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Todesfall am Tegernsee: 17-Jähriger aus See geborgen – Obduktion ergab: Er hatte internistische Erkrankung

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Von: Thomas Steinhardt, Stephen Hank, Gerti Reichl, Gabi Werner

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Nach dem tragischen Vorfall am Tegernsee vom 2. Juli steht jetzt fest: Der 17-Jährige, der beim Fischen mit seinem Kajak gekentert und am 3. Juli tot geborgen wurde, hatte eine internistische Erkrankung. Das hat die Obduktion ergeben.

Update vom Montag, 11. Juli, 12.30 Uhr: Der Tod des 17-Jährigen jungen Mannes aus Emmering (Kreis Fürstenfeldbruck) am 2. Juli am Tegernsee bewegt immer noch die Retter und erst recht Familie und Weggefährten. Der Mann bei einem Ausflug mit seinem Vater im südlichen Tegernsee bei Rottach-Egern in einem Kajak gekentert und untergegangen. Nach einer groß angelegten Rettungsaktion war er am Sonntagabend (3. Juli) von einem Tauchroboter nur 100 Meter vom Ufer entfernt, jedoch in über 30 Metern Tiefe geortet und dann von Tauchern der DLRG Gmund geborgen worden.

Auf Nachfrage berichtet Stefan Sonntag, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern, was die Obduktion des Leichnams ergeben hat. „Laut Gutachten der Rechtsmedizin hatte der Mann wohl eine internistische Erkrankung“, so Sonntag. Dies könnte erklären, warum sich der tragische Vorfall so unspektakulär ereignete. Denn kein Passant hatte trotz viel Betriebs zum Unglückszeitpunkt von dem Vorfall Notiz genommen, der 17-Jährige hatte auch nicht um Hilfe gerufen. „Er ist still und leise untergegangen und ertrunken, so ganz ohne Signal“, fasst der Polizeisprecher das tragische Ereignis zusammen.

Update vom Dienstag, 15.45 Uhr: Nach dem Tod eines 17-Jährigen im Tegernsee herrscht tiefe Trauer auch bei Freunden und Wegbegleitern. Der 17-Jährige hatte die Brucker Realschule besucht. Dort hat er vor einem Jahr seinen Abschluss gemacht. Bei der Amtseinführung der neuen Rektorin am Dienstag wurde des 17-Jährigen in einer Trauerminute gedacht.

Mit großer Bestürzung haben außerdem die Wanderers Germering vom Tod des 17-Jährigen erfahren, wie die Eishockey-Spieler auf ihrer Homepage schreiben. Der 17-Jährige sei Bestandteil der letztjährigen U17 Mannschaft der Wanderers gewesen. Diesen Winter wollte er wieder für seinen Heimatverein Fürstenfeldbruck auflaufen. „Der Verein ist in dieser schweren Zeit mit all seinen Gedanken bei seiner Familie und Freunden“, heißt es bei den Wanderers. Der 17-Jährige aus Emmering war am Wochenende mit seinem Kajak im Tegernsee gekentert und konnte später nur noch tot geborgen werden.

Update vom Montag, 9.20 Uhr: Wie die Polizei am Montagmorgen mitteilte, wurde der 17-Jährige am Sonntag gegen 21 Uhr mit Hilfe eines Tauchroboters geortet. Taucher übernahmen die Bergung des Körpers. Der 17-Jährige befand sich etwa im Bereich, wo er mit dem Kajak gekentert war. Nach der Bergung konnte nach Polizeiangaben nur mehr der Tod des jungen Mannes festgestellt werden. Er wurde zweifelsfrei als der gesuchte 17-Jährige identifiziert.

Tragischer Vorfall am Tegernsee: Vermisster 17-Jähriger tot geborgen

Beamte des Kriminaldauerdienstes (KDD) übernahmen für die Kriminalpolizei die ersten Untersuchungen in dem Todesfall. Die weitere Sachbearbeitung liegt nun bei der Kriminalpolizeistation Miesbach. Hinweise auf eine Fremdbeteiligung ergaben sich bislang keine, die Ermittler gehen von einem tragischen Unfallgeschehen aus.

Update vom Sonntag, 18.30 Uhr: Die Suche nach dem vermissten Jugendlichen blieb bis zum frühen Sonntagabend ohne Ergebnis. Dabei waren die Rettungskräfte den ganzen Nachmittag über noch einmal mit einem Großaufgebot im Einsatz. Die DLRG Bayern stellte für die Suche sogar eine technisch hochwertige Unterwasser-Drohne mit Navi zur Verfügung. Es war laut Caroline Amann von der DLRG Gmund das erste Mal überhaupt, dass das Gerät am Tegernsee zum Einsatz kam. Leider zunächst vergebens.

Wie ein Sprecher der Polizei am Abend betonte, werde der Einsatz in den kommenden Tagen grundsätzlich so lange fortgesetzt, bis der Vermisste gefunden ist.

Ursprüngliche Meldung:

Rottach-Egern - Über Notruf wurden der Polizei am Samstag (2. Juli) gegen 11.50 Uhr ein gekentertes Kajak und Hilferufe auf dem Tegernsee mitgeteilt. Wie die Polizei berichtet, war ein 17-Jähriger aus Emmering (Kreis Fürstenfeldbruck) gemeinsam mit seinem Vater im Bereich Schorn/Ganghoferstraße in Rottach-Egern beim Fischen auf dem Tegernsee unterwegs. Jeder saß in seinem eigenen Kajak. Nachdem der Vater wieder an Land gefahren war, fiel ihm auf, dass das Boot seines Sohnes gekentert und der Jugendliche nicht mehr zu sehen war. Vermutlich war das Boot aufgrund des starken Windes gekippt.

Tegernsee: Zahlreiche Taucher und Hubschrauber im Einsatz

Laut Polizei wurde umgehend eine große Suchaktion gestartet. Zahlreiche Einsatzkräfte und Taucher der Wasserwachten Rottach-Egern, Bad Wiessee und Gmund sowie der DLRG-Ortsgruppen Tegernsee und Gmund, der Feuerwehren und das Polizeiboot waren im Einsatz. Auch aus der Luft wurde per Hubschrauber nach dem 17-Jährigen gesucht.

Tegernsee: Suchaktion nach Jugendlichem wird heute (3. Juli) fortgesetzt

Bislang verlief die Suche ergebnislos. Wie ein Sprecher der Polizei am Sonntagmorgen auf Nachfrage mitteilte, konnte der Jugendliche bisher nicht gefunden werden. Das Problem war unter anderem die schlechte Sicht, die derzeit im Tegernsee herrscht. „Wir haben aufgrund des starken Regens im Moment sehr viele Sedimente im See“, erläutert Caroline Amann von der DLRG Gmund, selbst ausgebildete Rettungstaucherin. Die Einsatzkräfte seien daher teils im Blindflug unterwegs gewesen.

Die Suche hält weiter an. Ab Mittag, sobald der gestartete Tegernsee-Triathlon beendet ist, werden auch wieder Taucher im Einsatz sein. gab

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