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Traumbedingungen – wie hier auf unserem Archivbild – herrschten mehrere Wochen lang auf der Rodelstrecke am Wallberg. Anfang der Woche musste die Bahn allerdings wegen Vereisung geschlossen werden.

Am Wochenende geht nichts mehr

Wallberg-Rodelbahn macht wegen Vereisung dicht

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Das Rodelvergnügen am Wallberg hat vorerst ein Ende. Anfang der Woche hat der Betreiber die Bahn geschlossen - wegen Schneemangel und Vereisung. Am Wochenende geht also nichts mehr.

Rottach-Egern – Dass die Bedingungen auf der Rodelbahn am Wallberg zuletzt nicht mehr optimal waren, bekamen die Besucher schon am vergangenen Wochenende zu spüren. Sogar ein schwerer Unfall hat sich am Sonntagvormittag ereignet. Das sei aber die Ausnahme gewesen, erklärt Felix Oswald, Bereitschaftsleiter der Bergwacht Tegernseer Tal. Die Zahl der Rodelunfälle am Wallberg sei bisher ansonsten „überschaubar geblieben“.

Eine 47-jährige Münchnerin war am Sonntag mit dem Rettungshubschrauber in die Unfallklinik Murnau gekommen, nachdem sie – stehend auf der Strecke – mit einem nachfolgenden Rodler kollidiert war. Der hatte gegenüber der Polizei erklärt, dass er aufgrund der vereisten Bahn nicht mehr habe bremsen oder ausweichen können. Und tatsächlich: Tags darauf hat die Wallbergbahn die Strecke geschlossen. Zuvor hatte sie wochenlang – nämlich seit 9. Januar – durchgehend für Rodelspaß gesorgt.

Die Entscheidung, ab wann die Bahn geschlossen wird, sei nicht immer leicht zu treffen, erklärt Antonia Asenstorfer, Pressesprecherin der Wallbergbahn GmbH. Auf der einen Seite würden die Schlittenfahrer protestieren, wenn die Bahn trotz Befahrbarkeit dicht gemacht werde. Auf der anderen Seite wolle der Betreiber kein Gefahren-Risiko eingehen.

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„Es ist immer die Frage, wie viel Eigenverantwortung man den Leuten zutrauen kann“, meint Asenstorfer. So habe die Wallbergbahn im Falle des zurückliegenden Wochenendes den nicht mehr optimalen Zustand der Strecke ganz deutlich auf der Homepage und über die Veröffentlichungen der Alpen-Plus-Partner publiziert. „Wir haben darauf hingewiesen, dass die Bahn nur noch eingeschränkt befahrbar ist und eisige Stellen hat“, betont die Sprecherin. Zudem informiere der Betreiber grundsätzlich darüber, dass es sich hier um eine sportliche und steile Rodelstrecke handle, die beispielsweise für kleinere Kinder nicht geeignet sei.

Und dennoch: Bislang ist die Rodelsaison am Wallberg weitgehend unfallfrei verlaufen. „Wir hatten mit wesentlich mehr gerechnet“, sagt Bergwachtler Felix Oswald mit Blick auf die Einsatzzahlen. Das liegt wohl auch an den guten Verhältnissen, die bis zum großen Tauwetter auf der Bahn geherrscht haben. „Wir hatten super Schnee, die Bahn war bestens präpariert“, so der Bereitschaftsleiter.

Das hat sich offenbar auch unter den Schlittenfahrern herumgesprochen. An den schneereichen Winterwochenenden im Januar bildeten sich teils lange Warteschlangen an der Talstation, die 300 zur Verfügung stehenden Leihschlitten waren bisweilen vergriffen. Antonia Asenstorfer freut’s. Zumal die Wallbergbahn im vergangenen Winter auf gerade einmal zehn Rodeltage gekommen war. Das hat diese Saison schon jetzt bei Weitem getoppt.

Dass sich folgenschwere Zusammenstöße trotz des großen Zulaufs in Grenzen hielten, ist laut Asenstorfer wohl auch dem Umstand zu verdanken, dass die Leute mittlerweile mit viel besserer Ausrüstung auf die Rodelstrecke gehen. Ordentliche Schuhe mit Profilsohle, Skibrillen und ein Helm seien bei vielen bereits an der Tagesordnung. Und auch die bahneigenen Leihschlitten würden gewissenhaft gepflegt: „Die Kanten“, meint Asenstorfer, „sind immer gut in Schuss“.

gab

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