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Fred Huber hat versucht, die Arbeiten an der Rottach zu verhindern.

Anwohner will Abholzaktion verhindern

Arbeiten an der Rottach: Polizei alarmiert

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Rottach-Egern - An der Rottach lässt das Wasserwirtschaftsamt Kies abkippen und Bäume fällen. Anwohner Fred Huber hat deshalb sogar die Polizei gerufen - und die Baustelle kurzzeitig blockiert.

An der Rottach im Bereich Kalkofen kippen Laster Kies ab, seit Dienstag fallen Bäume. Das Wasserwirtschaftsamt lässt – wie angekündigt – beschädigte Flussabschnitte sanieren. „Das ist eine Zerstörung der Natur“, sagt Fred Huber, der sogar die Polizei alarmierte. Mit seinem Ärger steht er nicht allein. 

Als Montagfrüh die Bagger im Bereich Kalkofen anrückten, war Fred Huber entsetzt. Er hat ein Haus in Brandstatt und kämpft seit Jahren immer wieder gegen Abholzaktionen an der Rottach. „Es war versprochen, dass ohne Absprache mit den Anwohnern keine Bäume mehr gefällt werden“, sagt Huber. Die Arbeiter rückten allerdings nicht aus heiterem Himmel an. In einer am 28. Dezember in unserer Zeitung veröffentlichten Pressemitteilung hatte das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim Sanierungsmaßnahmen an der Gewässersohle unterhalb der Brücke an der Kühzaglstraße angekündigt. 

So genannte Abstürze aus Holz sind marode und werden ausgetauscht. Im Zuge der Arbeiten fallen etliche Bäume. „Aber ich fürchte, viele haben das nicht gelesen“, sagt Christine Obermüller, Leiterin des Rottacher Bauamts. Bei ihr sind inzwischen schon einige Beschwerden wegen der Arbeiten an der Rottach aufgelaufen. „Die Bürger sind da sehr sensibel“, weiß sie. Huber ließ es nicht bei einem Beschwerdeanruf bewenden. Er alarmierte am Montagnachmittag die Wiesseer Polizei. An der Rottach würden ungenehmigte Arbeiten stattfinden, meldete er. „Und wir nehmen solche Hinweise auch ernst“, sagt der zuständige Polizeibeamte. Eine Streife rückte an und machte sich vor Ort ein Bild. 

Parallel fragten die Polizisten beim Landratsamt und beim Wasserwirtschaftsamt nach, ob es für die Arbeiten am Fluss eine Genehmigung gibt. Doch die Zuständigen waren schwer zu erreichen. Als ein weiterer Kiestransporter anrückte, blockierte Huber kurzerhand die Baustellenzufahrt mit seinem kleinen Geländewagen. „Was hätte ich denn sonst tun sollen?“, meint er. Am späten Montagnachmittag wurden die Arbeiten angesichts des Protests schließlich eingestellt.

 „Aber da war ohnehin Feierabend“, meint Andreas Holderer, Vize-Chef des Wasserwirtschaftsamts. Er hat bei der Polizei mittlerweile klargelegt, dass es sich um längst genehmigte Arbeiten handelt. Gestern morgen gingen sie weiter. Diesmal rückten die Männer auch mit Motorsägen an. „Ich bin machtlos. Ich kann mich ja nicht an die Bäume ketten“, meint Huber. Er hat nicht noch einmal versucht, die Baustelle zu blockieren. „Darum gibt es auch keine Anzeige wegen Nötigung“, erklärt der zuständige Polizeibeamte. Es sei ja kein Zeitverlust entstanden. 

Wenn Bäume fallen müssen, dann schmerzt das auch Holderer vom Wasserwirtschaftsamt. „Uns wäre ein naturnaher Ausbau auch lieber, da sind wir ganz bei den Leuten“, versichert er. Zu schön wäre es, wenn die Rottach so frei mäandern dürfte wie einst, und Hochwasser einfach in den Wiesen stünde. Aber die Rottach wurde nun mal zum Kanal gemacht, damit man dort Holz triften kann. Die Bebauung ist dicht ans Ufer gerutscht. Und wenn es doch irgendwo noch freie Flächen gibt, kann das Wasserwirtschaftsamt sie nicht erwerben. Weil die Dinge eben so sind, muss die Rottach, dieser Kanal, in einem Zustand gehalten werden, der das Wasser schadlos fließen lässt. Dazu gehören Holderer zufolge intakte Abstürze, die das Gefälle ausgleichen und die Sohle schützen. „Sonst wäre auch die Brücke in Gefahr“, erklärt Holderer. 

Es handle sich um eine Maßnahme zum Gewässerunterhalt, zu der das Amt verpflichtet sei. „Und da können wir uns auch nicht mit jedem Anlieger über jeden einzelnen Baum abstimmen“, erklärt Holderer. Die Fällungen müssten jetzt erfolgen, weil Abholzungen nur bis März erlaubt sind.

 „Wir sind froh, dass es gemacht wird“, meint Bauamtsleiterin Obermüller. Zwar werde man den Schatten am Spazierweg vermissen. Aber es seien bereits etliche kranke Bäume gemeldet worden. „Da geht es auch um Sicherheit.“ Die Maßnahme sei zunächst nicht schön, aber eben nötig. Sie hat übrigens nichts mit dem Rottach-Ausbau zum Hochwasserschutz zu tun, der im Herbst beginnt. Wie berichtet, wird das Rottach-Ufer im Bereich zwischen Seeforum und Birkenmoos aufwendig gesichert. Dafür werden viele Bäume fallen. Die Anwohner hatten im Vorfeld Gelegenheit, Stellung zu beziehen, erinnert Holderer. Gemeldet habe sich keiner.

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