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Tag des Tourismus im Rottacher Seeforum.

Tag des Tourismus in Rottach-Egern 

Tourismus am Tegernsee: Wie digital ist er schon?

Wo geht die Reise hin? Die Digitalisierung stand beim Tag des Tourismus  im Rottacher Seeforum im Mittelpunkt. Für viele Gastgeber ist sie noch immer eine echte Herausforderung.

Rottach-Egern – 2016 referierte Michael Käfer über seine Visionen. Die Zeiten, als große Reden geschwungen wurden und sich die Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) auf der Bühne präsentierte, sind aber vorbei. „Wir haben unsere Selbstdarstellung diesmal in den Hintergrund gerückt“, sagte TTT-Geschäftsführer Christian Kausch, als er gestern Nachmittag in ganz lockerer Manier und quasi auf dem Gang Gastgeber, Hoteliers, Partnerunternehmen und sämtliche Tal-Bürgermeister im Seeforum zum Tag des Tourismus, der traditionellen Hausmesse der TTT, begrüßte. Nicht nur passiv zuhören, sondern die Teilnahme an Workshops war diesmal angesagt – ganz modern angepasst an neue Zeiten, die für die Tourismusbranche immer härter werden.

Aufgeteilt in zwei Räume standen mehrere 30-minütige Kurz-Referate auf dem Programm. Da ging es um sanfte Internationalisierung, um Visionen zur Zukunft der Online-Buchbarkeit, um das von der TTT entwickelte Programm Preisfinder. Aber auch um einfache Möglichkeiten zur Modernisierung des Betriebs oder um die Frage, ob Social Media für Gastgeber Sinn macht oder blanker Unsinn ist. „Ganz klar: Das braucht’s“, findet Christoph Schempershofe von der TTT, der in seinem Vortrag versuchte, Ängste zu nehmen. Er rät zur Gelassenheit im Dschungel der Möglichkeiten und zu einer „möglichst authentischen Darstellung“.

Wie sich die Digitalisierung im Tourismus entwickelt, stellte Thomas Müller von der TTT eindrucksvoll dar. „Eine ordentliche Präsenz im Internet, optimale Darstellung einer Seite sowohl auf dem PC als auch in mobiler Version und eine leichte Bedienbarkeit der Seite sind der Schlüssel zum Erfolg“, sagte Müller und lieferte den interessierten Zuhörern einige Tipps. Diese reichten von der Optimierung der eigenen Webseite durch hochwertige Fotos, einfach zu bewältigenden Anfrageformularen, einer prominenten Möglichkeit zur Kontaktaufnahme bis zur Geschwindigkeit, mit der eine Seite zu bedienen sein sollte. „Ab sechs Sekunden haben Sie verloren“, wusste der TTT-Fachmann. Manche Zuhörer fotografierten mit ihrem Smartphone da schnell die vorgeschlagenen Links zur Seitenoptimierung ab.

Apropos Smartphone: Die mobilen Zugriffe auf touristische Seiten werden immer wichtiger. Sie stiegen von 8,75 Prozent im Jahr 2011 auf 44,25 Prozent in 2016. Müllers Fazit war zugleich eine Botschaft: Keine Angst vor der Digitalisierung. „Der Aufwand ist geringer als Sie denken.“ Und: „Der Mausklick entscheidet.“

Dennoch ist dieses Credo, das die TTT seit Jahren bei jeder Gelegenheit hinaus posaunt, noch nicht überall angekommen. „Knapp zehn Prozent haben noch nicht mal eine Homepage“, weiß Rebecca Liebenstein von der TTT. 652 Gastgeber mit etwa 11 000 Betten gibt es rund um den Tegernsee. Der Löwenanteil, etwa 450, sind kleinere Privatbetriebe mit rund 20 Betten. Nur etwa 20 bis 30 Prozent lassen die Online-Buchbarkeit über das TTT-Portal im-web zu. Die Gründe für die Zurückhaltung reichen von Angst vor der Technik, über Vorbehalt gegenüber ausländischen Gästen, mangelnden Englischkenntnissen oder das „Luxus-Problem“, seine Kontingente nur Stammgästen anbieten zu wollen. Wer Hilfe braucht, bekomme sie vor Ort in jeder Tourist-Info.

gr

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