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Einen Scheck über 11.000 Euro überreichten Clubmitglieder an Einrichtungen im Tegernseer Tal. 

Exklusiver Herrenclub

Club Tegernsee: Wer man sein muss, um reinzukommen

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Rottach-Egern - Der Club Tegernsee ist nicht nur ein exklusiver Herrenclub, in dem das Who is Who im Tal unter sich ist. Der Verein ist auch spendabel und unterstützt soziale Einrichtungen.

Angefangen hat alles, weil der schon seit rund 50 Jahren existierende Rottacher Exklusiv-Club nicht bereit war, Nachwuchs aufzunehmen. Die Mitglieder dieses Verein, dessen Aufgabe nach wie vor darin besteht, den Leichenschmaus mit Musik beim Ableben eines Mitglieds zu sichern, wollten unter sich bleiben. Also gründeten 15 Männer um Andreas Scherzer, Thomas Höss, Thomas Auracher, Torsten Eberhard und Hans Buchner 2010 einen eigenen Verein: den Club Tegernsee. Zur Gründungsversammlung traf man sich in der „Waikiki-Bar“ im Rottacher Hotel Berlin. Scherzer machte den Vorsitzenden und ist es bis heute. 

36 Mitglieder hat der Club bisher aufgenommen, einer macht als „Anwärter“ gerade die einjährige Bewerbungsphase durch. Wer dazu gehören will, muss entweder am Tegernsee geboren sein, hier seine Heimat oder irgendwas mit dem Tegernsee zu tun haben. „Er muss vor allem eine Persönlichkeit sein“, beschreibt Scherzer die Aufnahmekriterien. „Denn Geld bringt dich auch nicht weiter.“ Es schadet aber auch nicht, zumal sich der Club auf die Fahne geschrieben hat, den Reinerlös seiner regelmäßigen Veranstaltungen an soziale Einrichtungen zu spenden.

Viele namhafte Sponsoren, also Mitglieder, fördern den Club. Illustre Namen wie Peter Hubert (Bräustüberl-Wirt), Martin Frühauf (Postillon), Werner Hochreiter (Wiesnwirt), Markus Greger (Weinstube), Philipp Pechstein (Männer-Pediküre Hammer & Nagel), Thomas R. Köhler (Kommunikationsfirma CE21), Toni Holnburger (Fleischwaren), Christian Totzauer (Schwaigeralm) und viele mehr zählen dazu. Einmal im Monat ist Stammtisch, immer am zweiten Freitag im Januar treffen sich alle zur Jahreshauptversammlung. „Dann wird entschieden, welche soziale Einrichtung eine Spende bekommt und wer bei uns mitmachen darf“, erklärt Scherzer. Schon mehrfach sei eine Aufnahme gescheitert, „dann hat’s einfach nicht gepasst.“ Der Bewerber muss zwei Bürgen mitbringen und ein Jahr lang die Clubmitglieder auf alle Veranstaltungen begleiten. „Erst dann fällt die Entscheidung, wobei eine Zwei-Drittel-Mehrheit genügt.“ 

Die Förderung der Zusammengehörigkeit durch sportliche und gesellschaftliche Veranstaltungen steht ganz klar im Vordergrund. „Alle Veranstaltungen dienen dem Erhalt unserer Kultur, um diese lebendig zu halten“, sagt Scherzer. Das Steckäplatteln für Erwachsene und Kirtahutschn für Schulkinder immer am Kirchweihmontag ist eine Tradition, die der Club Tegernsee vom Exklusiv-Club 2010 zur Gründung geerbt hat. Die Gaudi steigt auf dem Höss-Hof in Rottach-Egern. Papa Sepp Höss (Exklusiv-Club) überließ das Feld Sohn Thomas Höss (Club Tegernsee). „Wenn wir das nicht machen würden, dann gäb’s diesen Brauch in Rottach nicht mehr“, ist Scherzer überzeugt. Das Eisstockturnier mit anschließendem Tanz in der Gebirgsschützenhütte und der Faschingsball, der heuer schon zum fünften Mal organisiert wurde und 470 Gäste ins Seeforum lockte, gehören ebenso dazu. Heuer ist zudem ein Weinfest geplant.

Da kommt einiges zusammen, und so konnte zuletzt die stattliche Summe von 11.000 Euro verteilt werden: an die Musikschule Tegernseer Tal, den Verein Glückskinder, den TSV Rottach-Egern, das Tierheim Weissach und den Dr.-Scheid-Fonds der Gemeinde Rottach-Egern. Zum Zeichen, dass der Verein Bestand hat, und um sich von dem Stammtisch abzugrenzen, der der Club früher einmal war, wurde inzwischen eine Fahne angeschafft. Monsignore Walter Waldschütz hat sie geweiht und dem Club danach eine Kerze der Heiligen Maria geschenkt. „Ein deutlicher Wink“, glaubt Scherzer, denn der Verein erlaubt keine Frauen. „Klar haben wir oft Diskussionen zu diesem Thema“, gibt der Vorsitzende zu. Aber: „Die Harmonie ist dann sehr viel größer.“ Und der Exklusiv-Club hat schließlich auch keine. 

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