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Michael Käfer sprach beim Tag des Tourismus.

Tag des Tourismus am Tegernsee

Käfers Delikatessen und offene Fragen

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Rottach-Egern - Viele Fragen sind nach wie vor offen zum Rauswurf des Tegernseer Tourismus-Chefs Stephan Köhl. Auch beim Tag des Tourismus gab's keine Antworten. Dafür referierte Michael Käfer.

Beim Tag des Tourismus werden traditionell Kontakte geknüpft und spannende Themen diskutiert. Am Montag im Seeforum waren die Touristiker bemüht, das derzeit spannenste Thema totzuschweigen: die Entlassung des Geschäftsführers Stephan Köhl. Immerhin gab’s ein Schmankerl: Michael Käfer referierte. 

Fast drei Stunden Vorträge und Diskussion rund um die Situation des Tourismus am Tegernsee, die Themen Nachhaltigkeit und regionale Produkte hatten die Besucher schon hinter sich, da stand ein Gmunder Vermieter auf und stellte die zentrale Frage: „Was hat das mit Nachhaltigkeit und Vertrauen zu tun, wenn ein Geschäftsführer schon nach wenigen Wochen entlassen wird?“ Philipp Bächstädt, der den Tag des Tourismus moderierte, bat um „wirklich nachhaltige Fragen“ und ging nicht weiter darauf ein. Der Vermieter verließ enttäuscht den Saal. 

Überhaupt hatten sich wohl viele Besucher Antworten erwartet auf die Causa Köhl. Doch die gab’s nicht. Die einzige Erklärung kam von Wiessees Bürgermeister Peter Höß, dem Sprecher der Tal-Bürgermeister als Gesellschafter der Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT): Da es sich um einen Fall des Arbeitsrechts handle, sei behutsames Handeln geboten. „Die TTT ist nicht führungslos“, fügte Höß noch hinzu. Interims-Chef Christian Kausch beweise, dass er das Amt mit Kompetenz ausfülle. Ihm stünden weitere Führungskräfte und professionelle TI-Mitarbeiter zur Seite.

Im Trio mit Sandra Kern und Petra Berger lieferte Kausch einen Lagebericht: zu Gästezahlen (plus 6,12 Prozent in 2015), Übernachtungszahlen (plus 2,10 Prozent), Bettenzahlen (minus 37 Prozent), Bettenauslastung (40,57 Prozent) oder Gästeherkunft (mit 93,85 Prozent überwiegend deutsch). Petra Berger informierte über neue Strukturen zum im-web-Buchungssystem und appellierte an die Aufgeschlossenheit der Vermieter. „Knebeln werden wir aber niemanden.“ Kausch gab zudem einen Gesamt-Überblick: Der Tourismus habe sich erholt, die Marke Tegernsee werde wahrgenommen. „Die Lage ist gut, aber es ist Luft nach oben“, sagte der aktuelle TTT-Chef. Für die Zukunft sei es wichtig, den Premium-Gedanken zu stärken, Hausaufgaben zu machen und Strategien zu entwickeln. Der Tages-Tourismus müsse gesichert, wegen der Verkehrs-Problematik am Tegernsee aber nicht noch gesteigert werden.

Das Thema Verkehr hatte zuvor schon Landrat Wolfgang Rzehak angesprochen. „Das ist ein Problem, aber es gibt kein Patentrezept.“ Behutsamer Umgang mit der Natur, sparsamer Flächenverbrauch, Stärkung regionaler Kreisläufe, so könne das Tal gegen die Konkurrenz bestehen, sagte Rzehak und zeigte damit, dass er ein grünes Parteibuch hat.

Neugierig waren viele Besucher auch auf Michael Käfer, Betreiber von Gut Kaltenbrunn. Wie denkt er über Regionalität und Tourismus? „Regionale Produkte sind die wahren Delikatessen der heutigen Zeit“, sagte Käfer. Sein Plan ist ein Lehrpfad für Kinder und ein kleiner landwirtschaftlicher Vorzeigebetrieb – mit einem Bienenhaus, einer Fischzucht, Kräutergärten und einer Steinschaf-Weidefläche. „Kaltenbrunn ist nicht nur Party und Hochzeit. Das ist auch eine Plattform für regionale Produkte.“ Bereits im Frühjahr soll eine Schaupresse für Säfte und Essige ihren Betrieb aufnehmen. „All das ist ein Schaufenster für Nachhaltigkeit“, sagte der Münchner Gastronom. 

Anschließend, bei der Podiumsdiskussion mit Michael Käfer, Peter Höß, Bürgermeister-Kollege Christian Köck, Käserei-Chef Hans Leo, Destillerie-Betreiber Andreas Liedschreiber und der Nachhaltigkeits-Expertin Anja Lindner waren sich alle einig: Nur mit einem Umdenken bei den Konsumenten und der Bereitschaft, mehr Geld für regionale Nahrungsmittel auszugeben, könne Nachhaltigkeit auch wirklich erreicht werden.

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