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Petra Villinger führt seit Kurzem die Regie im Mehrgenerationenhaus.

Begegnungszentrum im Tegernseer Tal

Rottach-Egern: Mehrgenerationenhaus stellt sich neu auf

  • Christina Jachert-Maier
    VonChristina Jachert-Maier
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Corona stellt das Mehrgenerationenhaus in Rottach-Egern vor besondere Herausforderungen. Auch wenn es nach dem 13. Mai vielleicht öffnet: Vieles wird sich ändern müssen.

Rottach-Egern – Persönliche Begegnungen sind Petra Villinger (58) wichtig. „Miteinander in Kontakt zu kommen und gemeinschaftliche Aktivitäten tun den Menschen gut.“ Im Mehrgenerationenhaus (MGH) der Caritas in Rottach-Egern ist die Gemeinschaft eigentlich Programm. Vor allem Senioren finden hier Anschluss und Anregung, aber auch Jüngere kommen gern. Seit Jahresbeginn ist die Sozialpädagogin Leiterin der Einrichtung an der Leo-Slezak-Straße. Die war bestens besucht, bis die Corona-Krise die Schließung erzwang. Sie wird mindestens bis einschließlich 13. Mai andauern.

Wie das Programm danach aussehen kann, darüber berät das Team noch. Weil viele der Gäste zur Hochrisikogruppe gehören, wird auch nach der Öffnung das Virus noch lange die Möglichkeiten diktieren. Angedacht sind Aktivitäten in Kleingruppen. Aktuell telefoniert Villinger viel. Erreichbar ist das MGH montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr sowie montags und donnerstags von 14 bis 16 Uhr unter 0 80 22 / 2 49 49.

Bei Villingers Einstand war Corona noch kein Thema gewesen. Schon ein halbes Jahr zuvor hatte sich ihre Vorgängerin Sandra Ebert verabschiedet. Villinger war zuletzt im Bodenseekreis tätig und betreute dort Migranten. Die neue Aufgabe reizte sie eben wegen der vielen Begegnungen, der Nähe zu den Menschen.

Das Projekt MGH startete 2007, damals noch in Räumen an der Nördlichen Hauptstraße. Sie wurden schnell zu klein. Heute ist dort die Beratungsstelle der Caritas untergebracht. Dem MGH glückte 2016 mithilfe der Talgemeinden der Umzug in großzügige Räume an der Leo-Slezak-Straße, über dem Café Krupp. Inzwischen ist auch dort der Platz knapp. 10 769 Besuche weist die Statistik für das Jahr 2019 auf. Viele der Besucher sind Stammgäste, immer wieder kommen Neulinge dazu, die herzliche Aufnahme finden.

„Hier begegnen sich Menschen mit unterschiedlichen Persönlichkeiten, Lebenssituationen und Geschichten und pflegen ein sehr gutes Miteinander“, war Villingers Fazit nach den ersten Arbeitswochen. Es herrsche eine positive Lernkultur: „Niemand muss vollkommen sein, jeder darf auch Fehler machen.“

Besucher im Begegnungszentrum kommen nicht nur aus dem Ort

362 Menschen nahmen 2019 teil am Leben im MGH. Das Programm reichte vom gemeinsamen Mittagessen über englische Konversation, Kreistanz und Handarbeiten bis zu Gedächtnisübungen und Meditation. „Alle Angebote waren immer sehr gut besucht“, berichtet Villinger.

Die meisten der MGH-Besucher sind in Rottach-Egern daheim. Von den 362 Klienten im Jahr 2019 stammen 150 aus Rottach-Egern, 52 aus Tegernsee, 47 aus Bad Wiessee, 39 aus Kreuth, 29 aus Gmund und 17 aus Waakirchen. Aber auch aus Hausham (10), Holzkirchen (1), Miesbach (2), Irschenberg (2) und Warngau (2) reisten Besucher an, um an Veranstaltungen teilzunehmen.

„Wir haben eine sehr hohe Qualität der Angebote“, meint die Leiterin. Das ist vor allem dem Engagement der rund 40 ehrenamtlichen Helfer zu verdanken. Die meisten von ihnen sind weiblich, aber auch Männer gehören zum Team. Die Ehrenamtlichen leiten das Gros der Kurse, auch Honorarkräfte werden eingesetzt.

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Das hauptamtliche Team besteht aus fünf Frauen. Sie steuern das Schiff, sind für die Organisation verantwortlich. Auch einige Kurse wie „Gedächtnis fit“ oder „Gesund und guat“ werden von Hauptamtlichen geleitet. Eine neu engagierte sechste Mitarbeiterin bietet psychosoziale Beratung für Menschen, die Unterstützung suchen. „Alltagsnah“ ist die Hilfe ausgerichtet.

Eine solche Beratungsstelle bietet die Caritas bereits in ihrem Miesbacher Zentrum an. Künftig gibt’s nun auch eine Beraterin im Tegernseer Tal mit Anbindung ans MGH. Meist wird sie allerdings in den Räumen in der Nördlichen Hauptstraße tätig sein.

Immer willkommen sind im MGH neue Helfer. Ein Anforderungsprofil gibt es nicht: Jeder kann sich mit seinen Erfahrungen, Interessen und Fähigkeiten einbringen, erklärt Villinger. Daran ändert sich auch in Corona-Zeiten nichts.

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