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Schnee bedeckt derzeit die bereits gestartete Bebauung vor dem ehemaligen Gasthof (hinten).

Etliche Neubauten in direkter Nachbarschaft

20 neue Wohnungen auf dem Glasl-Areal

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Der Glasl war einst ein prächtiges Wirtshaus. Jetzt wird das inzwischen denkmalgeschützte Haus für Luxuswohnungen umgestylt. Zudem rücken ihm etliche Neubauten auf die Pelle. 

Rottach-Egern -  „Glasl – die neue Natürlichkeit“ steht auf der großen Bautafel neben dem ehemaligen Gasthof Glasl im Rottacher Ortsteil Oberach. Gemütlich – das war früher, als man sich am Stammtisch traf, wo schon der Wildschütz Jennerwein Geschichten erzählt haben soll. Die Chronik des Gasthofs Glasl reicht immerhin bis ins Jahr 1865 zurück. Doch das ist lange her. Etwas ungemütlich wurde es in jüngster Vergangenheit, als Eigentümer und Wirt Wolfgang Lentner den Abriss verkündete und vom Gemeinderat zunächst das Okay dafür bekam. In Folge wurden 800 Unterschriften dagegen gesammelt, ehe im Januar 2014 die Entscheidung fiel, dass der Glasl ein Baudenkmal ist und nicht abgerissen werden darf.

Auf der Bautafel ist zu erkennen, was alles an Häusern geplant ist.  

Inzwischen ist der alte Gasthof verkauft: an die Immobilienfirma Wohnen Bauen Grund GmbH in Hausham. Fünf noble Eigentumswohnungen sollen darin entstehen, in der ehemaligen Tenne, die geteilt wird, ist eine Galerie-Wohnung vorgesehen, die sich über zwei Etagen erstreckt. Der ehemalige Stall soll Technik- und Lagerräume beherbergen, auch eine Gemeinschaftssauna ist geplant.

Rundum sind weitere Bauten geplant: Die Ernst Tengelmann Immobilienmanagement GmbH hatte eigentlich ein Einfamilienhaus geplant und dafür auch schon einen positiven Vorbescheid bekommen. „Das Gebäude verkauft sich schlecht“, wusste Rottachs Bauamtsleiterin Christine Obermüller, als zur jüngsten Sitzung des Ortsplanungsausschusses ein neuer Vorbescheidsantrag zur Diskussion stand. Geplant sind nun zwei Häuser, die durch einen gemeinsamen Zwischenbau verbunden sind. Auf 25 Meter wird es der komplette Riegel bringen. Vorher seien es 22 Meter gewesen, so Obermüller. Insgesamt seien 32 Quadratmeter mehr Grund verbaut, im Vergleich zur ursprünglichen Planung. Am Ratstisch war erkennbar, dass ein Haus ohne Zwischenbauten der Gemeinde lieber gewesen wäre. Aber letztlich gab es keinen Grund, das Vorhaben abzulehnen. „Es fügt sich ein“, argumentierte die Bauamtsleiterin. Auch Bürgermeister Christian Köck (CSU) hielt diese Variante eigentlich für „gefälliger“.

Gästehaus wird revitalisiert

Damit ist noch nicht Schluss auf dem Areal: Die Münchner Stahl & Stahl Bauen und Wohnen GmbH ist Investor Nummer drei. Sie hat das frühere Salettl, in dem sich eine Metzgerei befand, gekauft und inzwischen abgerissen. Auf dem Areal entsteht auf Nachfrage bei der Bauamtsleiterin ein Mehrfamilienhaus mit fünf Wohnungen. Zudem wird die Münchner GmbH ein ehemaliges Gästehaus, das sie ebenfalls erworben hat, auf Vordermann bringen und laut Bautafel „revitalisieren“. „Sieben Wohnungen sind darin geplant“, sagt Obermüller.

Unter dem Gesamtareal ist eine Tiefgarage mit insgesamt 34 Stellplätzen vorgesehen. Dazu kommen ausreichend Parkplätze rund um die Häuser. Der Bau sämtlicher Gebäude verlangt eine enge Abstimmung der Baufirmen. Am Ende, wohl zum Winter 2017/18, wenn alles verwirklicht ist und sich die Häuser dicht an dicht drängen, wird sich zeigen, wie „die neue Natürlichkeit“ rund um den Glasl tatsächlich aussieht.

gr

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