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Nicht nur den Rückblick auf das vergangenen Jahr hatte Bürgermeister Christian Köck dabei, auch die Projekte der Gemeinde für 2018 stellte der Rathauschef im Seeforum bei der Bürgerversammlung vor. 

Bürgerversammlung Rottach-Egern 

Bürgermeister setzt auf gemeindlichen Wohnungsbau - und will so junge Leute im Ort halten

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Die Liste der anstehenden Projekte in Rottach-Egern ist ellenlang. Eines davon ist Bürgermeister Christian Köck aber besonders wichtig. Vor allem junge Leute wird´s freuen.

Rottach-Egern – Auf der Agenda für das Jahr 2018 der Gemeinde Rottach-Egern stehen viele Punkte. Doch einer liegt Bürgermeister Christian Köck (CSU) besonders am Herzen, wie er bei der Bürgerversammlung im Seeforum betonte – und noch dazu ist dieser ein Wahlversprechen. Es geht um die Planung der Sanierung beziehungsweise des Neubaus der Gemeindehäuser in Ellmösl. „Es ist nicht in unserem Sinne, dass junge Leute abwandern, weil sie sich hier keine Wohnung leisten können“, sagte der Rathauschef. Und genau aus diesem Grund sei der Gemeinde dieses Projekt auch „sehr, sehr wichtig“.

Ziel ist es, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Anfragen für Gemeindewohnungen gebe es „unzählige“. Aber auch wenn darunter laut Köck sogar Schreiben aus München seien, hätten einheimische Bürger natürlich Vorrang. Die derzeitigen Bewohner der Gemeindehäuser sollen nun „schrittweise“ entmietet und übergangsweise woanders untergebracht werden.

Noch zu klären ist die Frage, ob die zwei Häuser aus den 70er-Jahren in Ellmösl saniert werden oder abgerissen werden und ein Neubau entsteht. In diesem Fall hätte laut Köck sogar ein drittes Wohngebäude Platz auf dem Grundstück. Mit der Planung der Gemeindewohnungen soll sich in den kommenden Monaten intensiv befasst werden.

Neubau Grundschule

Ein weiteres Vorhaben für die Jüngeren der Gemeinde ist der Neubau der Grundschule. Dort wird der Bungalow weggerissen und durch ein zweistöckiges Gebäude ersetzt. Acht Klassen, je zwei der ersten bis vierten Jahrgangsstufe, sollen im Obergeschoss einziehen, die Ganztagesbetreuung wird im Erdgeschoss untergebracht.

Die neue Grundschule ist zwar ein Projekt des Schulverbands, mit 37 Prozent trägt Rottach allerdings den größten Anteil. Laut Köck soll der Neubau zwischen 5,5 und 6 Millionen Euro kosten, rund 1,2 Millionen Euro werden staatlich bezuschusst.

50 auf 21 Meter groß soll das Gebäude werden, das neue Grundkonzept besteht aus Lernlandschaften. „Die Kinder sollen eine Mischung aus Unterricht, Spiel und Projekten bekommen“, erläuterte Köck.

Bürgerversammlung: Das Wichtigste im Überblick

Auf was sich die Rottacher Bürger in diesem Jahr einstellen können, hat Bürgermeister Christian Köck ausführlich präsentiert.

  • Zweitwohnungssteuer: Diese bleibt nach wie vor bestehen. „Weil wir das Geld schlichtweg brauchen“, sagte Köck. Einnahmen von 960 000 Euro sind hierfür im Haushalt eingeplant. 
  • Breitbandausbau: Dieser soll bis zum Frühsommer endlich abgeschlossen sein. Ein separater Kooperationsvertrag mit der Telekom, der die Sutten betrifft, wurde auch schon unterschrieben. Auch das Tierheim soll demnächst in den Genuss von schnellem Internet kommen. 
  • Suttenstraße: Nach der Erneuerung der ersten beiden Abschnitte der Suttenstraße soll heuer der dritte Teil bis zur Monialm saniert werden. Ein eingebauter Schacht soll verhindern, dass sich hier Eisplatten bilden. Außerdem will sich die Gemeinde Gedanken darüber machen, wie viel Maut künftig auf der Suttenstraße verlangt wird.
  • WC-Anlagen: Noch vor der Badesaison sollen die Toiletten an der Popperwiese fertiggestellt werden. Außerdem ist eine öffentliche Toilettenanlage am Parkplatz Enterrottach geplant. „Das wertet uns als Tourismusort auf“, meint der Rathauschef. 
  • Kühzaglweg: Die Erschließung dieses Waldwirtschaftsweges soll demnächst abgeschlossen werden. Dann ist es Waldbesitzern möglich, über eine vernünftige Straße hier ihr Holz zu holen. 
  • Bachmaier am See: Wie eminent wichtig das Hotel für die Gemeinde ist, verdeutlichte Köck, als er über die Lage des Tourismus sprach. Die Dezimierung des Hotels sei schmerzhaft zu spüren. „Ich hoffe, dass da bald wieder Leben reinkommt“, sagte er. „Wir warten sehnsüchtig darauf, dass sich was tut.“ 
  • Ludwig-Thoma-Straße: Nachdem der Breitbandausbau ins Stocken geraten war, wurden die Baustellen in der Ludwig-Thoma-Straße nur provisorisch geschlossen, Gehwege seien laut Aussagen einer Bürgerin nicht mit dem Rollator oder Kinderwagen befahrbar. Köck versicherte, dass nach der Fertigstellung des Ausbaus auch die Straße und der Gehweg wieder in einen vernünftigen Zustand gebracht werden. Die gleiche Anwohnerin forderte auch ein Tempolimit von 40 km/h, zu schnell würden Autos in der Straße lang fahren. Dem stimmte Köck nicht zu. „Unsere Messungen haben etwas anderes ergeben“, sagte er. „Und auf die stützen wir uns.“

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