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Der alte Schulpavillon wird abgerissen. An seiner Stelle soll ein Gebäude entstehen, das Raum für innovative Konzepte schafft.

„Energetisch eine Katastrophe“

Alter Pavillon an Problemschule wird abgerissen

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Der Pavillon der Rottacher Schule wird durch einen Neubau ersetzt. Das soll neben der Grundschule auch der Mittelschule helfen. Denn dort ist die Zahl der Problemfälle gewachsen.

Rottach-Egern – Der marode Pavillon der Rottacher Grund- und Mittelschule soll verschwinden, ein moderner Bau an seiner Stelle entstehen. Wie berichtet, plant der Schulverband Tegernseer Tal einen Neubau, dessen Kosten um die fünf Millionen Euro betragen dürften. Der Rottacher Gemeinderat befürwortete jetzt das Vorhaben einstimmig und ohne Diskussion. „Energetisch ist der Pavillon eine Katastrophe“, erklärte Bürgermeister Christian Köck (CSU), der den Vorsitz des Schulverbands innehat.

Noch steht das Projekt ganz am Anfang. Nachdem die Kosten vier Millionen Euro übersteigen, muss eine EU-weite Ausschreibung erfolgen. Die wird jetzt gestartet. Erst danach könne er verlässliche Angaben zum Zeitplan und zur Bausumme machen, meint Köck. Klar ist aber, dass es nicht nur darum geht, mehr Platz zu schaffen. Die neuen Räume sollen auch die Basis für die Einführung neuer Konzepte bieten. Die Rede ist von Lernlandschaften. „Eine starre Schule könnten wir günstiger bauen“, erklärt Köck. Der Schulverband wolle aber die Chance nutzen, den Standort zukunftsfähig zu gestalten. Dazu habe man sich fachliche Beratung durch ein externes Büro geholt. „Wir wollen den Schulstandort Rottach-Egern aufwerten“, meint Köck. Dies sei für den Ort enorm wichtig. Derzeit liege der Altersschnitt in Rottach-Egern bei 51 Jahren. Umso bedeutsamer sei es, für Familien attraktiver zu werden. Von dem Umbau soll mit der Grundschule auch die Mittelschule profitieren. Letztere zu stärken, ist Köck ein besonderes Anliegen. „Akademiker in Ehren – aber es muss auch Leute geben, die arbeiten“, findet der Bürgermeister. Seine Hoffnung: Wenn sich Kinder an einer Grundschule rundum wohl fühlen und die Eltern den Nachwuchs dort gut betreut sehen, könnte dies die Entscheidung befördern, dem Standort über die vierte Klasse hinweg treu zu bleiben.

Die neue Raumkonzeption erleichtert die Förderung von Schülern, die mehr Unterstützung brauchen. „Ich denke, auch das Thema Inklusion wird uns künftig mehr beschäftigen“, erklärt Köck. Zudem gebe es eine wachsende Zahl von Kindern mit Reifeverzögerungen, die Unterstützung brauchen . Und auch der Flüchtlingsstrom könnte unversehens wieder anschwellen, fürchtet Köck: „Wir wissen jetzt nicht, was noch kommt.“

Mehr Jugendsozialarbeit an den Schulen

Die Zahl der Problemfälle an der Rottacher Mittelschule ist massiv gestiegen. Und nicht nur das: Die Vorfälle sind auch massiver geworden. Darum soll die Jugendsozialarbeit dort von derzeit 20 auf 40 Stunden pro Woche aufgestockt werden. Unterstützung braucht auch die Grundschule Bad Wiessee. Dort ist der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund mit 32,8 Prozent sehr hoch. In den beiden dritten Klassen liegt der Anteil sogar bei 56 und 68 Prozent. 20 Stunden Sozialarbeit pro Woche sollen die Situation verbessern. Der Jugendhilfeausschuss des Landkreises Miesbach ist aufgefordert, den ausführlich begründeten Bedarf zu bestätigen. Zur Abstimmung steht dies bei einer Sitzung am morgigen Dienstag. Sie beginnt um 13 Uhr im Sitzungssaal des Landratsamts an der Wendelsteinstraße.

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