Während der Corona-Krise herrscht Maskenpflicht in den Kabinen der Wallbergbahn in Rottach-Egern.
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Maskenpflicht in der Kabinenbahn: Schon im Sommer mussten die Gäste der Wallbergbahn die Corona-Regeln einhalten. Im Winter wird es wohl ähnliche Auflagen geben.

Bahnen mit Corona-Konzept

Alpen-Plus-Skigebiete: Hoffnungsvoller Blick auf Wintersportsaison

  • Gabi Werner
    vonGabi Werner
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Der Bergsommer geht zu Ende, der Blick richtet sich auf die Skisaison. In den Alpen-Plus-Gebieten hofft man, dass der Betrieb trotz Corona ungehindert laufen kann. Für Käufer der Saisonkarte gibt's ein Rückzahlungsversprechen.

  • Die Alpen-Plus-Skigebiete bereiten sich auf die Wintersportsaison vor
  • Maskenpflicht beim Anstehen und in den Liften
  • Für Saisonkarten-Käufer gibt‘s ein Rückzahlungsversprechen

Rottach-Egern – Gedanklich ist Peter Lorenz längst in der Wintersportsaison angekommen. Als Geschäftsführer von Wallberg- und Brauneckbahn sowie der Alpenbahnen Spitzingsee GmbH ist er maßgeblich an den Vorbereitungen für die kommende Skisaison im Landkreis Miesbach beteiligt. Dass das Hygienekonzept der Bahnen im zurückliegenden Sommer reibungslos funktionierte und von den Gästen gut angenommen wurde, stimmt ihn auch für die Wintersportsaison zuversichtlich. „Wir haben keine negativen Erfahrungen gemacht“, berichtet Lorenz.

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Gut so, denn nach derzeitigem Stand dürften die gängigen Abstands- und Hygieneregeln auch im Winter ihre Gültigkeit behalten. Heißt: In den Kabinen und Liften sowie beim Anstehen werden Ski- und Snowboardfahrer ihren Mund-Nasen-Schutz tragen müssen. Eine Kapazitätseinschränkung bei der Beförderung der Fahrgäste gebe es nach derzeitigem Stand nicht, sagt Antonia Asenstorfer, Pressesprecherin der vier Alpen-Plus-Gebiete Spitzingsee-Tegernsee, Sudelfeld (Bayrischzell), Wallberg (Rottach-Egern) und Brauneck (Lenggries). „Das kann sich aber täglich ändern“, fügt die Sprecherin hinzu. Steigt das Infektionsgeschehen weiter an, könnten den Bahnbetreibern neue Auflagen blühen.

Für Käufer von Saisonkarten gibt's ein Rückzahlungsversprechen

Auch ein kompletter Lockdown, wie ihn die Skigebiete im vergangenen März erlebten, als sie die Saison wegen der Corona-Pandemie vorzeitig beenden mussten, ist nicht auszuschließen. Damit dann die Inhaber von Saisonskipässen nicht die großen Verlierer sind, geben die Alpen-Plus-Partner heuer ein so genanntes Rückzahlungsversprechen. „Wir haben die Saison in vier Monate – Dezember, Januar, Februar, März – unterteilt“, erläutert Asenstorfer. Sollte ein voller Monat lang in keinem der zugehörigen Gebiete ein Skibetrieb möglich sein, erhalten die Saisonkartenbesitzer den entsprechenden Anteil des Kaufpreises – also 25 Prozent pro Monat – zurück. „Das sind wir unseren guten Kunden schuldig“, meint Lorenz. Die Saisonskipässe sind übrigens ab sofort im Vorverkauf erhältlich, die Preise sind gegenüber dem Vorjahr stabil geblieben.

Bergbahn-Chef hofft auf ähnliche Saison wie in den Vorjahren

Wie sich die Besucherzahlen in den heimischen Skigebieten angesichts der Pandemie entwickeln werden, lässt sich für Lorenz nur schwer abschätzen. „Ich hoffe, dass der Andrang in etwa gleich bleibt“, sagt er mit Blick auf die zurückliegenden Winter. Diejenigen, die heuer zu ängstlich seien, um Skifahren zu gehen, würden vielleicht von denjenigen kompensiert, die nicht nach Österreich fahren, meint Lorenz. Der gute Besuch der Bergbahnen zur Sommersaison stimme ihn in jedem Fall optimistisch.

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Überhaupt ist Lorenz überzeugt, dass in den heimischen Skigebieten die Ansteckungsgefahr eher gering ist. „Die Menschen bewegen sich in freier Natur und an der frischen Luft“, erklärt der Geschäftsführer. Zudem seien sie schon allein wegen ihrer Ausrüstung – dickes Skigewand, Helm, Brille und Handschuhe – gut vor einer Infektion geschützt. Hinzu komme, dass Après-Ski-Partys mit überfüllten Schirmbars in den bayerischen Skigebieten nicht so das Thema seien.

Weniger Platzangebot beim Einkehrschwung in den Hütten

Wohl aber der gemütliche Einkehrschwung in den Hütten. Dass es hier aufgrund der Corona-Auflagen heuer schwieriger werden könnte mit dem Platzangebot, räumt Asenstorfer ein. Gerade bei schlechtem Wetter, wenn die Wintersportler nach innen drängen. Die Pressesprecherin hat daher eine Empfehlung parat: Wem es freizeittechnisch möglich sei, solle doch unter der Woche Skifahren gehen, um dem größten Andrang zu entgehen.

Auf eine gute und stabile Saison hofft auch Egid Stadler, Geschäftsführer der Sudelfeld-Bahnen in Bayrischzell. Weil noch nicht klar sei, was auf die Bahnbetreiber zukomme, blicke er mit einem „etwa mulmigen Gefühl“ auf die bevorstehende Saison, räumt Stadler ein. Er würde sich baldige konkrete Vorgaben von Regierungsseite her wünschen. Was die Besucherresonanz betrifft, so glaubt auch Stadler an eine erfolgreiche Saison: Die Anfrage nach Saisonkarten sei diesmal eher größer als sonst.

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