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Rottacher Verkehrs- und Verschönerungsverein präsentiert Ideen für Gestaltung der Ortsmitte: Dorfplatz-Modell soll Diskussion über Rathausbau anstoßen

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Von: Christina Jachert-Maier

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Seine Ideen für die Gestaltung des Rathaus-Vorplatzes erläuterte der Vorstand des Verkehrsvereins, bestehend aus (v.l.) Martina Goldhofer, Josef Bogner, Christian Stadler und Sofie Sagstetter, mit einem Modell
Seine Ideen für die Gestaltung des Rathaus-Vorplatzes erläuterte der Vorstand des Verkehrsvereins, bestehend aus (v.l.) Martina Goldhofer, Josef Bogner, Christian Stadler und Sofie Sagstetter, mit einem Modell © Steffen Gerber

Um zu zeigen, wie schmuck der Platz vor dem neuen Rottacher Rathaus aussehen könnte, hat der Verkehrs- und Verschönerungsverein ein Modell bauen lassen. Es soll eine Diskussionsgrundlage sein.

Rottach-Egern - Ruhebänke, ein Brunnen, der Maibaum in der Mitte. „Ein ordentlicher Dorfplatz“, meint Bogner. Ein Ort, an dem man ins Gespräch kommt und an dem zum Beispiel Hochzeitspaare nach der standesamtlichen Trauung im Rathaus Sekt für ihre Gäste ausschenken und das Ambiente genießen können. Das von Münchner Architekten gestaltete Modell präsentierte der Verein bei seiner Jahreshauptversammlung im Seeforum. Rund 30 Besucher waren gekommen, darunter auch Bürgermeister Christian Köck und sein Stellvertreter Josef Lang (beide CSU) sowie Kämmerer Martin Butz.

Mit dem Modell will der Verein den Anstoß zu einer Diskussion mit dem Bürger geben, die bislang nicht stattgefunden hat. Wie berichtet, fiel die Entscheidung des Gemeinderats, das Rathaus abzureißen und an gleicher Stelle neu zu bauen, hinter verschlossenen Türen. Als die Kommunalaufsicht nachhakte, folgte ein Grundsatzbeschluss in öffentlicher Sitzung, wobei Bürgermeister Köck erklärte, dass der Gemeinderat sich für die Planung Zeit nehmen wolle.

„Einmalige Chance auf einen Dorfplatz“

Bogner ist daran gelegen, dass sich die Bürger in diese Planung einbringen können. „Wir haben jetzt die einmalige Chance, einen Dorfplatz zu schaffen“, sagt er. Denn auch wenn das Rathaus am jetzigen Standort bleiben soll: Auf dem Grundstück an der Ortsdurchfahrt ist reichlich Platz. Der hintere Bereich gehört der Gemeinde und ist derzeit unbebaut.

„Man kann das Rathaus also einfach nach hinten schieben“, erklärt Bogner. Aktuell grenzt das Gebäude direkt an den Gehsteig der viel befahrenen Bundesstraße. Rückt der Verwaltungssitz von der Straße weg, wäre viel Luft für einen einladenden Dorfplatz.

Bürgermeister Köck wiederum erklärte bei der Versammlung, was gegen die Idee spricht. Der Gemeinderat habe darüber bereits lange diskutiert. „Ein so riesiger Vorplatz bringt uns nicht weiter“, meinte Köck. Angesichts des Verkehrsaufkommens auf der Bundesstraße könne er nie die gewünschte Aufenthaltsqualität bieten. Zudem wolle die Gemeinde das Areal hinter dem Rathaus für die Zukunft bewahren. Auch für die Abwicklung der Baustelle sei es wichtig, die Fläche freizuhalten, merkte Köck an: „Wir können für die Bauarbeiten nicht die Bundesstraße sperren, das wäre eine Katastrophe.“ Etwas von der Straße nach hinten abrücken könne der Neubau aber schon. Anhaltspunkt dürfte die Situierung des benachbarten Sporthauses Schlichtner sein. Als repräsentatives Gebäude solle das Rathaus aber auch nicht zu weit aus dem Blickfeld rücken, so Köck.

Europaweite Ausschreibung für Objektplanung

In Stein gemeißelt sei bei der Planung bisher ohnehin nichts, machte der Bürgermeister deutlich. Die Gemeinde sei aktuell erst dabei, einen Objektplaner für den Neubau mit Tiefgarage auszuwählen. Dies erfolge bei einer europaweiten Ausschreibung. Der Rathausbau, über den seit 20 Jahren geredet werde, solle jetzt in einem straffen zeitlichen Rahmen umgesetzt werden. „Der Prozess ist gestartet.“

Die Aussicht, dass zumindest ein kleiner Vorplatz entsteht, stimmt Bogner „zufriedener“, wie er sagt. Die Absicht, die Realisierung des Modells Dorfplatz als Antrag an den Gemeinderat einzubringen, verfolgt der Verein nicht weiter. „Man könnte aus so etwas ja auch ein Bürgerbegehren machen, aber das wollen wir nicht“, erklärt Bogner. Der Verein arbeite mit der Gemeinde gut zusammen, auch ein Kompromiss bedeute eine Verbesserung. Das Modell bleibe vorerst im Seeforum stehen und möge als Anregung dienen.

Bogner hofft, dass noch viel über den Neubau diskutiert wird, öffentlich. „Wir bleiben dran“, sagt er. Bei der Neuwahl wurde er wieder zum Vorsitzenden bestimmt, neuer zweiter Vorsitzender ist Christian Stadler, Um die Kasse kümmert sich Sofie Sagstetter, Schriftführerin ist Martina Goldhofer.

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