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Der Rettungshubschrauber Christoph 14 im Einsatz.

Neun Einsätze an zwei Tagen

Bergwacht im Dauereinsatz

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Für Tausende von Ausflüglern war es ein Traumwochenende, für die Bergwacht Rottach-Egern ein Wochenende mit neuen Einsatzrekorden. 

Tegernseer Tal Los ging’s am Samstag gegen 13 Uhr. „Ab da ging ein Einsatz fließend in den nächsten über, und wir kamen erst am Abend zur Ruhe“, so ein Sprecher der Bergwacht. Ein älterer Mann musste wegen Kreislaufproblemen im Gebiet der Schwarzentenn Alm mit dem Bergrettungsfahrzeug versorgt werden. Eine Stunde später stürzte ein etwa 30-jähriger Münchner im oberen Bereich des Roß- und Buchsteins. Nach der Erstversorgung durch die Bergwacht musste er mit dem Rettungshubschrauber Christoph 1 ins Tal und dann weiter ins Krankenhaus Agatharied gebracht werden.

Bergwachten im Landkreis Miesbach im Dauereinsatz

Bergwacht am Tegernsee im Dauereinsatz - und auch die Hubschrauber

Gleichzeitig hieß es: Schwer verletzte Bergsteigerin im Bereich des Fockensteingipfels. Auch für diesen Einsatz wurde ein Rettungshubschrauber alarmiert – diesmal wurde aus Traunstein Christoph 14 herbeigerufen. Nach der vor Ort durchgeführten Erstversorgung durch die Luftretter der Bergwacht und den Hubschrauber-Notarzt, wurde die Frau mit einem schnellen und schonenden Lufttransport ins Tal und dann weiter mit dem BRK ins Krankenhaus Agatharied gebracht.

Kaum waren die beiden Rettungshubschrauber fast gleichzeitig wieder aus dem Tal rausgeflogen, war ein Einsatz am Wallberg nötig: Ein älterer Wanderer klagte über Kreislaufprobleme. Das Rottacher Bergrettungsfahrzeug rückte sofort aus, um auch diesen Einsatz durchzuführen. Am frühen Abend waren alle Rettungskräfte wieder zurück an der Bergrettungswache und konnten auf einen fordernden Samstag zurückblicken.

„Am Sonntag ging es aber bei schönsten Wanderbedingungen mit gleicher Intensität wieder weiter“, so der Sprecher. Gegen Mittag klagte wiederum eine ältere Person am Wallberg über Herz-Kreislaufprobleme. Kurz darauf landete ebenfalls am Wallberg einen Gleitschirmflieger gleich nach dem Start in einem Baum. Die Bergwacht musste ihn aus seiner misslichen Lage befreien. Der nächste Einsatz ließ nicht lange auf sich warten: Im Gebiet der Auer Alm zog sich eine Frau Schnittverletzungen zu, die Bergwacht musste helfen. Fast zeitgleich kam ein weiterer Einsatz im Bereich Gasse bei Gmund dazu, so dass die Kollegen aus Hausham hinzu alarmiert wurden. Ein Wanderer hatte über Kreislaufprobleme geklagt. Die waren auch der Grund für den nächsten Einsatz nahe des Söllbach-Parkplatzes in Bad Wiessee. Erneut mussten die Bergretter Hilfe leisten.

Adi Boemmel neuer Bereitschaftsleiter

„Es ging wirklich Schlag auf Schlag“, resümiert der Bergwacht-Sprecher. Das Schwierige war, dass sich die Einsätze übers komplette Dienstgebiet erstreckten. Die warmen Temperaturen und das teils „dampfige“ Wetter machen die Retter für die große Anzahl an Herz-Kreislaufproblemen verantwortlich. Fünf Einsatzkräfte seien zum Dienst eingeteilt gewesen, sieben waren es dann am Sonntag. „Der ein oder andere Kollegen hat am Piepser mitbekommen, was da los war und sich den Einsätzen angeschlossen.“, so der Sprecher.

Bergwachten im Dauereinsatz: Debatte um bezahlte Stelle

Ob das so weitergeht? Vor allem unter der Woche stellen die Einsätze die Bergwacht vor große Probleme, denn die Retter sind berufstätig, da wird oft das Personal knapp, weil nicht jeder Ehrenamtliche sofort seinen Arbeitsplatz verlassen kann. Daher wird aktuell eine bezahlte Kraft gefordert, die jederzeit ausrücken könnte. Von einem Gespräch mit der Bergwacht Bayern und den Tal-Bürgermeistern noch im September ist die Rede. Bereitschaftsleiter Adi Boemmel will sich auf Nachfrage noch nicht dazu äußern. Offenbar ein heikles Thema, das den Bergwachtlern aber unter den Nägeln brennt. Und der heiße Wanderherbst geht jetzt erst richtig los.

gr

Einsatz am Roß- und Buchstein

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