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Neuer Gemeinde-Archivar: Leonhard Geller, ehemaliger Mitarbeiter im Einwohnermeldeamt, ist jetzt das Gedächtnis von Rottach-Egern.

Neuer Gemeinde-Archivar

Dieser Mann ist der neue Herr über Rottachs Geschichte

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Rottach-Egern - Leonhard Geller ist der neue Gemeinde-Archivar - ihn erwarten große Aufgaben. Er muss das Archiv auf Fordermann bringen - und gibt's einiges zu entdecken.

Alte Bilder von der Wallbergbahn, Informationen über den Heimatdichter Ludwig Thoma, Anfragen über ein Rottacher Lazarett im Zweiten Weltkrieg: Im Gemeindearchiv von Rottach-Egern gibt es Arbeit ohne Ende. Zehn Jahre lang war Gerhard Aldenhoven Herr über die Bilder, Akten und Geschichten. Doch jetzt hat der 79-jährige seinen Posten übergeben: Seit Anfang Oktober ist Leonhard Geller der neue Gemeinde-Archivar von Rottach-Egern.

26 Jahre lang war Geller im Einwohnermeldeamt im Rathaus beschäftigt und damit geradezu prädestiniert für den Job. Als der Ruhestand für den 63-Jährigen nahte, fragte ihn Bürgermeister Christian Köck, ob er sich eine Mitarbeit im Archiv vorstellen könnte. „Ich hab’ nicht lange überlegt“, sagt der rüstige Rottacher, der sich seine neue Freizeit ansonsten mit Wandern, Radfahren und der Familie vertreibt. Mit Namen und Personen hatte er ja schon immer zu tun, führte schon oft Recherchen durch. Jetzt muss er Informationen zur Rottacher Geschichte zusammentragen, sortieren und sie für die Nachwelt erhalten.

Geller belegte einen Schnellkurs für Archivare an der Verwaltungsschule und bekam dabei nützliche Tipps. „Zum Beispiel, wie man richtig katalogisiert oder wie die alte deutsche Schrift zu lesen ist“, erzählt Geller, der dabei auch ein richtig großes Archiv besichtigen durfte.

Das Rottacher Archiv ist da eher bescheiden: Es befindet sich auf etwa 60 Quadratmetern in der zweiten Etage des Rottacher Rathauses. Ordner stehen dort in Regalen, viele alte Fotos lagern in Karteikästen. „Das ist teilweise schon nach Ereignissen und Personen geordnet, doch es wartet noch viel Arbeit“, sagt Geller. Daneben kommt ständig neue Arbeit rein: Da eine Anfrage, die bearbeitet werden soll. Dort eine Bitte um eine Recherche. Geller macht das gerne: „Eine spannende Aufgabe, die auch geistig fit hält.“ Schließlich sei es auch wichtig für eine Gemeinde, ein Archiv zu besitzen.

Ganz alleine wird Geller seine Arbeit allerdings nicht erledigen: Martin Köck senior, der Vater des Bürgermeisters sowie hin und wieder Walter Hübsch, der ehemalige Bauamtsleiter, greifen Geller unter die Arme. Jetzt am Anfang seiner Tätigkeit wird der Rottacher wohl etwas mehr Zeit im Archiv verbringen. „Ein bis zwei Tage pro Woche bin ich da“, sagt er. Für seine Arbeit wird er eine kleine Entschädigung von der Gemeinde bekommen.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung informierte Köck über die Neubesetzung und zeigte sich zufrieden: „Da haben wir drei rüstige Rentner, die sich um das Archiv kümmern.“ Für Köck sei es nämlich wichtig, dass das Archiv so ausgestattet ist, damit Anfragen auch bedient werden können.

Und dann hat Geller noch eine weitere Unterstützung: den Heimatpfleger und Gemeindearchivar Beni Eisenburg aus Gmund. „Er hat mir schon versprochen, mich im Archiv zu besuchen“, freut sich Geller. Weitere Tipps von einem Profi in Sachen Archiv sind ihm also auf jeden Fall sicher.

gr

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