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Knapp 10 000 Medien stehen derzeit im ehemaligen Lesesaal des Rottacher Rathauses den Bücherei-Nutzern zur Verfügung. Voraussichtlich noch bis Sommer 2019 wird die Einrichtung hier verbleiben.

Bilanz nach Umzug ins Rathaus fällt positiv aus

Rottacher Bücherei: Gut eingelebt im Übergangsquartier

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Die Rottacher Bücherei hat im Februar 2017 ihr Übergangsquartier im Rathaus bezogen. Dort hat sich die Einrichtung gut etabliert. Glücklicherweise. Denn die Rückkehr in den Pfarrhof verzögert sich.

Rottach-Egern – Mit Sack und Pack ist das Team der Rottacher Gemeindebücherei Anfang 2017 vom alten Egerner Pfarrhof ins Rottacher Rathaus umgesiedelt. Hintergrund: Der denkmalgeschützte Pfarrhof soll in großem Stil saniert und umgebaut werden. Die Arbeiten im Inneren haben inzwischen begonnen, auch neue Leitungen wurden bereits verlegt.

Dass die Bücherei-Mannschaft vorübergehend im Rathaus untergekommen ist, stellte sich in den zurückliegenden Monaten als gute Lösung heraus. „Die meisten finden unsere Bücherei jetzt sogar schöner, die Raumfläche wirkt einfach großzügiger“, berichtet Leiterin Christine Pfluger. Und es gab noch einen positiven Effekt. Weil die Bücherei nun zentraler liege, würden nun auch vermehrt Urlauber und Kurgäste hereinschneien.

Insgesamt konnte die Bücherei im vergangenen Jahr 78 neue Nutzer hinzugewinnen. Und das obwohl fast zwei Monate komplett geschlossen war und aufgrund des Umzugs der Bücherbestand verkleinert werden musste. Rund 1000 Bücher, so erzählt Pfluger, wurden in der Schule vorläufig zwischengelagert.

Den Eifer des insgesamt 14-köpfigen Bücherei-Teams bremste das nicht. So wurden auch 2017 diverse Lesungen organisiert, darüber hinaus gibt es in der Rottacher Bücherei, die von Kirche und Gemeinde gemeinsam getragen wird, seit September einen Leseclub für Neun- bis 14-Jährige. Dabei füllen die Kinder pro gelesenem Buch eine Leseclub-Karte aus, berichten über den Buchinhalt und geben eine Bewertung ab. Für das Engagement winkt am Ende eine Belohnung.

Eine Leseförderung, die auch von übergeordneter Stelle Anerkennung erfährt. So hat der St. Michaelsbund der Rottacher Bücherei im vergangenen Jahr Sondermittel in Höhe von 2412 Euro zukommen lassen. „Den zusätzlichen Zuschuss“, sagt Pfluger, „werden wir hauptsächlich zum Ausbau unserer Kinderabteilung nutzen“.

Es läuft also gut im Lesesaal des Rathauses. Da liegt der Gedanke nahe, dass die Bücherei dort doch dauerhaft bleiben könnte. Die Bücherei-Leiterin aber winkt ab: „Das ist keine Option, die Gemeinde braucht den Raum auf lange Sicht selber.“ Somit wird das Bücherei-Team an seinen angestammten Platz im Pfarrhof zurückkehren, sobald Sanierung und Erweiterung abgeschlossen sind.

Dies wird allerdings später sein, als zunächst vorgesehen. Denn der Pfarrhof wird nicht – wie noch im November 2017 angekündigt – an Weihnachten dieses Jahres wieder eröffnen können, sondern erst im Sommer 2019. Zudem wird die Bücherei nach ihrer Rückkehr auch ein paar Abstriche machen müssen: Die Räumlichkeiten, die dann im Pfarrhof für die Bibliothek zur Verfügung stehen, werden kleiner sein als zuvor.

Darum verzögern sich Umbau und Erweiterung des Pfarrhofs

Die öffentliche Ausschreibung und Vergabe der Aufträge hat länger gedauert als geplant. Daher, so bestätigt Kirchenpfleger Kajetan Liedschreiber auf Nachfrage, sei der angepeilte Termin für die Wiedereröffnung des Pfarrhofs in Egern Ende 2018 nicht zu halten gewesen. „Wir rechnen mit einer Verzögerung von einem halben Jahr“, teilt Liedschreiber mit. Erst nach dem Winter, also im März oder April, kann laut Kirchenpfleger der Abbruch des kleinen Nebengebäudes am Pfarrhof beginnen. Dieses soll dem neuen Pfarrsaal Platz machen, der neben dem denkmalgeschützten Gebäude entsteht. Dann folgen alle weiteren Maßnahmen. „Mit den Innenarbeiten wurde aber bereits begonnen“, berichtet Liedschreiber. So müssen im Pfarrhof beispielsweise alte Treppenhäuser und Wände herausgerissen werden.

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