Im Alter von 84 Jahren gestorben

Abschied von Simon Adlbert: Ein leidenschaftlicher Kämpfer für die Heimat

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Simon Adlbert, leidenschaftlicher Landwirt, Rinderzüchter, Almbauer und Trachtler, ist im Alter von 84 Jahren verstorben. Rottach-Egern nimmt Abschied.

Rottach-Egern – Simon Adlbert, der Lori-Simä, ist heimgegangen, kurz vor seinem 85. Geburtstag und nur drei Wochen nach dem Tod seiner Frau Katharina. 57 Jahre lang waren die beiden verheiratet, zusammen haben sie zwei Höfe mit viel Freude und Leidenschaft bewirtschaftet. „Mein Vater war ein Vollblutbauer“, sagt sein Sohn, der den Namen des Vaters trägt und auch sonst ganz in seine Fußstapfen getreten ist. „Wir waren ein Team.“

Simon Adlbert (†)

Den Lori-Hof in Hagrain hatte Simon Adlbert als ältester Sohn von seinem Vater geerbt, seine Frau Katharina brachte den Daibler-Hof in der Wolfsgrub mit in die Ehe. Das Paar teilte die Liebe zur Viehzucht, baute eine stattliche Fleckviehherde auf und heimste viele hochrangige Züchterpreise ein. Adlbert hatte ein Auge für Tiere, war 40 Jahre lang Mitglied der Körkommission des Zuchtverbands Miesbach. Von 1997 bis 2002 führte er den Zuchtverband sogar als Vorsitzender.

Ein großherziger Mann und ein Kämpfer für die Heimat

Das Amt war ihm zugewachsen, wie so viele andere Posten. Adlbert war Gemeinde- und Kreisrat, Vize-Bürgermeister von Rottach-Egern, Bauern-Obmann, Mitglied in fast allen Ortsvereinen. Vor allem war er ein großherziger Mann mit unendlich viel Energie, ein leidenschaftlicher Kämpfer für die Heimat und dabei ein bescheidener Mensch, der anderen zur Seite stand. Damit der Trachtenverein Wallberger, der Skiclub und die Gebirgsschützen eine Heimat bekommen, überließ er den Vereinen eine wunderbar gelegene Fläche am Lori-Feichta für ihre Vereinshütten. In Erbpacht – verkauft wurde nichts. Seitdem ist der Lori-Feichta. zu Adlberts Lori-Hof gehörend, der Ort, an dem Waldfeste und noch viel mehr stattfinden können.

Miteinander fröhlich sein, das hat der Lori-Simmä von Kindheit an genossen. Als junger Mann war er Vorplattler, beherrschte schwierigste Figurentänze wie den Dreisteirer. Er war ein begnadeter Redner, der mit seinem verschmitzten Humor die Herzen gewann. Bei den Wahlen war er oft Stimmenkönig, sein Bekanntenkreis riesig. Aber Adlbert konnte auch streiten. Mit aller Macht wetterte er gegen die Verbauung des Tegernseer Tals, kämpfte um den Erhalt seiner geliebten Heimat. „Die schönsten Sachen kann man sich nicht kaufen“, gab er seinem Sohn mit auf den Weg.

Adlbert bekam den Ehrenbrief der Gemeinde Rottach-Egern

Adlbert stritt auch für den Bergwald, war 29 Jahre lang Jagdvorsteher in Rottach-Egern. Um den Wald vor Verbiss zu schützen, setzte er ab 1999 die Eigenbewirtschaftung der Jagd durch. Die schwere Waldarbeit kannte er von Kindheit an, die Pflege seines Forstes lag ihm besonders am Herzen. Und auch die Almerei. 1974 gelang es ihm, Almrechte am Wallberg zu kaufen. Sein Sohn führt auch dieses Erbe fort: Er ist Bezirksalmbauer.

Die Gemeinde Rottach-Egern verlieh Adlbert 2004 den Ehrenbrief. Er würdigt seinen vorbildlichen, jahrzehntelangen Einsatz für Heimat und Brauchtum und zum Wohle der Gemeinde, der Vereine und Verbände sowie insbesondere für die Belange der Landwirtschaft, wie Bürgermeister Christian Köck erinnert: „Sein selbstloses Wirken, sein Fleiß und seine Bescheidenheit machten ihn zu einer Persönlichkeit, die wir in unserer Mitte schmerzlich vermissen werden.“

Noch im Herbst waren Vater und Sohn Adlbert gemeinsam mit den Pferden unterwegs – eine kleine Haflingerzucht gehört zum Betrieb. Über den Winter schwanden die Kräfte des Seniors. „Er ist friedlich eingeschlafen“, sagt der Sohn. Begraben wird Simon Adlbert am Donnerstag, 23. Februar, im Rottacher Kirchenfriedhof. Der Seelengottesdienst beginnt um 10.30 Uhr in der Pfarrkirche Egern.

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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