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Ärger über Schwarzbau in Rottach-Egern: Holzhütte im Außenbereich soll wieder weg

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Von: Alexandra Korimorth

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Stein des Anstoßes: Im Ortsteil Berg wurde diese Holzhütte ohne Genehmigung errichtet.
Stein des Anstoßes: Im Ortsteil Berg wurde diese Holzhütte ohne Genehmigung errichtet. © Thomas Plettenberg

Der Bau einer Holzhütte im Außenbereich erhitzte jetzt die Gemüter im Rottacher Ortsplanungsausschuss. Die Gemeinde möchte erreichen, dass der Schwarzbau im Ortsteil Berg wieder wegkommt.

Rottach-Egern – Der Ärger mit Bauwerbern im kleinen Weiler Berg in Rottach-Egern scheint nicht abzureißen. Vor vier Wochen hatten sich die Gemeinderäte noch ziemlich gefasst für die Ortsbesichtigung bei einer neu gebauten Holzhütte im Außenbereich ausgesprochen. Nachdem diese nun stattgefunden hatte, war der Unmut groß. Vor allem bei Bürgermeister Christian Köck (CSU), der sich einmal mehr zu einer gehörigen Standpauke veranlasst sah. Die Hütte war nicht nur ohne Genehmigung errichtet worden, sondern der „Lagerschuppen“ war während des Baus auch kurzerhand umfunktioniert worden.

„Lagerschuppen“ hat ein Untergeschoss und sanitäre Anlage

Köck zählte die Steine des Anstoßes auf: So haben unerlaubte Geländeabgrabungen stattgefunden, so dass ein Untergeschoss entstanden ist. Zudem wurden eine untypische Betonplatte gegossen und eine sanitäre Einrichtung installiert. Kurzum: Es wurde ohne Genehmigung ein kleines Häuschen im Außenbereich errichtet.

Bauwerber will Gemeinde übergehen, Bürgermeister ärgert sich

Fast noch mehr als über den Bau selbst, den der Bauherr nun durch einen Tekturantrag nachträglich genehmigen lassen wollte, ärgerte Köck die Tatsache, dass der Bauwerber bei dem Verfahren versucht habe, die Genehmigung an der Gemeinde vorbei direkt vom Landratsamt zu bekommen. „Es ist immer dienlich, vorher mit der Gemeinde zu sprechen und Behörden nicht mir nichts dir nichts vor vollendete Tatsachen zu stellen“, monierte der Bürgermeister. Köck forderte, dass solchem Vorgehen grundsätzlich Einhalt geboten werden müsse. „Da werden in der Hoffnung, dass keiner etwas merkt, Dinge einfach widerrechtlich errichtet“, sagte Köck kopfschüttelnd. „Aber wir spannen es doch.“ Das örtliche Bauamt habe schließlich einen guten Überblick über die Entwicklungen im Ort.

Landratsamt und Ausschuss lehnen Tekturantrag ab

Auch das Landratsamt sei aufmerksam gewesen und habe seine Zustimmung nicht erteilt, berichtete Köck. Der Rathaus-Chef plädierte im Ausschuss dafür, den so genannten Tekturantrag ebenfalls abzulehnen und notfalls auch gerichtlich dafür zu kämpfen, dass der Bauwerber diese zweigeschossige Holzhütte wieder zurückbauen müsse.

Das Gremium folgte dem Appell des Bürgermeisters einstimmig – und tat seine Ablehnung mal mit mehr, mal mit weniger Entrüstung kund. Während Florian Baier (CSU) von einer „Unverschämtheit“ sprach, „die so gar nicht geht“, befand Alexander von Schoeler (Grüne) relativ emotionslos: „Es ist aus drei Gründen keine Zustimmung möglich: erstens wegen des Außenbereichs, zweitens wegen der empfindlichen Lage, drittens wegen der Vorgehensweise.“

ak

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