Herzinfarkt: Bundestagsabgeordneter Alexander Radwan erholt sich
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Auf dem Weg der Besserung: Alexander Radwan am Donnerstag im Garten seines Hauses in Rottach-Egern.

„Mit blauen Auge davongekommen“

Herzinfarkt: Bundestagsabgeordneter Alexander Radwan erholt sich

  • Stephen Hank
    vonStephen Hank
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Der CSU-Bundestagsabgeordnete Alexander Radwan (55) aus Rottach-Egern hat einen Herzinfarkt erlitten. Er wird sich vollständig  erholen – weil er richtig reagiert hat. 

Rottach-Egern – Alexander Radwan klingt wie eh und je. Nichts ist zu spüren von den massiven gesundheitlichen Problemen, die er vor wenigen Tagen hatte. Er schildert die Vorkommnisse gewohnt nüchtern. Gerade so, als analysiere er eine politische Entscheidung. Dabei hätte ihn der Vorfall bei längerem Zögern in große Lebensgefahr gebracht. „Ich bin“, sagt er, „mit einem blauen Auge davongekommen.“ Von einem „Streifschuss“ sprach einer der Ärzte.

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Günter Pilz hatte Bereitschaftsdienst, als Alexander Radwan mit Herzbeschwerden ins Krankenhaus eingeliefert wurde. In unserem Interview erklärt er, warum Radwan richtig gehandelt hat - und warum das derzeit leider weniger Menschen tun als sonst.

Bundestagsabgeordnete Alexander Radwan (55) erholt sich nach Herzinfarkt

Es war am 13. Juni, der Samstag vor einer Woche. Radwan hatte tags zuvor mit seiner Partnerin eine längere Mountainbiketour unternommen, musste sein E-Bike da schon phasenweise immer wieder schieben. „Mir ging die Luft aus“, berichtet er. Am nächsten Morgen spürte er massiven Druck im Brustbereich – Schmerzen, die er bis dato nicht kannte. Mit einem Muskelkater war das nicht mehr zu erklären, seine Partnerin rief sofort den Notarzt. Da war es 8 Uhr.

Die folgenden zwei Stunden nahm Radwan nur im Medikamentennebel wahr. Der Rettungswagen brachte ihn ins Krankenhaus Agatharied, dort ging es direkt weiter in die Kardiologie. Im Herzkatheter hatte Chefarzt Günter Pilz das Problem rasch ausgemacht: Eine der drei Herzschlagadern war verschlossen. Der Professor weitete die Engstelle, setzte einen Stent – also ein Metallröhrchen, das das Blutgefäß offen hält. Gegen 10 Uhr war der Eingriff unter örtlicher Betäubung erledigt.

Mit gesundheitlichen Einschränkungen wegen des Vorfalls hat der Bundestagsabgeordnete nicht zu rechnen. Seine Perspektiven seien „hervorragend“, berichtet er erleichtert. Dank des schnellen Eingreifens der Ärzte habe die volle Leistungsfähigkeit des Herzens erhalten werden können. Eine regelmäßige Nachsorge ist freilich erforderlich.

Frühere Anzeichen auf einen Herzinfarkt gab es nicht. „Die Radtour war nicht der Auslöser, so etwas baut sich über längere Zeit auf“, sagt Radwan und ergänzt selbstkritisch: „Ich habe ja 40 Jahre lang nicht gerade gesund gelebt.“ Der Rottacher war seit seiner frühen Kindheit übergewichtig, hatte dann vor sechs Jahren durch die Umstellung seiner Ernährung massiv abgenommen. „Ich war ein richtiger Kohlenhydrate-Junkie“, gestand er damals.

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Die Entscheidung, vor knapp zwei Wochen sofort den Notarzt zu rufen, hat Radwan nie infrage gestellt. „Ich kann nun aus eigener Erfahrung berichten, dass man in solchen Fällen keinen Moment zögern sollte“, erzählt der 55-Jährige. Gleichwohl weiß er, dass in der derzeitigen Corona-Krise genau das viele Menschen tun. So ist die Zahl der Notfallpatienten in deutschen Krankenhäusern wegen der Pandemie deutlich zurückgegangen. „Der Schaden, der durch zögerliches Verhalten eintritt, ist größer als die Wahrscheinlichkeit, sich im Krankenhaus mit dem Coronavirus zu infizieren“, sagt Radwan, der seine ganz persönliche Krankengeschichte aus diesem Grund jetzt auch öffentlich gemacht hat: „Die Rettungskette funktioniert hervorragend, unser Gesundheitssystem ist sehr leistungsfähig.“

Angst habe er während der kritischen zwei Stunden nicht verspürt, was wohl auch an der eingeschränkten Wahrnehmung aufgrund der Schmerzmittel lag. Da sei aber auch dieses Grundvertrauen gewesen, sagt Radwan: „Ich hatte von Anfang an das Gefühl, in guten Händen zu sein.“

Vor gut einer Woche konnte der Rottacher das Krankenhaus wieder verlassen, momentan erholt er sich noch zu Hause in Rottach-Egern. Am Sonntag geht’s mit dem Zug nach Berlin, wo er wieder mit ganzer Kraft anpacken will. Das Herz, weiß er, macht es mit.

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