fragen sich viele Anwohner empört.

Am Ufer der Rottach fällt ein Baum nach dem anderen. Jetzt auch hinter dem Damm, was die Beobachter überrascht. Bei Angela Brogsitter-Finck, Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal (SGT), klingelte das Telefon deshalb am Dienstag Sturm. „Einfach entsetzlich“, findet Brogsitter-Finck das Ausmaß der vom Wasserwirtschaftsamt Rosenheim veranlassten Abholzaktion. 

„Man erschrickt schon“, räumt Bauamtsleiterin Christine Obermüller ein. Auch im Rathaus fragte eine Anwohnerin nach, warum massenhaft Bäume weichen müssen. Die Antwort ist: Es handelt sich um die Vorbereitung des Rottach-Ausbaus für den Hochwasserschutz. Der sollte laut Ankündigung der Wasserwirtschaftsamts eigentlich erst im Herbst beginnen. Doch jetzt geht alles ein wenig schneller, wie Behördenleiter Paul Geisenhofer erklärt. Das Landratsamt Miesbach habe den Ausbau mit Bescheid vom 15. Februar genehmigt. „Jetzt wollen wir keine Zeit verlieren“, erklärt Geisenhofer. Bäume fällen dürfe das Amt auch nur bis zum 1. März und dann erst wieder ab Oktober. Mit den eigentlichen Arbeiten zum Rottach-Ausbau werde das Amt dann im Lauf des Jahres beginnen.

Ärger hatte es zuletzt im Januar gegeben, als das Wasserwirtschaftsamt die Gewässersohle der Rottach unterhalb der Brücke an der Kühzaglstraße sanierte. Damals holte Baumschützer Fred Huber sogar die Polizei. Der Protest blieb erfolglos: Es handelte sich um eine angekündigte Maßnahme zur Gewässerunterhaltung. Mit dem Ausbau zum Hochwasserschutz hatte die nun abgeschlossene Sanierung nichts zu tun, doch gehen die Arbeiten am Fluss nahtlos weiter. 

Der Rottach-Ausbau ist eine gigantische Maßnahme. Vom Seeforum bis zum Birkenmoos wird das Ufer gesichert. Dabei werden auch die Deiche neu angelegt und erhöht - darum die Fällungen hinter dem Deich. Wann die Arbeiten abgeschlossen sind, konnte Geisenhofer gestern nicht sagen. Klar ist: Es müssen noch viele Bäume dem Hochwasserschutz weichen.

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