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Die Vorbereitungen im See- und Warmbad Rottach-Egern laufen auf Hochtouren. Hier bringt Dennis Lankes im Bereich der Dusche zwischen Liegewiese und Schwimmbecken gerade ein Schild mit den Verhaltensregeln an.

Freibäder eröffnen erst am 15. Juni

Corona-Krise: Schwieriger Start in die Badesaison am Tegernsee

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Badefreuden auf Abstand – das ist nicht leicht umzusetzen. Weil verbindliche Vorgaben noch fehlen, peilen die beiden Warmbäder in Rottach-Egern und Kreuth die Eröffnung erst für 15. Juni an.

Tegernseer Tal – Am Rekordtag tummelten sich 3100 Besucher im Rottacher Warmbad. „Das war vor ein oder zwei Jahren“, berichtet Betriebsleiter Klaus Bickel. Heuer dürfen es 300 oder 400 Besucher sein. Die genaue Zahl weiß die Gemeinde aktuell noch nicht. Eben deshalb kann Bürgermeister Christian Köck noch nicht definitiv sagen, wann das Warmbad seine Pforten öffnet. „Wir brauchen eine verbindliche Handreichung der Staatsregierung zu den Hygieneregeln“, erklärt Köck.

Laut Ministerpräsident Markus Söder dürfen Freibäder am Montag, 8. Juni, öffnen. „Das würden wir auch gerne“, meint Köck. Doch lägen ihm zwei verschiedene Hygienekonzepte von Verbänden vor, aber eben noch keine konkreten Vorgaben des Freistaats. Deshalb ist eine Öffnung erst am Montag, 15. Juni, geplant. Zu regeln gibt es eine Menge. Wie viele Besucher dürfen auf die Liegewiese, wie viele gleichzeitig ins Becken? Wie ist die Situation in der Umkleide zu regeln, wie am Eingang und am Kiosk? Ansonsten wäre in Rottach alles bereit für den Start. Bickel und sein Team machen die Anlage längst fit.

Der Blick nach Miesbach und Umgebung: Corona: Freibäder begrenzen Besucherzahlen stark – Einige öffnen später

Auch Warmbad Kreuth eröffnet erst am 15. Juni

Gleiches gilt für das Warmbad in Kreuth. Es soll ebenfalls am 15. Juni öffnen, erklärt Bürgermeister Josef Bierschneider. Maximal 340 Badegäste dürfen gleichzeitig ins Bad, nicht mehr als 50 ins Becken. Dies im Auge zu behalten, bedeutet einen beträchtlichen Aufwand. „Aber es muss ja ohnehin immer Aufsichtspersonal am Becken sein“, meint Bierschneider. Sicher ist, dass die Reduzierung der Besucherzahl den Betrieb der Bäder noch weniger rentabel macht als er ohnehin schon ist. Trotzdem war nie daran gedacht, sie nicht zu öffnen. „Die Bürger haben schon die Erwartung, dass es ein solches Angebot gibt.“

Keine Einzäunungen und Parzellierungen am Badestrand

In den kalten Tegernsee – aktuell liegt die Wassertemperatur bei 15 Grad – zieht es derzeit nur ganz Eiserne. Aber das wird sich ändern, weshalb die Tal-Bürgermeister die Frage, wie die Situation an den Badestränden zu regeln ist, kürzlich zum Thema einer Dienstbesprechung mit Tourismus-Chef Christian Kausch gemacht haben. „Dort hat man sich gegen Einzäunungen oder Parzellierungen entschieden“, berichtet Kausch. Schließlich handle es sich um Natur-Badeplätze. Stattdessen werde man an den Badeplätzen Schilder aufstellen, die ans Abstandsgebot und die Hygieneregeln erinnern. Bei der Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) erstelle Christine Miller ein Konzept für alle fünf Tal-Orte. Die einheitlichen Schilder sollen bis zum Beginn der norddeutschen Sommerferien in drei Wochen platziert sein. Die Umsetzung des Konzepts sei Sache der jeweiligen Gemeinde.

Beschilderung an Badeplätzen

Auch beliebte Badeplätze wie die Point seien letztlich zu behandeln wie jede andere Freifläche, betont der Tegernseer Bürgermeister Johannes Hagn. Dort befinde sich ein öffentlicher Weg, den man nicht so einfach sperren könne. Aus seiner Sicht müsse eine Beschilderung ausreichen. Wie seine Kollegen setzt Hagn auch auf die Eigenverantwortlichkeit der Besucher. Nach seinen Beobachtungen hätten die Menschen auch am sehr besucherstarken Pfingstmontag das Abstandsgebot weitgehend beachtet.

Öffnung von Strandbad Tegernsee steht in den Sternen

Noch völlig unklar ist, wann das Strandbad Tegernsee öffnet. Es wird von Monte Mare gemeinsam mit der Seesauna betrieben. Letztere ist wegen der Corona-Krise geschlossen. Bislang hat der Freistaat auch kein Datum für die Wiedereröffnung in Aussicht gestellt. „Wir sind das letzte Glied in der Kette“, meint Betriebsleiterin Daniela Hidalgo. Für gewöhnlich öffne das Strandbad bei 18 Grad Wassertemperatur. „Aber für die nächsten zwei Wochen ist schlechtes Wetter angesagt“, sagt Hidalgo. Insofern sei eine Eröffnung ohnehin nicht in Sicht. Darüber hinaus sei fraglich, ob der Betrieb des Strandbads ohne Seesauna wirtschaftlich überhaupt darstellbar sei. „Für gewöhnlich können wir das gut koppeln.“ Doch aktuell sind die 40 Mitarbeiter in Kurzarbeit. Nur ein Kernteam ist vor Ort. Es sind Bauarbeiten zu überwachen: Die Anlage bekommt eine neue Küche, das Strandbad ein Holzdeck. Die Investitionen hatte die Stadt schon vor Corona in Auftrag gegeben.

Lesen Sie auch: Schwimmparadies am Tegernsee: Warmbad Rottach-Egern 

Coronakrise im Landkreis Miesbach

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