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Bei bestem Winterwetter sind Parkplätze im Suttengebiet rar. 

„Das ist ehrlich eine Katastrophe“

Almwirte stocksauer über Blechlawinen an der Sutten

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Die Almwirte an der Sutten haben ein Problem: Ihre Gäste finden keine Parkplätze. Vor allem bei Sportveranstaltungen ist kaum ein Durchkommen. Jetzt hat sich der Bürgermeister eingeschaltet.

Rottach-Egern Die Sonne strahlt und bringt den Schnee zum Glitzern. Bei solch perfekten Bedingungen treffen sich unzählige Wintersportler und Ausflügler im Suttengebiet in Rottach-Egern. Bei den Bergbahnen klingeln die Kassen, bei Almbetreiber Stefan Hafner das Telefon. Empörte Autofahrer sind dran. Sie stehen in einer Blechschlange vor der Mautstation, die sie vom Parkplatz trennt, und kommen nicht weiter.

Viele von Hafners Gästen wollen gar nicht Skifahren oder Langlaufen, sondern nur zu ihm auf die gleichnamige Alm. Ohne Parkplatz in der Nähe ist das gerade für ältere Gäste schwierig. Einige hätten nach dem Anruf bei ihm wieder umgedreht, nachdem er ihnen bei der Parksuche nicht weiterhelfen konnte, sagt Hafner: „Das ist ehrlich eine Katastrophe.“

Er ist nicht der Einzige, den das stört. Karolina Höß von der Lukas Alm ein paar Hundert Meter entfernt berichtet: „Wir sperren teilweise Parkplätze ab, damit wenigstens unser Personal was findet.“ Heuer im Januar war viel los. Das gute Wetter hat nicht nur Hobbysportler angelockt, auch Skischulen haben dort Rennen ausgetragen. „Wenn der Skiclub Rottach-Egern das macht, ist das ja kein Problem“, sagt Hafner. Wenn aber noch alle Vereine aus München dazukommen, schon. Auch an diesem Sonntag wird es im Suttengebiet rundgehen, wenn der Intersport Langlaufskitest stattfindet. Über 200 Teilnehmer haben sich schon angemeldet.

Weil kaum Schnee im Tal liegt, musste der Test vom Ort auf den Berg verlegt werden. Rottachs Bürgermeister Christian Köck kennt die schlechten Parkbedingungen und hat schon den Dialog mit Wirten und Veranstaltern gesucht. „Wenn viele Rennen sind, müssen wir die Wirte berücksichtigen“, stellt er klar. Deshalb gibt es am Sonntag einen kostenfreien Shuttle-Bus. Der fährt die Gäste des Langlaufskitests ab 8 Uhr alle 30 Minuten von der Mautstelle bis zur Moni Alm nahe der Sutten-Talstation.

Ein kleiner Trost für die Wirtsleute. Nur: „Von den Leuten vom Langlaufskitest haben wir nichts“, sagt Höß. Das findet Hafner auch. Die Langläufer seien danach verschwitzt, würden sich mit ihrem Powerriegel ins Auto setzen und wieder heimfahren – ohne Besuch auf der Alm. Köck will versuchen, besonders bei externen Veranstaltungen die Wirte mit einzubeziehen, zum Beispiel eine Siegehrung dorthin zu verlegen. Im Skiverband Oberland kursierte das Gerücht, externe Wettkämpfe seien nun ganz verboten. „Blödsinn“, sagt Köck. „Wir haben ja weiß Gott nichts gegen den Sport.“ Nur der Dialog müsse eben besser klappen.

Hafner ärgert sich derweil am meisten über das Landratsamt. „Wie kann man erlauben, dass eine Bergbahn vergrößert wird, ohne dass es mehr Parkplätze gibt?“, fragt er sich, seit die Suttenbahn von einem Zweier- zu einem Vierer-Sessellift ausgebaut wurde. Das Landratsamt hatte dazu 2002 die seilbahnrechtliche Genehmigung erteilt. Ein Stellplatz-Schlüssel sei da nicht vorgesehen, erklärt Pressesprecher Birger Nemitz. „Die Anzahl der Skifahrer erhöht sich dadurch nicht zwangsläufig“, sagt Nemitz. „Hier spielen auch andere Faktoren eine Rolle.“

Was auch immer der Grund für die vielen Besucher ist – das Parkplatzproblem bleibt. „Die Leute sollten mal hinterfragen“, gibt Bürgermeister Köck zu bedenken, „ob sie wirklich jeden Meter mit dem Auto fahren müssen.“

Infos zum Langlaufskitest: Die Veranstaltung findet am Sonntag, 19. Februar, von 9 bis 16 Uhr auf der Loipe Sutten-Runde statt. Nähere Infos gibt es unter www.intersport.de/langlauf skitest, bei Sport Schlichtner unter 0 80 22 / 22 55 oder unter info@sportschlichtner.de.

nip

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