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Vertrauen ist alles: Andreas Vogt reicht seinen Yaks ein paar Leckereien. Fremde sollten sich den Tieren allerdings lieber nicht nähern.

Imposante Zotteltiere weiden derzeit in Rottach

Wie die Yaks an den Tegernsee kamen

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Rottach-Egern - Eigentlich ist der Yak in Zentralasien daheim. Doch seit kurzem weidet eine Herde der imposanten Zotteltiere auch am Tegernsee. Sie betätigen sich hier als Weidenputzer.

Es ist das Ursprüngliche, das Andreas Vogt (51) aus Bad Wiessee fasziniert. „Die Natur und die Tiere heilen“, sagt der Wiesseer, der seinen Beruf als Gesundheitspraktiker bezeichnet. Mit Eseln und Ziegen beschäftigt er sich schon sehr lange. „Weil sie so intelligent sind“, meint Vogt. Wie die Yaks auch, die zudem mit Imposanz punkten.

Herden-Chef Hannes, den zotteligen Stier, und seine Gefährtinnen hat Vogt vor nun eineinhalb Jahren ins Tegernseer Tal geholt. Sie haben eine Aufgabe zu erfüllen. Ebenso gemächlich wie gründlich weiden sie selbst sehr steile Hänge ab. Ihnen schmeckt auch, was Kühe verschmähen, und obendrein verursachen sie dabei deutlich weniger Trittschaden als einheimische Rindviecher. Denn auch wenn sie mit ihren Zotteln mächtig wirken: Im Vergleich zum heimischen Vieh ist so ein Yak nur eine halbe Portion. Ein leichtes Weidetier also, dessen Klauen den Boden zudem wohl weniger umpflügen als die hier üblichen Rinderrassen. Und ein Hingucker sind sie auch noch.

Der Rottacher Reiterhof Brandstatt hat die Weidetiere gebucht, um eine etwas vernachlässigte Wiese am Hang für die edlen Rösser bereit zu machen. Etwa sechs Wochen bleiben die sieben Yaks dort. Dabei sind sie nur Teil des Weideprojekts. Als Kollegen sind drei Esel und ein Muli dabei. Die fressen auch das Brombeergestrüpp, das sich auf der Weide breit gemacht hat. Die Muli-Dame Elli ist übrigens Gesamt-Chefin des Terrains. Wenn Hannes sich nicht so verhält, wie es ihr gefällt, weist sie ihn energisch in die Schranken.

Imposante Erscheinung: Yak-Stier Hannes mit einem im November geborenen Kalb.

Wenn die tierische Truppe in Brandstatt fertig ist, zieht sie zum Wiesseer Sonnenbichl um. Dort hält sie den Sommer über für den Schneesportförderverein die steile Piste in Schuss. Nähern sollte man sich den Urviechern übrigens nicht. Hannes kann durchaus ungemütlich werden. „Einen vollen Wassereimer schleudert er mit seinen Hörnern sechs Meter weit“, weiß Vogt. Seine Damen haben es vor allem nicht gern, wenn man ihre Kälber kraulen will. Das ist verlockend, weil die Kleinen im dicken Fell putzig aussehen. „Aber wir haben hier keinen Streichelzoo“, meint Vogt.

Er selbst schaut jeden Morgen und jeden Abend nach seinen Schützlingen, mit Möhren und Äpfeln in den Taschen. Die lassen sich die Yaks gerne reichen. Dabei baut sich Vogt mit abgespreizten Ellbogen vor dem Stier auf, um breiter zu wirken. „Ich bin der Chef hier“, sagt Vogt. Unter seiner Führung marschieren die Yaks sogar brav in den Hänger, wenn sie mal wieder zu einer neuen Weide gebracht werden. Einen Unterstand brauchen sie dort übrigens nicht, nur etwas Schatten auf der Weide. „Sie suchen bloß vor der Sonne Schutz“, berichtet Vogt. Schnee und Eis stören sie nicht.

Die langen Zotteln wird Hannes im Sommer übrigens verlieren. Zur Fellpflege scheuert er sich gerne an Bäumen. Abgestorbene Exemplare knicken dabei meistens um. Auch dies ist beim Weideprojekt durchaus erwünscht. Andreas Vogt will die Yak-Kälber eventuell verkaufen. Billig sind sie nicht. 2300 Euro koste ein Jungtier, berichtet er. Auf längere Sicht plant er aber eine Vergrößerung seiner Herde. Er glaubt, dass die Yaks auch als Almvieh überaus geeignet wären. Und auch gefragt, weil doch immer weniger Bauern Almwirtschaft betreiben.

Daneben betreibt er ein Weideprojekt mit Ziegen in Baden-Württemberg und verhandelt wegen eines Projekts zur Pflege der Isarauen. Die große Leidenschaft Vogts aber sind Wanderungen mit Eseln. Die bietet er an, weil er das Miteinander von Mensch und Tier als inspirierend und heilsam erlebt: „Da passiert etwas, das nicht im Greifbaren liegt.“

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