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Wird im November abgerissen: die Seeperle in Rottach-Egern an der Seestraße.

Projekt an der Seestraße bleibt spannend

Seeperle wird im November abgerissen

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Jetzt sind die Tage der Seeperle definitiv gezählt: Im November beginnt der Abriss der seit über 20 Jahre brach liegenden Gebäude an der Seestraße. Es wird Platz gemacht für ein neues Suitenhotel. 

Rottach-Egern – Seit über 20 Jahren liegen die massigen Bauten an der Seestraße brach. Besitzer und Betreiber wechselten mehrmals (siehe Kasten), und so blieb der Gemeinde nichts anderes übrig, als zuzusehen, wie an einem der besten Standorte im Ort Stillstand herrscht statt regem Kommen und Gehen der Gäste. Eine nervige Zitterpartie. Zuletzt machte die Gemeinde immer wieder Druck. Die Investoren müssten mal liefern, hieß es vor genau einem Jahr ungeduldig im Gemeinderat. Und bei der Bürgerversammlung im Frühjahr hoffte Rathauschef Christian Köck (CSU) darauf, bald ein Ergebnis zu sehen, da der leer stehende Bau längst keine Zierde mehr sei für den Ort. Im Fasching hatte die Feuerwehr sogar eine Abbruchparty organisiert.

Jetzt „liefern“ die Besitzer des Premium-Grundstücks an der Seestraße, auch wenn sie sich offenbar schwer damit tun. Im Laufe des Novembers, der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest, werden Rainer Leidecker und Ernst Tengelmann mit ihrer Projektgesellschaft 19-21, Rottach-Egern Verwaltungs GmbH, die Gebäude abreißen lassen. Damit erfüllen sie eine Forderung des Durchführungsvertrags, der Teil eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans ist. Eigentlich hätte das Abrisskommando schon im November 2016 anrücken sollen, doch es waren noch zu viele Details offen. Und so verlängerte die Gemeinde diese Frist um ein Jahr. Dass der endgültige Genehmigungsstempel auf dem Bauantrag für das 25-Millionen-Projekt noch fehlt, ist für den Abbruch kein Hinderungsgrund. „Das ist so möglich“, sagt die Rottacher Bauamtsleiterin Christine Obermüller. Laut Leidecker sind kleinere Formalien und lange Bearbeitungszeiten im Landratsamt dafür verantwortlich.

Wie geht‘s nach dem Abriss weiter?

Etwa zwei bis drei Monate soll der Abbruch dauern. Zunächst werden die Gebäude entkernt, dann wird alles sortiert und abgefahren. Zig Tonnen Schutt müssen weg. Weil die Seestraße im weiteren Verlauf sehr schmal ist, dürfen Zu- und Abfahrt ausschließlich über die Bundesstraße erfolgen. Der Gemeinde war immer wichtig, dass außerhalb der touristischen Hochsaison gearbeitet wird, „alles andere wäre nicht akzeptabel für unsere Gäste“, sagt Köck.

Entwurf für das neue Suitenhotel.

Doch wie geht’s dann weiter? Folgt auf die brach liegenden Gebäude eine Dauer-Baugrube? „Keinesfalls“, versichert Rainer Leidecker. Er muss zwar einräumen, dass es noch keinen Betreiber für das künftige Suitenhotel gibt, betont aber, „in Gesprächen mit verschiedenen Adressen zu sein“. Details will er nicht nennen. Mit dem Abriss wolle man nun ein Zeichen setzen, dass das Projekt Seeperle realisiert wird. „Es wird also zügig weiter gehen“, betont Leidecker, „in einem zweiten Schritt mit der Sicherung der Baugrube und dann, je nach Schneeschmelze oder Hochwasserlage, mit dem Bau.“

Wie berichtet, ist Folgendes geplant: Auf dem Gelände soll ein Suitenhotel mit 102 Betten im Bereich vier bis fünf Sterne entstehen. Ein seeseitig angelegtes Schwimmbad, fünf Läden und eine Tiefgarage für 60 Fahrzeuge gehören ebenso dazu. Dass es die Baufirma nicht mit schwierigem Seeton, sondern mit kiesigem Untergrund zu tun hat, wertet Leidecker als Vorteil. Bis wann die neue Seeperle realisiert ist, lässt Leidecker offen.

Bürgermeister Christian Köck muss einräumen, dass auch er „im Dunkeln“ tappe, was die künftigen Investoren und Betreiber betrifft. „Nicht nur ich, sondern viele Leute in Rottach-Egern sind ganz gespannt, was da noch passiert.“ Die Seeperle – sie ist offenbar immer noch eine Zitterpartie.

gr

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