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Glockenreiner Gesang: Der Seeleitn Dreig’sang, begleitet von Roman Messerer an der Zither, war eine von drei Gruppen, die beim ausverkauften Heimatabend im Rottacher Seeforum das Publikum in ihren Bann zogen.

Abschluss Rottacher Kunst- und Kulturwoche

Volksmusik, die das Herz berührt

Rottach-Egern - Zum Ausklang der Rottacher Kunst- und Kulturwoche gab’s Volksmusik vom Feinsten. Der Seeleitn Dreig’sang, die Frasdorfer Tanzlmusi und das Harfentrio Fischer-Schauer verzauberten das Publikum.

Drei Gruppen, das ist für einen Heimatabend nicht viel. Doch der Rottacher Kulturverein habe sich bewusst entschieden, dieses Jahr zum Abschluss der Kulturwoche nur diese drei und nicht mehr einzuladen, erklärte die Vorsitzende Gabriele Schultes-Jaskolla. Denn so bekomme man von den Einzelnen mehr zu hören als nur ein paar Stücke. Das Konzept ging voll auf, boten doch der Seeleitn Dreig’sang, die Frasdorfer Tanzlmusi und das Harfentrio Fischer-Schauer einzeln und in ihrer Gesamtheit ein stimmungsvolles, abwechslungsreiches und musikalisch hochwertiges Programm, das von Siegi Götze vortrefflich moderiert wurde.

Unter dem Motto „Heiraten daad i gern“ drehte sich alles um die Liebe, um die erste ebenso wie um die lebenslange oder auch die unerwiderte. Klar, dass so manches heimatromantische Klischee bedient wurde, aber wenn der Seeleitn Dreig’sang etwa „Kimm, geh eina, mei Bua“ intonierte, wurde es still im Publikum. Antonia Grauvogl, Fanny und Hannal Höllwart zogen es mit ihrem glockenreinen dreistimmigen Gesang in ihren Bann. Bei „Der oane Summa is ma nia vergessen“ entfuhr einer Besucherin ein spontanes „wunderbar!“. Roman Messerer begleitete das Trio einfühlsam auf der Zither. Konrad Anna (Flügelhorn), Peter Boschner (Flügelhorn), Wolfgang Kink (Tenorhorn), Franz Osterhammer (Tuba), Rupert Schauer (Ziach) und Josef Fischer (Harfe) bilden die Frasdorfer Tanzlmusi, die als erstes Volksmusikensemble den Rosenheimer Kulturpreis erhielt. Mit ihrem klaren Spiel und einem eigenen unverwechselbaren Klangbild sorgten sie für den nötigen Schwung und eine sorglose Leichtigkeit. Sie beherrschen das Spielerisch-Tänzerische ebenso wie das Festlich-Getragene, wie’s halt auf einer richtigen Hochzeit so zugeht. 

Sie glänzten mit Polkas, Landlern und Walzern wie „Schöne Erinnerungen“, ein Stück, das in Melodie, Harmonie und Rhythmus die schöne Heimat widerspiegelt. Das Harfentrio Fischer-Schauer mit Rupert Schauer, Sepp Fischer und Sohn Hannes war für die leiseren Saitentöne verantwortlich. Wie an einer Perlenschnur aufgereiht, erzeugten sie auf den von Hannes Fischer selbst gebauten Instrumenten etwa mit „Chiemgauer Harfengrüße“, „In der Sonnleiten“ oder „Tiroler Herzen“ einen aus tausenden von Einzeltönen verwobenen Wohlklang, der dem Abend eine ganz besondere, weil stille und fragile Note verlieh. „Da muss man schon weit rumfahren in Bayern, um das zu finden: drei Mannsbilder zusammen an der Harfe“ stellte Siegi Götze fest, der mehr war als ein Moderator. Der erfahrene Hochzeitslader und Kenner des Brauchtums führte souverän, sachkundig und humorvoll durchs Programm, das ohne ihn nur halb so gelungen gewesen wäre: Er verband mit angenehmer Stimme die einzelnen Darbietungen geschickt miteinander und steuerte interessante und witzige Anekdoten übers Heiraten bei. 

Götze erzählte Witze, erklärte Historisches, zitierte Karl Stieler und Wilhelm Busch. Er war der Dreh- und Angelpunkt, bei dem alles zusammenlief, dem man gern zuhörte und der das Publikum zum Singen brachte. Und er gab ihm etwas auf den Weg: „Lasst’s Eich ned drausbringa von unserer damischen Welt – es werd scho wieder.“

Reinhold Schmid

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