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Evi Tremmel legt in ihrer Backstube jede Nacht selbst Hand an. Dass sich ein Nachbar an den Gerüchen stört, ist für sie unfassbar.

„Wem‘s nicht passt, der kann woanders hinziehen“

Nachbar-Beschwerde gegen Bäckerei löst Sturm der Entrüstung aus

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Die Empörung über das Kläger-Paar ist riesig. Evi Tremmel erfährt dagegen viel Unterstützung. Von unseren Lesern und anderer Stelle: Die Lage am Tag nach unserer Berichterstattung.

Rottach-Egern – Die Tatsache, dass sich einer ihrer Nachbarn durch die Gerüche aus der Backstube in Rottach-Egern gestört fühlt, diese als schlecht empfindet und sogar per Anwalt dagegen vorgeht, sei in ihrem Laden derzeit Gesprächsthema Nummer eins, erzählt Evi Tremmel (51). „Auf meiner Wiese wurden sogar Schilder aufgestellt“, sagt die Rottacherin. Darauf bekunden die Verfasser ihre Solidarität mit der Geschäftsfrau und bedanken sich „für die täglich guten Gerüche“ aus der Bäckerei an der Südlichen Hauptstraße. „Das ehrt mich schon“, meint die Rottacherin. Ihre Kunden hätten ihr durchweg Unterstützung zugesagt.

Und die kommt auch von anderer Seite. Florian Perkmann, stellvertretender Obermeister der Bäcker-Innung Miesbach-Bad Tölz-Wolfratshausen, kann über die Vorwürfe des Kläger-Ehepaares nur den Kopf schütteln. „Solche Betriebe wie die von Frau Tremmel gilt es zu unterstützen. Sie sind ein fester Bestandteil unserer bayerischen Esskultur“, erklärt der Miesbacher in einer Pressemitteilung. 

Perkmann glaubt: „Unter Einhaltung der gesetzlichen Werte bei den Emissionen – wir sprechen hier von einer Bäckerei und nicht von einer Kläranlage – dürften sich die ,zuagroasten‘ Eheleute mit ihrer Sommerloch-Klage schwer tun.“ Von ehemals über 70 backenden Betrieben in den 80er-Jahren gebe es heute gerade einmal noch 40 Bäckereien im gesamten Innungsgebiet, betont Perkmann. Er appelliert daher auch an die Politik, sich für diese Unternehmen einzusetzen. „Wem unser schönes Oberland mit seinen Eigenheiten nicht passt, der kann gerne woanders hinziehen“, meint Perkmann.

Damit schlägt Perkmann in die gleiche Kerbe wie viele unserer Online-Leser und Facebook-Nutzer. Einer der Kommentatoren schlägt gar vor, für die neuen Nachbarn ein Spendenkonte für eine Rückkehr-Prämie in deren alte Heimat einzurichten. „Dann überweise ich umgehend 11,11 Euro“, schreibt der Leser.

Eine andere Nutzerin erklärt auf unserem Facebook-Auftritt: „Wir würden uns über frischen Brötchenduft morgends freuen. Leider schließen bei uns immer mehr Backstuben.“ Sie befürchtet: „Bald gibt‘s nur noch Backshops.“ Und auch ein Bäckermeister ist unter den Kommentatoren. Er finde es immer noch schön, wenn er nach dem Urlaub zurück in die Arbeit komme und es am Parkplatz bereits nach Semmeln rieche, schreibt er. Und mit Blick auf den Tremmel-Nachbarn: „Sowas is scho ausgschamt. Do foid ma nix mehr ei.“

gab

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